Uno-Konferenz Amnesty verlangt Verbot von Killerrobotern

Sollen Kriegsmaschinen, die eigenständig Ziele wählen und töten, verboten werden? Bei der Uno in Genf wird darüber diskutiert, Amnesty International fordert, die Konferenz müsse ein Verbot beschließen.

Kampfroboter "Piranha" auf einer Waffenmesse in der Ukraine
DPA

Kampfroboter "Piranha" auf einer Waffenmesse in der Ukraine


Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat zum Beginn einer Uno-Konferenz zu "tödlichen autonomen Waffen" ein komplettes Verbot solcher Systeme verlangt.

Es geht dabei um Waffen eines neuen Typs, etwa Roboter, Drohnen, oder unbemannte U-Boote. Sie entscheiden in einem Kampfeinsatz autonom, was ein legitimes Ziel ist und feuern. Umgangssprachlich werden sie Killerroboter genannt. Technisch sind sie bereits möglich.

Entscheidungen über Tod und Leben dürften nicht Maschinen überlassen werden, erklärte Amnesty. "Killerroboter sind nicht mehr Stoff nur von Science-Fiction", sagte Mitarbeiterin Rasha Abdul Rahim. Bei Drohnen und automatischen Gewehren, die ihre eigenen Ziele auswählen könnten, habe der technologische Fortschritt bereits das Völkerrecht überholt.

"Wir bewegen uns in eine Zukunft, in der Menschen aus den Entscheidungsprozessen beim Einsatz von Gewalt ausgelöscht sein könnten", sagte Rahim. Ein Kurswechsel sei aber noch nicht zu spät. Ein Verbot vollautomatischer Waffensysteme könnte Schreckensszenarien verhindern.

Ab Montag stehen bei der Uno-Verhandlungsrunde in Genf die Gefahren durch nicht mehr von Menschenhand gesteuerte Waffen im Mittelpunkt. An den Verhandlungen nehmen mehr als 75 Länder teil, darunter Deutschland.

Zahlreiche Staaten wollen Killerroboter verbieten. Länder, die solche Waffen entwickeln, wollen den technischen Fortschritt aber nicht behindern und streiten deshalb bislang etwa über eine klare Definition, um welche Waffensysteme es überhaupt genau gehen soll.

cht/dpa



insgesamt 37 Beiträge
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RioTokio 27.08.2018
1.
Das Verbot könnte insbesondere Deutschland helfen. Wir haben fast nichts dazu. Nicht mal eigene Drohnen moderner Bauart. Vielleicht sollte deshalb Deutschland vorangehen, wie bei dem Atomausstieg, den offenen Grenzen und der Klimapolitik. Das interessiert im Rest der Welt auch die nur Wenigsten..
Leser161 27.08.2018
2. Ja natürlich
Ich verstehe nicht was da diskutiert wird, man bedenke: Wenn in den USA nach jahrelangem Hin und Her ein verurteilter Gewaltverbrecher hingerichtet werden soll, regen sich alle auf. Konzerne weigern sich notwendige Gifte zu liefern etc. Wenn aber ein Automatismus sowas entscheiden darf, dann ist das offensichtlich nicht so offensichtlich das das nicht okay is? Man überlege sich, der Drohnenkrieg der USA basiert darauf das aufgrund von Datenauswertungen educated geguesst wird wer Terrorist ist. Der dann ohne Federlesens in die Luft gejagt wird. Wir müssen mal unsere Verhältnismässigkeiten auf die Reihe bekommen.
Anandamid 27.08.2018
3. China haette auf diesem Gebiet
...so einiges anzubieten. Deutschland eventuell auch. Kassenschlager zeichnen sich ab. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass Stellvertreter-Kriege demnächst von denen geführt werden...
The Restless 27.08.2018
4. Ein Aufhalten wohl nicht möglich
Die Grenzen sind ohnehin fließend: Waffen sind längst in der Lage, Ziele automatisch zu erfassen. Die letzte Entscheidung für den Schuss soll dann ein Mensch treffen müssen (von irgendeinem Bildschirm aus, vielleicht aus tausenden Kilometern Entfernung). Um jedoch schneller zu sein als ein ähnlich gut gerüsteter Gegner, muss diese Entscheidung in immer kürzeren Zeitabständen fallen. Letztlich gibt es keine Reflexion mehr, der Knopf wird sofort gedrückt, es macht eigentlich keinen Unterschied mehr, ob das noch ein Mensch oder schon die Maschine tut. Schreckensszenarien gibt es viele: Hacker, die die Maschinen umfunktionieren, ist nur ein Beispiel. Der Fortschritt wird sich durch Gesetze kaum aufhalten lassen, denn wie soll auch kontrolliert werden, ob die Armee irgendwo ein Software-Update in der Schublade hat, das eine herkömmliche 'Smart-weapon' innerhalb von Sekunden in eine autonom handelnde Killermaschine verwandelt.
temp1 27.08.2018
5. Sinnlos
Was einen Vorteil verspricht, wird -insbesondere für die militärische Auseinandersetzung- immer eingesetzt, wenn der Vorteil den Nachteil überwiegt. Moral spielt nur so lange eine Rolle, wie ihr Ignorieren negative Folgen zu haben droht. Bei einem Verbot solcher Waffen, werden sich naturgemäß eher Regime mit wenig öffentlicher Kontrolle (Diktaturen etc.) derer bedienen - egal ob geächtet oder nicht.
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