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Altertümer: Israel soll Moscheen in Hebron und Betlehem wieder freigeben

Von Volkhard Windfuhr, Kairo

Ägypten bedrängt die Uno: Israel soll aufgefordert werden, zwei Moscheen in Hebron und Betlehem zurückzugeben. Die Regierung in Jerusalem hat sie als "jüdisches Kulturerbe" bereits für sich vereinnahmt.

Generalsekretär Hawass: "Schlag ins Gesicht der Unesco" Zur Großansicht
AFP

Generalsekretär Hawass: "Schlag ins Gesicht der Unesco"

Ägypten verlangt von den Vereinten Nationen, die von Israel vor wenigen Tagen angeordnete Registrierung der Abraham-Moschee in Hebron und der Bilal-Ibn-Rabbah-Moschee in Betlehem als "jüdisches Kulturerbe" nicht zu akzeptieren. Zahi Hawass, Generalsekretär der staatlichen ägyptischen Altertümerverwaltung, forderte die Arabische Liga und die Unesco dazu auf, die israelische "Politik der Schaffung vollendeter Tatsachen" offiziell abzulehnen und Jerusalem aufzufordern, die einseitig beschlossene Maßnahme rückgängig zu machen.

Hawass beruft sich auf die bis heute unverändert gültigen Uno-Resolutionen 242 und 338, nach deren Wortlaut das Westjordanland, das arabische Ostjerusalem und der Gaza-Streifen besetzte Gebiete sind, an deren Status die Besatzungsmacht keinerlei Veränderungen vornehmen darf - ganz gleich, welcher Art. Liga-Chef Amr Mussa wird aufgerufen, eine Eilsitzung einzuberufen, an der die Verantwortlichen für Altertümer und Kulturerbe in der arabischen Welt und Repräsentanten der arabischen Länder im Weltkulturrat die jüngsten Beschlüsse Jerusalems diskutieren sollen.

Hawass appellierte an die vor wenigen Wochen ernannte bulgarische Unesco-Direktorin Irena Bukova, Israel zur Annullierung seiner umstrittenen Entscheidungen zu bewegen, die "einen Schlag ins Gesicht der Unesco" darstellten und ihrem Wahlversprechen zuwiderliefen, den Dialog der Kulturen zu fördern.

Westliche Diplomaten in Kairo rechnen mit wachsenden Spannungen in den Beziehungen Israels mit seinen arabischen Friedensvertragspartnern Ägypten und Jordanien sowie einer Reihe arabischer Golfstaaten, die inoffizielle Kontakte zu Israel unterhalten.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. Destruktive israelische Politik
vk64 03.03.2010
Zitat von sysopÄgypten bedrängt die Uno: Israel soll aufgefordert werden, zwei Moscheen in Hebron und Betlehem zurückzugeben. Die Regierung in Jerusalem hat sie als "jüdisches Kulturerbe" bereits für sich vereinnahmt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,681361,00.html
Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen- bleibt zu hoffen, dass die UNO und die Partner Israels dieser destruktiven Politik Israels einen deutlichen Riegel vorschieben.
2. Zurückgeben...
mavoe 03.03.2010
Zitat von sysopÄgypten bedrängt die Uno: Israel soll aufgefordert werden, zwei Moscheen in Hebron und Betlehem zurückzugeben. Die Regierung in Jerusalem hat sie als "jüdisches Kulturerbe" bereits für sich vereinnahmt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,681361,00.html
zu welcher Kultur gehört eigentlich der Tempelberg in Jerusalem? Zur jüdischen oder zur islamischen? zu welcher Kultur gehört eigentlich das "Abrahamsgrab" in Hebron? Zur jüdischen oder zur islamischen? Oh Gott (!). lol Zum Glück bin ich nicht besonders religiös, daher erscheinen mir solche Gedankengänge ziemlich absurd. Mannomann, das wird nie was mit dem Frieden in Nahost, weil Religionen "an sich" ja kontraproduktiv zu friedlichem Miteinander zu sein scheinen. ;(
3. zwei Seiten
spiegel-hai 03.03.2010
Zitat von sysopÄgypten bedrängt die Uno: Israel soll aufgefordert werden, zwei Moscheen in Hebron und Betlehem zurückzugeben. Die Regierung in Jerusalem hat sie als "jüdisches Kulturerbe" bereits für sich vereinnahmt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,681361,00.html
hmmmm, vielleicht ist das eine der wenigen Möglichkeiten, deren Zerstörung zu verhindern. Es ist bestimmt besser, Sie stehen unter israelischem Schutz als sie stehen unter keinem Schutz. Daß es natürlich Hawass sein muß, der in lautes Geschrei ausbricht und nicht die Betroffenen selbst, spricht Bände - da muß wohl mal wieder einer seine Eitelkeiten genügend gewürdigt sehen.
4. Warum?
bfz 03.03.2010
Zitat von sysopÄgypten bedrängt die Uno: Israel soll aufgefordert werden, zwei Moscheen in Hebron und Betlehem zurückzugeben. Die Regierung in Jerusalem hat sie als "jüdisches Kulturerbe" bereits für sich vereinnahmt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,681361,00.html
Die Türkei wird aufgefordert Konstantinopel zurückzugeben. Ein weiterer Kommentar ist nicht notwendig.
5. Jüdische Erbe
no reason for a name 03.03.2010
Zitat von bfzDie Türkei wird aufgefordert Konstantinopel zurückzugeben. Ein weiterer Kommentar ist nicht notwendig.
weder Abraham noch Jerusalem tauchen im Koran auf. Die Forderung "Israel soll Moscheen in Hebron und Bethlehem wieder freigeben"- und das als Überschrift- finde ich nicht angebracht. Außerdem sind die beiden Moscheen, die an der Stelle der jüdischen Begräbnisstätte gebaut sind nicht "blockiert". Israel hat sie leidig auf die Liste gesetzt, um von dem Verfall zu schützen. Warum regt sich niemand auf, wenn in dem Nahost aus Kirchen Moscheen werde, was täglich passiert? Warum regt sich niemand auf, dass die Al-Aksa Mosche auf dem Tempelberg stellt, genau an der Stelle, wo der erste und der zweite große Jüdische Tempel stand?
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Die Streitpunkte zwischen Israelis und Palästinensern
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Grenzen
Palästinensische Politiker fordern, dass Israel sich aus den seit 1967 besetzten palästinensischen Gebieten zurückzieht. Das Westjordanland und Gaza sollen Staatsgebiet des unabhängigen Staates Palästina sein - mit der Hauptstadt Jerusalem.

Israel wäre wohl bereit, sich aus mehr als 90 Prozent des Westjordanlands zurückzuziehen und einen Kompromiss einzugehen: Israel behält die großen Siedlungsblöcke und entschädigt die Palästinenser dafür mit Land in der Wüste Negev, das an Gaza grenzt.
Rückkehrrecht der Flüchtlinge
Israel soll das Recht auf Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge anerkennen, so wie es die Resolution 194 der Vollversammlung der Vereinten Nationen beschreibt. Wie das Recht praktisch umgesetzt wird, soll in einem bilateralen Abkommen geregelt werden.

Israel will das Recht auf Rückkehr nur für die Gebiete eines zukünftigen Staates Palästina in die Praxis umsetzen. Es soll keine Rückkehr in israelisches Territorium geben.
Verbindung zwischen Gaza und dem Westjordanland
Die Palästinenser fordern einen Landweg zwischen den räumlich getrennten Territorien des Gaza-Streifens und des Westjordanlands, der vom Staat Palästina verwaltet und gesichert wird.

Israel will das Westjordanland und Gaza durch hohe Brücken oder Tunnel miteinander verbinden. Israel verwaltet und sichert den Verbindungsweg.
Jerusalem
Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt des zu gründenden palästinensischen Staates. Der gesamte Tempelberg würde dann vom Staat Palästina kontrolliert, nur die Klagemauer stünde weiterhin unter israelischer Hoheit.

Israel will die Mehrheit der palästinensischen Viertel Jerusalems vom Staat Palästina verwalten lassen, die jüdischen Enklaven in Ost-Jerusalem stehen unter israelischer Verwaltung. Beide Staaten kontrollieren den Tempelberg gemeinsam, möglicherweise mit internationaler Beteiligung.

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