Auszeichnung Alternativer Nobelpreis für Korruptionsbekämpfer

Die Preisträger kommen aus Guatemala, Burkina Faso, Australien und Saudi-Arabien: Der Alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr an Kämpfer gegen Korruption, Totalitarismus und die Dürre in Afrika.

Iván Velásquez Gómez
REUTERS

Iván Velásquez Gómez


Der Right Livelihood Award, auch Alternativer Nobelpreis genannt, wird in diesem Jahr an Persönlichkeiten aus Guatemala, Burkina Faso, Australien und erstmals auch aus Saudi-Arabien vergeben.

"In einer Zeit alarmierender Umweltzerstörung und des Versagens politischer Führung zeigen unsere Preisträger einen Weg in eine andere Zukunft", erklärte Direktor Ole von Uexküll in Stockholm. Die bahnbrechende Arbeit der Preisträger gebe enorme Hoffnung und verdiene die höchste internationale Aufmerksamkeit, erklärte Uexküll.

Den undotierten Ehrenpreis erhalten die Juristen Thelma Aldana und Iván Velásquez, weil sie in Guatemala Machtmissbrauch aufdecken und Korruption verfolgen. Velásquez leitet die Internationale Kommission gegen Straflosigkeit der Vereinten Nationen (Cicig). Aldana war bis zum Frühjahr Generalstaatsanwältin in dem zentralamerikanischen Land und stieß zusammen mit Velásquez Ermittlungen gegen den inzwischen inhaftierten Präsidenten Otto Pérez Molina an.

Thelma Aldana
AP

Thelma Aldana

"Dieser Preis kommt zu einem besonders dramatischen Zeitpunkt im Kampf gegen Straflosigkeit und Korruption", erklärte Velásquez.

Guatemala verweigert ihm derzeit die Einreise, nachdem er Mitte August eine Aufhebung der Immunität von Präsident Jimmy Morales für ein Strafverfahren wegen illegaler Wahlkampffinanzierung gefordert hatte. Cicig bemängelte, dass die Herkunft von rund 600.000 Dollar für die Wahl von 2015 ungeklärt sei. Uexküll betonte, die von Aldana und Velásquez geleistete Arbeit sei einzigartig. "Wir fordern Präsident Jimmy Morales auf, diese guatemaltekische Erfolgsgeschichte nicht zu beenden."

Auszeichnung für "Waldmacher"

Die mit je rund 96.000 Euro dotierten Geldpreise gehen an den Bauern Yacouba Sawadogo aus Burkina Faso und den Australier Tony Rinaudo, die sich beide dafür einsetzen, dass dürres, unfruchtbares Land in Afrika landwirtschaftlich genutzt werden kann. Sawadogo sei bekannt als "der Mann, der die Wüste aufhielt", erklärte die Stiftung. Er habe Bauern in Afrika geholfen, ihr Land wieder fruchtbar zu machen - und damit den Frieden in der Sahelzone unterstützt.

Yacouba Sawadogo ist Preisträger 2018
DPA/ Right Livelihood Award

Yacouba Sawadogo ist Preisträger 2018

Auch der Agrarwissenschaftler Rinaudo gilt demnach als "Waldmacher", weil er eine Methode entwickelte, aus im Wüstensand verborgenen Wurzelsystemen Bäume heranzuziehen. So habe er nicht nur Wüstenbildung bekämpft, sondern auch Hunger und Verzweiflung.

Zum ersten Mal werden mit dem Preis zudem Menschenrechtskämpfer aus Saudi-Arabien ausgezeichnet: Abdullah al-Hamid, Mohammed Fahad al-Kahtani und Walid Abu al-Chair erhielten ihn, weil sie friedlich das autoritäre System ihres Landes heraus- und Menschenrechte einforderten. Sie würden sich für eine Gewaltenteilung und die Abschaffung männlicher Vormundschaft einsetzen, die den Frauen grundlegendste Rechte nehme. Alle drei säßen deshalb im Gefängnis.

Die Alternativen Nobelpreise werden seit 1980 an Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden vergeben. Die Auszeichnung wird durch Spenden finanziert.

als/dpa



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