Al-Qaida im Visier Obama und Brown planen Anti-Terror-Einheit im Jemen

Der Jemen rückt im Kampf gegen al-Qaida immer stärker in den Fokus. Die USA und Großbritannien wollen jetzt eine Anti-Terror-Einheit in dem Land finanzieren und die Küstenwache unterstützen. In Somalia sollen mehr Friedenstruppen eingesetzt werden.


Fotostrecke

8  Bilder
Jemen: Im Visier der Anti-Terror-Kämpfer
London - Der zunehmende Einfluss von al-Qaida im Jemen besorgt Politiker weltweit. Die USA und Großbritannien wollen nun eine polizeiliche Anti-Terror-Einheit in dem arabischen Land finanzieren. Darauf haben sich laut Downing Street US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister Gordon Brown nach dem vereitelten Anschlag auf eine US-Passagiermaschine in Detroit verständigt. Auch bei der Unterstützung der jemenitischen Küstenwache wollen beide Länder zusammenarbeiten.

Obama und Brown sind sich überdies einig, dass in Somalia mehr Friedenssicherungstruppen eingesetzt werden müssen und wollen im Uno-Sicherheitsrat dafür eintreten. Derzeit sind etwa 5300 Soldaten der Mission der Afrikanischen Union in dem nordostafrikanischen Land stationiert. Zudem wollen die USA und Großbritannien ihre Kooperation im Kampf gegen die sich abzeichnende terroristische Bedrohung aus den beiden Ländern intensivieren.

US-Medien berichteten am Samstag, Top-General David Petraeus sei zu einem Gespräch mit dem jemenitischen Präsidenten Ali Abdallah Saleh nach Sanaa geflogen. Bei dem Treffen sei es vor allem um verstärkte Zusammenarbeit im Anti-Terror-Kampf gegangen. Dabei habe Saleh weitere Hilfe seines Landes für amerikanische Anti-Terror-Aktionen angeboten, berichtete der TV-Sender CNN unter Berufung auf US-Regierungskreise.

Dem US-Fernsehsender CBS zufolge wurden bereits Angriffe auf mutmaßliche Qaida-Stellungen im Jemen unter Führung der USA mit Unterstützung der jemenitischen Regierung durchgeführt. Der Sender berief sich bei dem Bericht auf den "US-Experten für Sondereinsätze und Ausbilder jemenitischer Offiziere", Sebastian Gorka. Demnach gab es Angriffe mit Marschflugkörpern, die mit Angriffen militärischer Einheiten am Boden kombiniert waren.

Wie am Samstag aus jemenitischen Sicherheitskreisen verlautete, wurden zudem zusätzliche Truppen in die östlichen Provinzen al-Baida, Abian und Tschabwa entsandt, um dort gegen "Qaida-Elemente" zu kämpfen.

Erst am Freitag hatte Brown angekündigt, die Terrorgefahren aus dem Jemen zum Thema einer internationalen Konferenz in London machen zu wollen.Die Konferenz mit wichtigen Bündnispartnern, darunter die USA und die Europäische Union (EU), soll am 28. Januar in London stattfinden. Der Jemen war zuletzt ins internationale Rampenlicht geraten, weil der verhinderte nigerianische Flugzeugattentäter Umar Faruk Abdulmutallab vom Terrornetzwerk al-Qaida im Jemen ausgerüstet und instruiert worden sein soll.

In seiner wöchentlichen Radioansprache machte Obama das Terrornetzwerk klar für den Anschlag verantwortlich. Umar Faruk Abdulmutallab sei in den Jemen gereist und habe sich dort offenbar al-Qaida-Terroristen angeschlossen. Diese "haben ihn ausgebildet, mit diesem Sprengstoff ausgestattet und ihn angewiesen, das Flugzeug mit Ziel Amerika anzugreifen", sagte Obama.

Regierung in Sanaa begrüßt internationale Unterstützung

Washington werde seine Zusammenarbeit mit dem Jemen verstärken, kündigte der Präsident an. Die Sicherheitskräfte sollten besser ausgestattet und ausgebildet und Geheimdienstinformationen geteilt werden. Die USA haben das Land im Rahmen des Anti-Terror-Programms im vergangenen Jahr mit 67 Millionen Dollar unterstützt. Nur Pakistan erhielt mit 112 Millionen Dollar mehr Geld.

Die Regierung in Sanaa versprach am Samstag, selbst mehr gegen den islamistischen Terror zu unternehmen. "Der Jemen wird niemals Terroristen und Dschihadisten auf seinem Boden tolerieren", erklärte der jemenitische Außenminister Abu Bakr al-Kirbi laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Saba.

Regierungskreise in Sanaa begrüßten den Vorstoß des britischen Premiers für eine internationale Konferenz. Brown sei "auf dem richtigen Weg, wenn er internationale Unterstützung für die Entwicklung, Armutsbekämpfung und für Anti-Terror-Maßnahmen im Jemen mobilisiert", zitierte Saba eine entsprechende Quelle.

ase/APD/dpa



insgesamt 79 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
notty 03.01.2010
1. Der Jemen in der Liga nach oben....
Zitat von sysopDer Jemen rückt im Kampf gegen al-Qaida immer stärker in den Fokus des Westens. Die USA und Großbritannien wollen jetzt eine Anti-Terroreinheit in dem arabischen Land finanzieren. Auch in Somalia wollen Washington und London sich stärker militärisch engagieren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,669822,00.html
Ein Gutes scheint ja der zum Glueck missglueckte Anschlag dieses Nigerianers zu haben....Der Jemen rueckt auf der internationalen "Shitlist" verdient ein gutes Stueck nach oben....
shareman 03.01.2010
2. Eine Front
Ob Afghanistan oder Jemen, ob Somalia oder ... wann wird es begriffen?Es ist eine gemeinsame Front im Kampf zwischen der Freiheit und dem "neuen Boesen" in Gestalt des radikalen Islam.
idealist100 03.01.2010
3. Es tut weh.
Zitat von sysopDer Jemen rückt im Kampf gegen al-Qaida immer stärker in den Fokus des Westens. Die USA und Großbritannien wollen jetzt eine Anti-Terroreinheit in dem arabischen Land finanzieren. Auch in Somalia wollen Washington und London sich stärker militärisch engagieren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,669822,00.html
Wohin den noch? Der Kollege ist doch in NL in die Maschine eingestiegen, also ab nach Holland und dort einmal richtig aufmischen oder? "A" fliegt von X voll ausgestattet nach Y und checkt in Y ohne das Terminal zu verlassen nach Z ein. Auschecken in Y geht nicht, da Visum fehlt also verbleibt "A" im internationalen Teil. "A" wurde von den Gesinnungsfreunden in X schon voll ausgestattet. Da nützt auch der Nacktscanner nix.
Björn Borg 03.01.2010
4. Wählt Intelligente in die Parlamente!
Zitat von sharemanOb Afghanistan oder Jemen, ob Somalia oder ... wann wird es begriffen?Es ist eine gemeinsame Front im Kampf zwischen der Freiheit und dem "neuen Boesen" in Gestalt des radikalen Islam.
Wer wissen möchte, warum die Taliban so brutal und gnadenlos gegen die Besatzungsmächte kämpfen, oder warum sich seit 2001 immer wieder Menschen finden lassen, die Selbstmordattentate ausüben, oder warum der Einmarsch in Afghanistan völkerrechtswidrig war und ist, oder warum die Politik uns heute belügt, um das zu kaschieren, oder warum es immer wieder mal eines kleinen Unglücks in einem Flugzeug nach Amerika bedarf, damit auch weiterhin die Verteidigung gegen die Achse des Bösen behauptet werden kann, und wer schlussendlich wissen will, warum man unsere Soldaten in Afghanistan so sehr im Stich lässt und warum diese dort nichts zu suchen haben, der lese von vorn bis hinten diesen - sehr langen - Artikel, in dem sich für all diese Fragen die Antworten finden, und dem - eigentlich - nichts mehr hinzuzufügen ist ... außer der Frage: Warum interessiert das in Berlin eigentlich keinen Menschen??? http://www.fr-online.de/in_und_ausla...es-Rechts.html Gute Nacht, Deutschland!
spax73, 03.01.2010
5. ??
Also ich bin ja eigentlich kein Freund von Verschwörungstheorien......... .....aber das kommt mir alles reichlich seltsam vor. Zunächst mal, der "Attentäter" hatte offenbar eine kleine Menge "Sprengstoff", der dann aber zufälligerweise nicht explodiert ist. Mal angenommen, es hätte wirklich so etwas wie eine kleine Explosion gegeben, warum im Landeanflug und nicht in 10000 Fuß Höhe ? Damit die Maschine möglichst noch notlanden kann, mit 3-4 Toten und ein paar Verletzen ? Das soll ein Terrorplot der berühmten Al-Qaida sein, also der gleichen Organisation, die 9/11 geplant und durchgeführt hat ? Und anschließend dann die Nachrichten: Das Engagement im Jemen soll "VERSTÄRKT" werden und das US-Militär hat vorsichtshalber schon vor 2-3 Monaten damit angefangen. Ach ja, und Nacktscanner sind nun auch wieder auf der Agenda, wie praktisch.... Und nun zu den sonstigen Meldungen: 2009 gab es ca. 4000 Verkehrstote in Deutschland.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.