Nach Referendum Schottlands Erster Minister Salmond kündigt Rückzug an

Schottlands Erster Minister Alex Salmond hat seinen Rückzug als Regierungschef angekündigt. Nach dem verlorenen Referendum zur Unabhängigkeit wolle er auch nicht mehr für den Parteivorsitz der SNP kandidieren.

Schottlands Ministerpräsident Salmond: "Der Traum wird niemals sterben"
AP

Schottlands Ministerpräsident Salmond: "Der Traum wird niemals sterben"


Edinburgh - Schottlands Ministerpräsident Alex Salmond hat nach dem verlorenen Referendum zur Unabhängigkeit seinen Rücktritt als Regierungschef und Parteivorsitzender der SNP angekündigt. Er werde auf dem Parteitag in Perth nicht mehr kandidieren, sagte der Ministerpräsident, der in Schottland offiziell Erster Minister heißt, am Freitag.

"Für mich geht die Zeit als Anführer zu Ende", sagte Salmond, der seit 2007 an der Spitze der Regionalregierung stand und als prominentester Verfechter der Loslösung von Großbritannien gilt: "Aber für Schottland geht die Kampagne weiter. Der Traum wird niemals sterben."

Der neue Parteichef, der auf dem Parteitag Mitte November gewählt werden soll, werde die SNP auch in den Wahlkampf für das neue Regionalparlament im Frühjahr 2016 führen, sagte Salmond: "Wir haben eine aufregende Situation, die eine neue Führung erfordert."

Die Schotten hatten am Donnerstag über die Unabhängigkeit von Großbritannien abgestimmt. In den vergangenen zwei Wochen hatte es so ausgesehen, als könnten sich die Befürworter durchsetzen. Doch am Ende stimmten 55 Prozent der Wahlberechtigten gegen die Abspaltung.

bka/otr/dpa



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insgesamt 20 Beiträge
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heinz.murken 19.09.2014
1. hoffentlich
wird nicht seine Stellvertreterin seine Nachfolgerin. das Interview heute früh auf BBC Scotland läßt den gleichen fanatischen Irrsinn wie bei Salmond vermute. Ich bleibe bei meiner Meinung, daß nach Niederlagen wie der heutigen nicht nur ein Rücktritt sondern auch Neuwahlen zum politischen Stil gehören sollten. In dem Sinn Respekt vor Mr Salmond.
sponsep2012 19.09.2014
2. Schottland ist gestärkt,
erhält mehr Autonomie und Mitsprache in London. Das müsste Salmond eigentlich zufriedenstellen.
derpolokolop 19.09.2014
3. Abgeschlossene Sache.
Es wäre ein riesen Überaschung sollte jemand anderes als Nicola Sturgeon sein Nachfolger heißen. Respekt ja, aber andere würden sagen er hat sein Land so tief gespalten wie kein andere die letzten 300 Jahren.
postatspiegel 19.09.2014
4. Wie unfair
Wenn man eine landesweite Abstimmung verliert, sollte man das Ergebnis zumindest unkommentiert lassen. Diese uneinsichtigen Sprüche von wegen "Der Traum wird niemals sterben." sind zutiefst undemokratisch. Das Land braucht keinen schwelenden Konflikt, sondern die Einsicht, dass, wenn nur eine kleine Mehrheit gewinnt, das Volk tief gespalten ist. Ginge es Herrn Salmond wirklich um nationale Geschlossenheit, würde er nicht versuchen, den jetzt anstehenden Heilungsprozess der Schotten mit solchen Bemerkungen zu vergiften.
western_skies 19.09.2014
5. Recht so.
Der Separatist hat in der Politik nichts mehr verloren. Jetzt ist ein Politiker gefragt, der eint und nicht spaltet.
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