Al-Qaida Frankreichs Geheimdienst warnt vor Terrorgefahr

In Frankreich wächst die Angst vor einem bevorstehenden Anschlag. Im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet würden inzwischen rund 100 Europäer ausgebildet, warnt der Geheimdienst DCRI.

Polizisten vor dem Eiffelturm (Archivaufnahme): Terrorangst gestiegen
AP

Polizisten vor dem Eiffelturm (Archivaufnahme): Terrorangst gestiegen


Paris - Französische Sicherheitsexperten sorgen sich vor einem möglicherweise geplanten Anschlag. Denn in Terrorcamps im Grenzgebiet von Afghanistan und Pakistan würden zunehmend Europäer rekrutiert, warnt der Geheimdienst DRCI nach Angaben der Zeitung "Le Figaro". Mittlerweile würden in den Lagern rund 100 Europäer ausgebildet.

Die Behörden in Paris hatten bereits im vergangenen Jahr vor einer erhöhten Bedrohung gewarnt. In Frankreich gilt seit Monaten die zweithöchste Stufe des Alarmplans "Vigipirate". Der Ableger der Terrororganisation al-Qaida im islamischen Maghreb (AQMI) hatte schon häufiger mit Anschlägen gegen französische Einrichtungen gedroht und sich auch zur Entführung von Franzosen bekannt.

Auch die Unruhen in den arabischen Ländern tragen nach Informationen des "Figaro" zur zunehmenden Terrorangst bei. So habe der Geheimdienst im Zusammenhang mit der tunesischen Revolution einen AQMI-Aufruf mit Drohungen gegen Frankreich und die USA abgefangen. Die beiden Staaten würden in Tunis erneut einen Vasallen an die Macht bringen, wenn sie nicht durch Anschläge gehindert würden, hieß es angeblich darin.

als/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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berpoc 07.02.2011
1. bitte nicht schon wieder
Letzten Herbst war's unser Innenminister, heut' sind es die Franzosen. Was hängt mir dieser war-on-terror-Irrsinn zum Halse raus. Aber nein, ich hänge fest in der Geisterbahn der Narrenrepubliken.
jimknopf107 07.02.2011
2. Wie mans macht..
Und was, wenn ein Jet in ein Pariser Hochhaus oder in eines der Frankfurter City rast, der Geheimdienst wusste über die Möglichkeit Bescheid und hat trotzdem nichts gesagt, niemanden informiert und jemand aus Ihrer Familie käme deswegen zu Schaden, was wäre dann? Wären Sie dann endlich zufrieden?
CHANGE-WECHSEL 07.02.2011
3. Wahlpropaganda?
Zitat von sysopIn Frankreich wächst die Angst vor einem bevorstehenden Anschlag. Im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet würden inzwischen rund 100 Europäer ausgebildet, warnt der Geheimdienst DCRI. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,743967,00.html
In Frankreich sind tatsächlich Wahlen angesagt. Kein Wunder wird ausgerechnet jetzt vor Terroristen gewarnt. Denn nur Sarkozy und die rechtsgerichtete Regierung kann die Franzosen beschützen! http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,743589,00.html Sarkozys Sheriff-Masche Wiederholungstäter im Élysée
Redigel 07.02.2011
4. Dr.
Zitat von jimknopf107Und was, wenn ein Jet in ein Pariser Hochhaus oder in eines der Frankfurter City rast, der Geheimdienst wusste über die Möglichkeit Bescheid und hat trotzdem nichts gesagt, niemanden informiert und jemand aus Ihrer Familie käme deswegen zu Schaden, was wäre dann? Wären Sie dann endlich zufrieden?
Das spielt doch gar keine Rolle... selbst die Meldung allein nützt rein gar nichts. Ich muss JEDEN Gott verdammten Tag den Berliner Hbf passieren, nutze die ICE Münchenroute nach Berlin, muss am Alexanderplatz mit der S-Bahn raus. 3 Top-Anschlagsziele laut unserem Innenminister. Die Meldung von ihm hat mich von meiner Arbeitspflicht nicht freigestellt. Und ja auch in den Bürotürmen in Frankfurt wird und wurde weitergearbeitet. Ob ich angekündigt oder unangekündigt sterbe spielt einfach keine Rolle für die Tatsache, dass ich danach tot bin. Das einzige tolle is, dass ich mit schwarzem Humor solche Ansagen des Innenministers verdrängen muss, um nicht wie meine Mutter in präventiver Panik psychisch kaputt zu gehen. PS: Mir kamen auch so tolle Gedanken wie: Was wäre wenn ein "kaputter" Polizeibeamter seine MPi auf die Menschen im Berliner Hbf hält. Solche kruden Gedankengänge hat man wegen dem Stuss.
atzlan 07.02.2011
5. ...
Zitat von jimknopf107Und was, wenn ein Jet in ein Pariser Hochhaus oder in eines der Frankfurter City rast, der Geheimdienst wusste über die Möglichkeit Bescheid und hat trotzdem nichts gesagt, niemanden informiert und jemand aus Ihrer Familie käme deswegen zu Schaden, was wäre dann? Wären Sie dann endlich zufrieden?
Dass die Möglichkeit besteht, weiß jeder spätestens seit 9/11. An die Öffentlichkeit sollte gegangen werden, wenn Mitglieder einer Terrorzelle festgenommen wurden oder eine unmittelbare Gefahr besteht, um die laufende Observation und Ermittlung nicht zu gefährden. Solche unkonkreten Warnungen wie "Im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet würden inzwischen rund 100 Europäer ausgebildet..." haben mehr etwas mit anstehenden Budgetentscheidungen, Änderungen von Sicherheitsgesetzen oder der hier schon erwähnten Wahlpropaganda zu tun. Das "Sicherheit Ihrer Familie"-Ding übrigens auch - soll besonders gut bei konservativen und älteren Wählern ziehen ;-)
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