Afrin Amnesty prangert Türkei für Verbrechen in Syrien an

Die türkische Regierung unter Erdogan unterstützt Rebellen im syrischen Afrin. Amnesty International beschuldigt diese, dort für Folter und Plünderungen an Zivilisten verantwortlich zu sein - und die Türkei schaue weg.

Afrin (Archiv)
REUTERS

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Die Türkei mischt seit Jahren im syrischen Bürgerkrieg mit - und ist nach Informationen von Amnesty International für schwere Menschenrechtsverletzungen in der besetzten syrischen Stadt Afrin verantwortlich.

Die Bewohner des kurdisch geprägten nordsyrischen Ortes litten unter wahllosen Festnahmen, dem Verschwindenlassen von Angehörigen, der Beschlagnahmung ihres Eigentums, Folter und Plünderungen, erklärte die Menschenrechtsorganisation.

Die Verbrechen würden von protürkischen Rebellen ausgeführt, mit denen die Türkei die Region an ihrer Grenze beim Einmarsch im Januar unter Kontrolle gebracht habe.

"Die Türkei ist die besetzende Macht in Afrin und damit für das Wohl der Zivilisten verantwortlich und dafür, Recht und Gesetz aufrechtzuerhalten", sagte Lynn Maalouf, die Recherchedirektorin von Amnesty im Nahen Osten.

Ankara ignoriere die Menschenrechtsverletzungen seiner Verbündeten, obwohl die Armee Bewohnern der Stadt zufolge vor Ort präsent sei. Teilweise hätten Rebellengruppen sogar Schulen besetzt und damit die Bildung von Tausenden Kindern gestört. Die Türkei müsse diese Verbrechen beenden.

Im Januar waren türkische Bodentruppen in der nordsyrischen Region Afrin einmarschiert, um die Kurdenmiliz YPG aus dem Gebiet zu vertreiben. Ankara stuft diese als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK ein. Bei ihren Recherchen stützt Amnesty International sich auf Interviews mit 32 ehemaligen oder jetzigen Bewohnern Afrins, die die Organisation von Mai bis Juli durchführte.

dop/dpa



insgesamt 16 Beiträge
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lynx999 02.08.2018
1. Syrien...
Syrien ist vom Krieg zerrüttet. So bitter es klingt: Für die Zivilbevölkerung haben ausländische Interventionen nur Verderben gebracht. Sei es Finanzierung von Extremisten, sog. Freiheitskämpfern, Waffenlieferungen oder gleich die Besetzung von Syrischem Staatsgebietes (Golan, türkisch besetzte „Schutzzonen“). Am sichersten leben Zivilisten noch immer in den von den Regierungstruppen gehaltenen Gebieten...
Idinger 02.08.2018
2. Wo leben
Sie denn? Assad kämpft doch gegen die eigene Zivilbevölkerung - warum sollte er das nicht wie bisher auch in den Gebieten tun, die seine Truppen halten.
three-horses 02.08.2018
3. In the end...
Das ich das noch erleben darf. Ein Forum zu Afrin. Auf Instagram gab es damals vielle verzwefelte Aufrufe, Kollagen, Bilder der Kurden. Der Eine davon zeigt drastisch die Verlogenheit der US, EU und auch von Germany. Die Merkel juckte es nicht mal. "In the end, we will remember not the words of our enemies, but the silence of our friends. "
snickerman 02.08.2018
4. Aha
Zitat von three-horsesDas ich das noch erleben darf. Ein Forum zu Afrin. Auf Instagram gab es damals vielle verzwefelte Aufrufe, Kollagen, Bilder der Kurden. Der Eine davon zeigt drastisch die Verlogenheit der US, EU und auch von Germany. Die Merkel juckte es nicht mal. "In the end, we will remember not the words of our enemies, but the silence of our friends. "
Und die EU ist in Syrien einmarschiert? Oder doch eher die Türkei unter Erdogan?
klmo 02.08.2018
5.
Zitat von three-horsesDas ich das noch erleben darf. Ein Forum zu Afrin. Auf Instagram gab es damals vielle verzwefelte Aufrufe, Kollagen, Bilder der Kurden. Der Eine davon zeigt drastisch die Verlogenheit der US, EU und auch von Germany. Die Merkel juckte es nicht mal. "In the end, we will remember not the words of our enemies, but the silence of our friends. "
Verlogenheit der USA? Wer ist denn zurzeit der einzige Sicherheitsgarant für die Kurden? Die Merkel mit Sicherheit nicht. Raten Sie mal, wo türkische Truppen heute wären, wenn die USA gegenüber der Türkei nicht klare Prioritäten gesetzt hätten. Die USA werden immer nur durch die Sch..... gezogen, wenn es um Konflikte geht. Ohne die Amerikaner wäre der IS noch voll präsent. Und was mit den Kurden ohne Amerikaner passiert wäre, kann man nur erahnen.
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