Alaska Palins Beamte verschickten rassistische Anti-Obama-Mails

"Noch eine schwarze Familie in einer Staatswohnung!" Solch tumbe Parolen über den künftigen US-Präsidenten Obama haben Staatsbeschäftigte in Alaska per E-Mail verschickt - der Sprecher von Gouverneurin Palin müht sich eilig um Schadensbegrenzung.


Anchorage - Die E-Mails strotzen vor dumpfen Parolen und bedienen rassistische Ressentiments. So wie diese: Barack Obamas Sieg bei den US-Präsidentschaftswahlen bedeute lediglich, dass nun "another black in government housing" lebe - "eine weitere schwarze Familie in einer Staatswohnung". Gemeint ist das Weiße Haus.

Barack Obama: Rassistische E-Mails von Palins Regierungsmitarbeitern
AP

Barack Obama: Rassistische E-Mails von Palins Regierungsmitarbeitern

Ähnliche Botschaften kursieren vermutlich massenhaft im Internet. Doch dass sie von Regierungsmitarbeitern eines US-Bundesstaates verschickt werden, ist ungewöhnlich - vorsichtig ausgedrückt.

Die Nachrichtenagentur AP erhielt Kenntnis von fünf derartigen E-Mails, die von Staatsbeschäftigten in Alaska verschickt wurden. Sie informierte die Behörden, die nach eigenen Angaben bis dahin nichts davon wussten. Eine Regierungssprecherin sprach am Mittwoch von einem peinlichen Vorfall. Gouverneurin Sarah Palin sei sofort alarmiert worden.

Palin war im Wahlkampf Vize-Kandidatin des Republikaners John McCain. Die Gouverneurin machte nach der Wahl Anfang November keinen Hehl aus ihren Ambitionen, bei folgenden Wahlen erneut anzutreten - dann aber als Präsidentschaftskandidatin.

Die Behörden in Alaska haben die Ermittlungen aufgenommen. Palins Sprecher Bill McAllister erklärte, offenbar handele es sich um einige wenige Mitarbeiter, die die Mails weitergeleitet hätten. Wie viele Personen involviert sind, ist bislang noch unklar. Nach ersten Erkenntnissen kamen die Witze von außerhalb der Behörden und wurden dann von Beamten weiterverbreitet.

Es sei ein "persönliches Vergehen" der Beschuldigten, das "disziplinarische Maßnahmen" nach sich ziehen werde, sagte McAllister. Klar sei aber, bemühte er sich zu betonen, dass Palin frei jeder Verantwortung sei.

Obama bastelt unterdessen weiter an der Zusammenstellung seines Kabinetts. Aus Kreisen der Demokraten verlautete, dass er den republikanischen Kongressabgeordneten Ray LaHood zum Verkehrsminister berufen will. Der 63-jährige LaHood wäre nach Verteidigungsminister Robert Gates, den Obama aus dem Kabinett von George W. Bush übernehmen will, der zweite Republikaner in seiner Regierungsmannschaft.

Außerdem soll Mary L. Schapiro neue Chefin der Börsenaufsicht SEC werden. Das wurde in dieser Nacht bekannt. Obama hatte am Mittwoch den Senator Ken Salazar zum Innenminister und den Ex-Gouverneur Tom Vilsack zum Landwirtschaftsminister berufen. Die Nominierungen müssen noch vom Senat bestätigt werden.

cte/AP



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