Griechenland Mehrheit von Premier Tsipras schrumpft wegen Namensstreit

Der Namensstreit zwischen Mazedonien und Griechenland ist eigentlich beigelegt - doch nun beschert er Griechenlands Premierminister Tsipras neue Probleme im Parlament. Seine Mehrheit wird knapper.

Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras
AFP

Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras


Eigentlich eine gute Nachricht: Nach einem Vierteljahrhundert erbittertem Streit ist der Namensdisput zwischen Griechenland und Mazedonien beigelegt worden. Das bedeutet, dass die Nato und die EU das ehemalige jugoslawische Land nun aufnehmen könnten.

Mazedonien soll fortan Nord-Mazedonien heißen und sich damit von der nordgriechischen Provinz und der hellenischen Antike unterscheiden. Dafür verhindert Griechenland die Annäherung an den Westen nicht weiter. Doch sowohl in Griechenland, als auch in (Nord-)Mazedonien stießen die Pläne der Regierungschefs auf Widerstand.

Abgeordneter könne Kompromiss nicht mittragen

Ein Abgeordneter des kleinen Koalitionspartners, der rechtspopulistischen Partei der Unabhängigen Griechen (Anel), erklärte sich aus Protest gegen den Kompromiss mit Skopje für unabhängig.

Die geografische Region Mazedonien
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Er könne nicht die Last dieses Kompromisses tragen, schrieb der Abgeordnete an den Parlamentspräsidenten. Bereits vergangene Woche war ein anderer Abgeordneter der Unabhängigen Griechen aus seiner Fraktion ausgetreten.

Griechenlands Premierminister Alexis Tsiprasmuss nun um seine ohnehin schon knappe Mehrheit im Parlament fürchten - sie hat eine weitere Stimme verloren. Die Links-Rechts-Koalition hat nun nur noch 152 Stimmen, von insgesamt 300 Abgeordneten.

höh/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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llych2001 26.06.2018
1. Lächerlich
Man glaubt nicht, dass wir uns im 21. Jahrhundert befinden (nach Christus wohlgemerkt) und immer noch eine Diskussion über den Namen historischer Regionen von vor 2300 Jahren führen. Das versteht kein Mensch mehr !
holy64 27.06.2018
2. Diese Nationalisten -
lieber Krieg als Friede. Es ist doch eigentlich wunderbar, dass nun eine Verständigung stattgefunden hat.
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