Alexandria Ocasio-Cortez Lokalpolitiker beleidigt demokratische US-Abgeordnete als "Tussi"

Erst nannte er sie "Tussi", dann entschuldigte er sich und löschte seinen Twitter-Account: Für einen US-Lokalpolitiker wurde seine Attacke auf die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez zum Bumerang.

Alexandria Ocasio-Cortez
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Das ging nach hinten los: Ein Lokalpolitiker aus dem US-Bundesstaat Texas hat die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez als "Tussi" beleidigt - und damit einen Proteststurm auf sich gezogen.

Scott Dunn, Stadtrat von Richardson, twitterte, die junge Latina sei eine "Tussi, die nichts zwischen den Ohren" habe. Er verfasste seine Nachricht als Reaktion auf die Kritik von Ocasio-Cortez an der Rede zur Lage der Nation von US-Präsident Donald Trump.

"The embarrassment is to have bimbos like you with nothing between your ear", heißt es im Originaltweet von Dunn. "Bimbo" wird in den USA häufig als abwertender Begriff für Frauen mit angeblich niedriger Intelligenz verwendet. Es entspricht damit dem deutschen "Dummchen", "Tussi" oder auch "Flittchen", hat dort aber keine rassistische Bedeutung.

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Dunn konnte sich nach dem "Tussi"- Eintrag vor Kritik kaum retten. Der Protest war so stark, dass Dunn eine Entschuldigung veröffentlichte. Anschließend löschte er seinen Twitter-Account.

"Die Wörter, die ich benutzt habe, waren beleidigend", schrieb der Lokalpolitiker. "Ich bin verantwortlich für meine eigenen Worte und Taten." Er entschuldige sich deshalb bei jedem, der seine Äußerung als beleidigend empfunden habe. Auch der Bürgermeister von Richardson meldete sich zu Wort und mahnte Höflichkeit an.

Alexandria Ocasio-Cortez gehört seit Kurzem dem US-Repräsentantenhaus an. Sie ist dort die jüngste Abgeordnete und ein Aushängeschild des linken Parteiflügels der Demokraten. Vor allem bei Republikanern und Trump-Fans hat sie sich schnell viele Feinde geschaffen, Trumps Haussender Fox News kritisierte sie bereits mehrfach als "bekloppt" oder "völlig unerfahren".

Die 29-Jährige ist als "AOC" selbst viel in sozialen Medien unterwegs. Sie veröffentlicht häufig mehrmals am Tag Botschaften auf Twitter oder lässt ihre Anhänger auf Instagram an ihren Erlebnissen als Kongressabgeordnete teilhaben. Mit 2,8 Millionen Followern bei Twitter hat sie bereits die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, überholt (2,2 Millionen Follower).

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C-Span

him/AFP



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