Russland Kremlkritiker Nawalny wieder zu 20 Tagen Arrest verurteilt

Gerade erst wurde Alexej Nawalny aus dem Gefängnis entlassen - da nahmen ihn Polizisten am Ausgang direkt wieder fest. Nun verurteilte eine Richterin den Putin-Kritiker erneut zu 20 Tagen Arrest.

Alexej Nawalny
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Alexej Nawalny


Unmittelbar nach seiner Haftentlassung ist der Kremlkritiker Alexej Nawalny zu weiteren 20 Tagen Arrest verurteilt worden. Er habe zur Teilnahme an nicht genehmigten Demonstrationen Anfang September in Russland aufgerufen und sich so strafbar gemacht, urteilte die Richterin in Moskau. Bei der Aktion seien auch zwei Polizisten verletzt und ein Streifenwagen beschädigt worden.

Nawalny war erst wenige Stunden zuvor nach 30 Tagen aus dem Arrest entlassen worden. Bereits am Ausgang des Gefängnisses nahmen Polizisten ihn wieder fest. Er verbrachte acht Stunden in Polizeigewahrsam, bevor er wieder vor Gericht stand und verurteilt wurde.

Nawalny gilt als vehementer Kritiker von Präsident Wladimir Putin. Vor Gericht erhob Nawalny schwere Vorwürfe gegen die russische Justiz: "Sie erfinden auf völlig schamlose Weise ein Verfahren." Ein enger Mitarbeiter Nawalnys, Leonid Wolkow, warf der russischen Regierung via Twitter vor, wegen ihrer "Niederlagen und Misserfolge der vergangenen Wochen" gegen den Oppositionspolitiker vorzugehen.

Rund tausend Demonstranten festgenommen

Der 42-jährige Blogger hatte im Internet zu Protesten am 9. September aufgerufen, die sich gegen eine umstrittene Rentenreform richteten. Tausende Menschen waren in zahlreichen Städten auf die Straße gegangen. Insgesamt wurden mehr als tausend Demonstranten festgenommen. Nawalny selbst war bei der Aktion nicht anwesend; er war zuvor wegen einer anderen Protestaktion verurteilt worden.

Das Verfahren sei politisch motiviert, sagte Nawalny, der mit seinem Team immer wieder über Korruptionsfälle in Russland berichtet. Man wolle ihn in seiner Arbeit behindern und ihn davon abhalten, wieder bei Wahlen als Kandidat anzutreten.

tin/dpa/AFP



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
ky3 25.09.2018
1.
Was bin ich froh nicht in Russland leben zu müssen. Was haben die für Angsthasen an der Regierung? Dort springen sie wie Menschen die Angst vor Mäusen haben, bei jeder kleinen Kritik gleich kreischend auf die Tische springen. Angst vor Demos, Angst vor singenden Mädchen-Bands, Angst vor Männern die sich küssen, Angst vor Abwehrraketen an der Grenze, was für ein verweichtlicher Safthaufen.
stefan.p1 25.09.2018
2. Nawalny verstößt bewußt gegen russische Gestze
weil er provozieren will. Putin ist nun mal der gewählte russische Präsident und damit muß der Mann leben, Was wenn ich gegen Merkel bin und gegen deutsches Gesetz verstoße -zB wie die Griechen mit einem Bild , Merkel mit Hitler Bart, durch die Gegend lauf? Ist in Griechenland oder England erlaubt. Hier gehe ich dafür ins Gefängniss.Kann ich nur sagen : Nawalny will die Öffentlichkeit und kriegt sie auch - also warum Mitleid oder Empörung wenn jemand das bekommt was er will?
uffta 25.09.2018
3. desaströse Zustände
Was ist das nur für ein Land, in dem man nicht ungestraft zu nicht genehmigten Demonstrationen aufrufen darf! Läppische zwei Polizisten, die verletzt wurden, und dafür 20 Tage Haft, als Ersttäter. Da kann man nur den Kopf schütteln über den "verweichlichten Safthaufen", wie es hier ein engagierter Forist schon treffend formulierte. Nein, ich gehe noch weiter, das sind Saft-Stapler!
PeaceNow 25.09.2018
4. @1
Sie äußern sich zu Dingen von denen Sie offenbar Null Ahnung haben. Angst? LOL Welche Angst? Navalny ist in Russland verhasst und gilt als Witzfigurt, Ultranationalist, Rechtsextremist, Neoliberaler, Marionette der EU und USA und hätte bei Wahlen wohl keine Chance auf mehr wie 1-2%. Selbes bzw. noch schlechter gilt auch für alle anderen in seiner Partei. Der einzige Grund warum er nich antreten darf ist er selbt, indem er immer wieder absichtlich Auflagen und Gesetze bricht und deshalb als Verbestrafter laut russichem Gesetz nicht kandidieren darf und immer wieder vor Gericht steht. Seine einzige Chance und Lebensgrundlage mangels Unterstützung in Russland ist daher fortgesetzte Provokation und Gesetzesbrüche, um seine westlichen Sponsoren bei Laune zu halten und damit der Westen jemanden hat den er als "Putin & Kremlkritiker" betiteln kann.
Heike Friedrich 25.09.2018
5. Vergleichen ie mal!
Zitat von ky3Was bin ich froh nicht in Russland leben zu müssen. Was haben die für Angsthasen an der Regierung? Dort springen sie wie Menschen die Angst vor Mäusen haben, bei jeder kleinen Kritik gleich kreischend auf die Tische springen. Angst vor Demos, Angst vor singenden Mädchen-Bands, Angst vor Männern die sich küssen, Angst vor Abwehrraketen an der Grenze, was für ein verweichtlicher Safthaufen.
Nur mal als Information! Lesen! Das gilt in Deutschland!!! §§ 26!!! Wer als Veranstalter oder Leiter 1. eine öffentliche Versammlung oder einen Aufzug trotz vollziehbaren Verbots durchführt oder trotz Auflösung oder Unterbrechung durch die Polizei fortsetzt oder 2. eine öffentliche Versammlung unter freiem Himmel oder einen Aufzug ohne Anmeldung (§ 14) durchführt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Also in Deutschland ist es ein Straftatbestand!!! In Russland nur eine Ordnungswidrigkeit! Also auf dem teppich bleiben!!
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