Menschenrechtler Amnesty wirft Ägypten Folter durch Isolationshaft vor

Allein in einer Zelle, unter miserablen Umständen, teils auf unbestimmte Zeit: Laut einem Amnesty-Bericht kommt die Behandlung von politischen Gefangenen in Ägypten "nach internationalen Standards Folter gleich".


Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Ägypten vorgeworfen, Häftlinge aus politischen Gründen über lange Zeit in Isolationshaft festzuhalten. Menschenrechtsverteidiger, Journalisten und Oppositionelle seien "wochen- und monatelang in Einzelzellen eingesperrt, ohne jeglichen sozialen Kontakt", heißt es in einem am Montag veröffentlichten 56-Seiten-Bericht der Organisation. Er trägt den Titel: "Crushing humanity: the abuse of solitary confinement in Egypt's prisons".

In mindestens 14 ägyptischen Gefängnissen würden Inhaftierte auf unbestimmte Zeit in Isolationshaft festgehalten. Amnesty dokumentierte nach eigenen Angaben 36 Fälle, in denen Inhaftierte über einen langen Zeitraum oder sogar auf unbestimmte Zeit in Einzelhaft festgehalten worden seien.

Hunger, eine unzureichende medizinische Versorgung, Misshandlungen und Folter seien für die Betroffenen alltäglich, heißt es in dem Bericht. "Inhaftierte werden geschlagen und gedemütigt. Der Kontakt zu anderen Gefangenen ist ihnen untersagt und regelmäßige Familienbesuche werden ihnen verweigert", erklärte der Amnesty-Generalsekretär in Deutschland, Markus Beeko. "Isolationshaft in Ägypten steht für schwerste körperliche und psychische Misshandlungen." Sie komme "nach internationalen Standards Folter gleich". Die Methoden der Gefängniswärter führten laut Beeko bei einigen Betroffenen zu Depressionen, Panikattacken, Paranoia sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen.

Für den Bericht führte Amnesty zwischen März 2017 und April 2018 eigenen Angaben zufolge mehr als 90 Interviews mit Familienangehörigen von 27 Inhaftierten sowie mit neun ehemaligen Gefangenen.

aar/AFP



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mimoun74 07.05.2018
1. Deutsche Unterstützung
Und diese Militärdiktatur wird auch noch durch Deutschland wirtschaftlich und militärisch unterstützt. Andere Staaten werden schon für weniger sanktioniert und boykottiert. Ohne westliche und russische Hilfe könnte sich diese Diktatur nicht lange an der Macht halten. Damit macht sich Deutschland mitschuldig. Da sieht man wie weit her es ist mir den schönen westlichen Werten von Demokratie, Menschenrechten, Pressefreiheit... Nichts als leere Phrasen die nur vordergründig herhalten müssen gegen Staaten die nicht spuren wie Iran oder die Türkei.
jacktrevor 07.05.2018
2.
Und diese Militärdiktatur wird auch noch durch Deutschland wirtschaftlich und militärisch unterstützt. Andere Staaten werden schon für weniger sanktioniert und boykottiert. Ohne westliche und russische Hilfe könnte sich diese Diktatur nicht lange an der Macht halten. Damit macht sich Deutschland mitschuldig. Da sieht man wie weit her es ist mir den schönen westlichen Werten von Demokratie, Menschenrechten, Pressefreiheit... Nichts als leere Phrasen die nur vordergründig herhalten müssen gegen Staaten die nicht spuren wie Iran oder die Türkei. Das ist das Markenzeichen aller Islamischen Staaten. Man hat den Schah verdammt wegen seines brutalen Geheimdienstes. Die Nachfolger, Iatollhas, waren noch brutaler, gefolgt von der Iss, wahrscheinlich gesponsert vom Iran. So der Schah war im Grunde genommen das kleinere Uebel, wenigstens war er auf dem Wege freiheitliches Denken einzufuehren.. Es sieht so aus, als wenn der ganze asiatische Osten eine Mentalitaet besitz, die nicht mit dem Gutmenschen Denken des kleinen Deutschlandes uebereinstimmt. Vieleicht waeren Ihnen die Moslembrueder lieber gewesen, dann haetten Sie wahrscheinlich schon laengst einen Krieg mit Israel in dieser Gegend. Es sind viele Politische Baustellen auf dieser Welt verursacht durch den Kalten Krieg zwischen Russland und Amerika. Viele Diktatoren kamen dadurch an die Macht. Das ist auch der westlichen Politik zu verdanken, denn diese haben die gesponsort. Wuerden Sie jedes Land sanktionieren, das Folter anwendet haeten Sie keine funktionierende Weltwirtschaft mehr, das sind die harten Tatsachen.
lilioceris 07.05.2018
3. Ein Glück, dass
dieses Land absolut westlich orientiert ist. Andernfalls hätte man Sorge um die Menschenrechte haben müssen. So aber - ein treuer Freund Deutschlands und immer ein verlässlicher Abnehmer deutscher Waffenkunst.
lilioceris 07.05.2018
4. Der IS, gesponsert vom Iran ?
Zitat von jacktrevorUnd diese Militärdiktatur wird auch noch durch Deutschland wirtschaftlich und militärisch unterstützt. Andere Staaten werden schon für weniger sanktioniert und boykottiert. Ohne westliche und russische Hilfe könnte sich diese Diktatur nicht lange an der Macht halten. Damit macht sich Deutschland mitschuldig. Da sieht man wie weit her es ist mir den schönen westlichen Werten von Demokratie, Menschenrechten, Pressefreiheit... Nichts als leere Phrasen die nur vordergründig herhalten müssen gegen Staaten die nicht spuren wie Iran oder die Türkei. Das ist das Markenzeichen aller Islamischen Staaten. Man hat den Schah verdammt wegen seines brutalen Geheimdienstes. Die Nachfolger, Iatollhas, waren noch brutaler, gefolgt von der Iss, wahrscheinlich gesponsert vom Iran. So der Schah war im Grunde genommen das kleinere Uebel, wenigstens war er auf dem Wege freiheitliches Denken einzufuehren.. Es sieht so aus, als wenn der ganze asiatische Osten eine Mentalitaet besitz, die nicht mit dem Gutmenschen Denken des kleinen Deutschlandes uebereinstimmt. Vieleicht waeren Ihnen die Moslembrueder lieber gewesen, dann haetten Sie wahrscheinlich schon laengst einen Krieg mit Israel in dieser Gegend. Es sind viele Politische Baustellen auf dieser Welt verursacht durch den Kalten Krieg zwischen Russland und Amerika. Viele Diktatoren kamen dadurch an die Macht. Das ist auch der westlichen Politik zu verdanken, denn diese haben die gesponsort. Wuerden Sie jedes Land sanktionieren, das Folter anwendet haeten Sie keine funktionierende Weltwirtschaft mehr, das sind die harten Tatsachen.
Sie wollten wohl "Israel" schreiben. Ja, wenn man älter wird, sollte man sich nicht nur beim Autofahren besser konzentrieren. Falls Sie es vergessen haben: Die Iraner sind Schiiten, die IS-"Aktivisten" sind sunniten. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Und noch etwas: Die Leute, die Bombenanschläge allerorten verüben, sind Sunniten. Schiitische Bombenanschläge können Sie mit der Lupe suchen. Ich kenne jedenfalls keinen, sondern nur schiitische Opfer.
g.eliot 07.05.2018
5. Westliche Heuchelei
Nachdem ich hier bisher bestimmt nicht als Putin-Troll oder Amerika Hater aufgefallen bin, bringt mich dieser Artikel jedoch zum Grübeln, und ich kann mir nicht helfen, gewisse Vergleiche zu ziehen. Solitary Confinement ist eine gängige Praxis in US Gefängnissen. Aktuell sitzen 80.000 Menschen im Isolierhaft, manche seit Jahrzehnten. Volljährige Jugendliche werden aus dieser Praxis nicht ausgespart. https://www.vox.com/2015/6/11/8765977/solitary-confinement-cells-small Die Isolierzelle ist 7 qm groß, also kleiner als ein durchschnittliches Badezimmer. Gefangene wurden noch vor ein paar Jahren sogar in Metallkäfigen gehalten. Darüber finde ich keine aktuellen Infos. Der Bericht von Amnesty International von 2014 ist vernichtend: USA: Prisoners held in extreme solitary confinement in breach of international law https://www.amnesty.org/en/latest/news/2014/07/usa-prisoners-held-extreme-solitary-confinement-breach-international-law/ Hier ein Vergleich mit Norwegen. Mehr Kontrast geht nicht. Vom reichsten Land der Erde dürfte man allerdings etwas verlangen, was nicht derart menschenverachtend ist, sondern wenigstens ein Mittelmaß. http://nordic.businessinsider.com/photos-of-maximum-security-prisons-in-norway-and-the-us-reveal-the-extremes-of-prison-life-2017-2/ Im Rahmen der Programme der "Troubled Teen Industry" (u.a. Boot Camps) ist Einzelunterbringung üblich, verbunden mit Redeverbot und anderen widerlichen Methoden des Psychoterrors. So lange der Westen sich als Vorbild vor der ganzen Welt brillieren will, sollte man wirklich zuerst vor der eigenen Tür kehren. Dies im Verständnis dessen, dass ich keineswegs damit die ägyptischen Zustände bzw. Sisis Diktatur in Schutz nehmen will. Unter einem Präsidenten Trump, welcher mit Hilfe seines Justizministers die Gefängnisse wieder füllen will, ist eine Verbesserung der Verhältnisse kaum zu erwarten. Es ist kein Zufall, dass er den wegen seiner unmenschlichen Gefangenen-Behandlung berühmt-berüchtigten Sherif Arpaio begnadigte, der jetzt in Arizona sogar für den Senat kandidieren will.
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