Überstandenes Misstrauensvotum Tsipras kann weiterregieren

Auch der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras stellte sich am Mittwochabend einer Vertrauensabstimmung im Parlament, auch er gewann sie knapp. Damit ist der Weg frei für die Unterzeichnung des Mazedonien-Abkommens.

Alexis Tsipras (im Vordergrund)
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Alexis Tsipras (im Vordergrund)


151 der insgesamt 300 Abgeordneten im griechischen Parlament stellten sich am Mittwoch hinter die Regierung von Premierminister Alexis Tsipras. Nun kann das Mazedonien-Abkommen, das den Jahrzehnte währenden Namensstreit beenden soll, unterzeichnet werden.

Tsipras hatte die Vertrauensfrage am Sonntag gestellt, nachdem Verteidigungsminister Panos Kammenos wegen des Mazedonien-Streits zurückgetreten und das Regierungsbündnis mit Tsipras aufgekündigt hatte. Er ist im Parlament auf die Abgeordneten der von Kammenos geführten nationalistischen Partei Unabhängige Griechen (Anel) angewiesen. Die oppositionelle Nea Dimokratia lehnt das von Tsipras ausgehandelte Abkommen mit Mazedonien ab.

Tsipras nannte das Ergebnis unmittelbar nach der Abstimmung "ein Vertrauensvotum für Stabilität". Schon im Juni vergangenen Jahres hatte er im Parlament ein Misstrauensvotum überstanden, auch damals war der Auslöser der Namensstreit mit Mazedonien gewesen.

Das mazedonische Parlament hatte vergangene Woche der Namensänderung des Landes in "Republik Nord-Mazedonien" zugestimmt. Das Parlament in Athen muss die Vereinbarung noch ratifizieren. Sie soll der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik den Weg in die Europäische Union und die Nato ebnen, den Griechenland bislang wegen des Namensstreits blockiert.

Der Namenstreit zwischen den Ländern hatte 1991 begonnen, als sich die frühere jugoslawische Teilrepublik Mazedonien (FYROM) für unabhängig erklärte und den Verfassungsnamen "Republik Mazedonien" gab.

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Die Bezeichnung "Mazedonien" beanspruchen jedoch viele Griechen, insbesondere unter Berufung auf historische Konflikte, für eine geografische Region, die weite Teile Nordgriechenlands umfasst. Athen hatte Mazedonien lange Zeit vorgeworfen, territoriale Ansprüche auf diese Region zu erheben. Mit der Umbenennung des Staates Mazedonien soll der Konflikt nun beigelegt werden.

pad/fek/Reuters



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
tom.kara 16.01.2019
1. Warum
Die Frage ist warum sollte sich ein Nachbarsstaat wie FYROM genau so nennen wollen, wie ein "Bundesland" in Griechenland, welches auch noch angrenzend ist??? Es ist ganz einfach; die Geschichtsbücher wurden auf Seiten der Slaven schon umgeschrieben und es wird ganz klar behauptet, dass Alexander der Große ein Slave war, wie auch das ganze griechische Königreich Makedonien, welches in Pella in der Nähe vom Olymp seine Geburt erfuhr. Ebenso und zu sehen auch in der Hauptstadt Skopje und dem Symbol der griechischen Makedonier auf deren Fahne, sind die Absichten klar zu erkennen! Als nächstes werden Gebietsansprüche von der mittlerweile türkisch/albanischen Mehrheit an Griechenland gestellt und der Premierminister Zipras fährt fort, mit dem Verkauf und Verrat seines Landes...keine Worte mehr für diese Politik!
Thomas Schröter 16.01.2019
2. Seit wann sind Albaner und Türken Slawen?
Zitat von tom.karaDie Frage ist warum sollte sich ein Nachbarsstaat wie FYROM genau so nennen wollen, wie ein "Bundesland" in Griechenland, welches auch noch angrenzend ist??? Es ist ganz einfach; die Geschichtsbücher wurden auf Seiten der Slaven schon umgeschrieben und es wird ganz klar behauptet, dass Alexander der Große ein Slave war, wie auch das ganze griechische Königreich Makedonien, welches in Pella in der Nähe vom Olymp seine Geburt erfuhr. Ebenso und zu sehen auch in der Hauptstadt Skopje und dem Symbol der griechischen Makedonier auf deren Fahne, sind die Absichten klar zu erkennen! Als nächstes werden Gebietsansprüche von der mittlerweile türkisch/albanischen Mehrheit an Griechenland gestellt und der Premierminister Zipras fährt fort, mit dem Verkauf und Verrat seines Landes...keine Worte mehr für diese Politik!
Alles sehr wirr was sie da behaupten: Also Alexander der Große soll Slawe gewesen sein und deshalb griechisch gesprochen und geschrieben haben und den Hellenismus verbreitet haben? Als Slawen wird die nach Bevölkerungszahl größte Gruppe von Ethnien in Europa bezeichnet, die seit dem 6. Jahrhundert vor allem das östliche Mitteleuropa, Osteuropa und Südosteuropa bewohnen. Zwischen Alexander dem Großen und dem Auftauchen der Slawen liegen also locker mal eben mehr als 800 Jahre. Aber was sind in der Evolution der höheren Lebenwesen schon 800 Jahre - ein Augenblinzeln. Und deshalb sollen die Albaner und Türken Gebietsansprüche stellen? Die Albaner sind auch keine Slawen sondern stammten eher von den Illyrern oder Dakern ab, die auch nicht dem altgriechischen Sprachkreis und schon garnicht dem Hellenismus angehörten. Von den Türken ganz zu schweigen. Wenn in Nordmakedonien so ein Unsinn verbreitet würde böte sich mit den neuen Verträgen die Möglichkeit das dauerhaft richtig zu stellen. Also ein Grund mehr sich zu einigen. Und für die Verteidigung der territorialen Integrität verfügt Griechenland über eine der größten westeuropäischen Armeen, die es im Zweifel auch mit denen der Turkei und Albanien aufnehmen könnte sofern an ihren Behauptungen auch nur ein Körnchen Wahrheit wäre. Sel bst die Bundeswehr könnte sich nicht mit der griechischen Armee messen. Die hohen griechischen Defizite kommen unter anderem aus diesem immensen Militärapparat.
Shismar 17.01.2019
3. Jaja.
Einbildung ist auch eine Bildung. Muss so ein rassistisch, nationalistischer Mist sein? Das zukünftige Mazedonien hieß schon als Teil Jugoslawiens Mazedonien ist nun einmal geographisch Mazedonien. Ansprüche an Gebiete anderer Staaten ergeben sich daraus natürlich nicht. Selbst wenn griechische Nationalisten davon träumen irgendwann die Zypern und die Türkei zu regreekisieren. Aber natürlich, die bösen Slaven ...
snof 17.01.2019
4. #1
Ein eindringliches Beispiel, das Nationalisten meistens Phobiker sind... die "Fahne" auf welche Sie sich beziehen, wurde schon seit Jahren geändert und Makedonien ist ein Gebiet, das von vielen Völkern bewohnt wurde und wird. Es ist immer wieder erschreckend festzustellen, dass auf dem Balkan nationale Mythen und "glorreiche" Vergangenheiten von den jeweils herrschenden Eliten zur Volksverdummung eingesetzt werden und zwar von allen Staaten ausnahmslos, anstatt Wirtschaft und politische Strukturen zu modernisieren. Aber zum Glück sind die Menschen mittlerweile weiter entwickelt, als es den Herrschenden oft genehm ist (siehe bspw. Proteste in Belgrad oder Regierung in der noch ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien und demnächst Nordmazedonien oder auch die Regierung unter Tsipras). Verkauft und verraten wurde GR übrigens durch eine korrupte Wirtschaftspolitik von seinen Regierungen lange Zeit bevor Tsipras an die Macht kam...
karlo1952 17.01.2019
5. Was soll denn ein Streit über Gebietsansprüche
in der heutigen Zeit noch bringen? Reichtum, Wirtschaftkraft in einer eh schon herabgekommenen Region. Da gilt doch eher die Regel "2 Kranke ergeben noch keinen Gesunden". Historisch dürfen wir hier gleich gar nicht argumentieren, denn dann stellennwir die halbe Welt auf den Kopf und wissen vor allem nicht wo anfangen. Geholfen wäre z. B. bereits wenn GB Nordirland an die Iren zurückgeben würden. Das würde den Brexit wesentlich erleichtern. Aber sagen sie das mal einem Engländer.
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