Russland im Syrienkrieg Kurze Feuerpause für Aleppo angekündigt

Seit Wochen bombardieren russische und syrische Streitkräfte Aleppo - trotz massiver Kritik. Am Donnerstag soll das Feuer nun für einige Stunden eingestellt werden.

Zerstörtes Haus in Aleppo
REUTERS

Zerstörtes Haus in Aleppo


Syrien und Russland planen offenbar eine Feuerpause für Aleppo. Die Angriffe auf die syrische Stadt würden am Donnerstag zwischen 8 und 16 Uhr eingestellt, kündigte Russlands Verteidigungsminister Sergej Rudskoy an. Zivilisten und Rebellen könnten die Stadt in dieser Zeit verlassen.

Es handele sich um eine "humanitäre Pause", sagte Rudskoy weiter. Die Aufständischen könnten den Osten der Stadt über zwei Korridore verlassen, berichtete die Agentur Interfax unter Berufung auf Armeekreise. Die Rebellen seien aufgerufen, die entsprechenden Verbindungen, die zu den Routen führten, von Minen zu räumen.

Die russischen und syrischen Streitkräfte bombardieren seit Wochen die Rebellen in Aleppo. Vor allem der Westen wirft den Regierungen in Moskau und Damaskus vor, dabei auch viele zivile Opfer in Kauf zu nehmen. Die Gegenseite weist dies zurück. Am Montag wurden nach Angaben von Helfern und der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mehr als zwölf Zivilisten bei Luftangriffen getötet.

Bei einem Treffen in Luxemburg riefen die EU-Außenminister Russland und Syrien erneut zu einem Stopp der Bombardierungen auf. Man habe "einen starken Aufruf" an Russland und Syrien gerichtet, die Bombardierungen auf Aleppo einzustellen, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Die EU fordert Moskau demnach auch dazu auf, die Verhandlungen über eine friedliche Lösung des Konflikts fortzusetzen.

Die EU-Außenminister konnten sich allerdings nicht auf eine gemeinsame Position zu möglichen Sanktionen gegen Russland einigen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte zufrieden mit dem Ausgang der Debatte. Er bezeichnete die wieder aufgenommen Syrien-Gespräche als einzigen erfolgversprechenden Weg. Am Ende einer emotionale und kontroversen Debatte habe sich die Position durchgesetzt, die sich am stärksten an dem Bedürfnis der Menschen in Aleppo orientiere, sagte er.

brk/AP/Reuters

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