Aleppo Kinderkrankenhaus und Schule durch Luftangriffe zerstört

Bei Angriffen auf Aleppo sind mindestens 21 Zivilisten ums Leben gekommen. Offenbar trafen die Bomben auch eine Schule und ein Kinderkrankenhaus. Die SOS-Kinderdörfer setzen ihre Nothilfe wegen der Gewalt aus.

Zerstörter Krankenwagen nahe Aleppo
REUTERS

Zerstörter Krankenwagen nahe Aleppo


Das syrische Regime und Russland haben erneut schwere Luftangriffe auf den Ostteil Aleppos geflogen. Bei den Angriffen seien mindestens 21 Zivilisten getötet worden, berichteten Menschenrechtsaktivisten. Es seien mindestens 40 Bombardements auf die geteilte Großstadt niedergegangen, sagte Ibrahim al-Hadsch von den zivilen Rettungshelfern der Weißhelme.

Demnach wurden unter anderem ein Kinderkrankenhaus und eine Schule im Stadtteil al-Schaar getroffen. Die Klinik sei teilweise ausgebrannt und außer Betrieb. Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von mindestens 18 getöteten Zivilisten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Russland fliegt seit Dienstagnachmittag wieder massive Luftangriffe auf Ziele in Syrien. Zum ersten Mal seit einem Monat schlugen auch im von Rebellen gehaltenen Ostteil Aleppos wieder Bomben ein.

Die Regierung in Moskau wies Berichte über russische Luftangriffe auf die Stadt erneut zurück. Das Moratorium für Luftangriffe auf Aleppo sei weiterhin in Kraft, russische Kampfflugzeuge hätten dort seit knapp einem Monat keine Angriffe mehr geflogen.

Hilfsorganisationen ziehen sich zurück

Wegen der zunehmenden Gewalt in Aleppo haben die SOS-Kinderdörfer ihre Nothilfe für Menschen in der umkämpften syrischen Stadt vorübergehend ausgesetzt. 15 Mitarbeiter und ihre Familien seien nach Damaskus in Sicherheit gebracht worden, teilte die Hilfsorganisation am Mittwoch mit. Bisher versorgte sie nach eigenen Angaben mehr als 25.000 Kinder und Erwachsene in Aleppo mit Nahrung und Kleidung.

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"Die Entscheidung, unsere Hilfsprogramme zu stoppen, ist uns extrem schwergefallen", erklärte Alia Al-Dalli, Direktorin der SOS-Kinderdörfer im Nahen Osten. "Immerhin können wir die Menschen in der Stadt weiterhin mit frischem Wasser versorgen." Die SOS-Teams sollten ihre Arbeit fortsetzen, sobald es die Situation zulasse.

Laut einem Mitarbeiter der Hilfsorganisation, der trotz der gefährlichen Umstände in Aleppo geblieben ist, ist die Sicherheitslage dort extrem schlecht: "Viele Hilfsorganisationen haben bereits ihre Mitarbeiter evakuiert."

brk/dpa



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