Allianz Venezuela-Iran: Chavez und Ahmadinedschad vereint im Widerstand gegen USA

Zwei Brüder im Geiste: Bei einem Treffen in Caracas haben Venezuelas Präsident Chavez und sein iranischer Kollege Ahmadinedschad ihre Zusammenarbeit beim Kampf gegen einen fallenden Ölpreis und die USA beschworen.

Caracas - Die USA-Gegner Hugo Chavez und Mahmud Ahmadinedschad haben sich ihrer gegenseitigen Unterstützung vergewissert: Bei einem Besuch des iranischen Präsidenten in Venezuela hat der venezolanische Präsident seinen iranischen Amtskollegenals "Kämpfer der gerechten Sache" bezeichnet. Der iranische Präsident sei ein "Bruder" und "Revolutionär". Ahmadinedschad sagte, Iran und Venezuela seien zwei wichtige Verbündete auf globalem Niveau. Die beiden Länder verbänden wichtige Projekte in der Industrie und beim Öl, zitierte ihn die iranische Nachrichtenagentur Irna. Diese Projekte würden fortgesetzt.

Ahmadinedschad ist bereits das zweite Mal innerhalb von fünf Monaten in Venezuela.

Die Präsidenten Chavez und Ahmadinedschad: "Allianz gegen das Imperium der USA"
AFP

Die Präsidenten Chavez und Ahmadinedschad: "Allianz gegen das Imperium der USA"

Nach dem Treffen sagte Chavez, die USA hätten den Einfluss des Öl-Kartells Opec untergraben, um den Ölpreis zu drücken. Gemeinsam mit Iran werde man jedoch "den Preis unseres wichtigsten Produkts schützen". Ahmadinedschad sprach von Ungerechtigkeit und Armut in den Entwicklungsländern. "Das ist alles das Werk der Supermacht", sagte mit Hinweis auf die USA.

Iran ist der viertgrößte Öl-Exporteur der Welt, Venezuela ist nach US-Angaben von Platz fünf auf acht gefallen. Beide Staaten sind Opec-Mitglieder.

Beim ersten Besuch Ahmadinedschads in Venezuela waren im vergangenen September 29 Kooperationsabkommen vor allem in den Sektoren Wirtschaft und Energie besiegelt worden. Geplant sind demnach die Gründung gemeinsamer Erdölgesellschaften, Zement-, Flugzeug-, Fahrrad-, Auto- und Schießpulver-Fabriken sowie eines bilateralen Fonds in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar.

Chavez hatte beim ersten Besuch des iranischen Präsidenten seine "uneingeschränkte Unterstützung" für die umstrittenen Atompläne Irans erklärt. Iran entwickle ein Nuklearenergieprojekt zu friedlichen Zwecken, hatte er betont. In einer gemeinsamen Erklärung verkündeten die Präsidenten damals außerdem die Stärkung ihrer "Allianz gegen das Imperium der USA" und forderten eine "Demokratisierung der Vereinten Nationen". Ahmadinedschad erklärte, sein Land und Venezuela hätten "gemeinsame Ziele und Interessen".

Auch bei anderen Anlässen hat Chavez den Holocaust-Leugner Ahmadinedschad demonstrativ unterstützt. Venezuela hatte sich im September 2005 als einziges Land in der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) einer Resolution widersetzt, die Iran der Verletzungen des Abkommens zur Nichtverbreitung von Atomwaffen bezichtigte. Zudem ist Venezuela ein scharfer Kritiker der israelischen Politik im Nahen Osten.

anr/dpa/Reuters/AFP

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