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Kurden im Nordirak: Amnesty wirft Peschmerga-Kämpfern Vertreibungen vor

Eine arabische Familie auf der Flucht vor dem IS wird an einem kurdischen Checkpoint nahe Sindschar im Nordirak abgewiesen (November 2015) Zur Großansicht
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Eine arabische Familie auf der Flucht vor dem IS wird an einem kurdischen Checkpoint nahe Sindschar im Nordirak abgewiesen (November 2015)

Begehen Deutschlands Verbündete im Nordirak Kriegsverbrechen? Amnesty International erhebt schwere Vorwürfe gegen die kurdischen Peschmerga-Einheiten. Sie sollen Tausende Häuser von Zivilisten zerstört haben.

Die Kurden kämpfen im Norden des Irak gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) - und gehen dabei offenbar äußerst brutal vor. Kurdische Verbände haben nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International Tausende Häuser arabischer Iraker zerstört.

Die Truppen der Regionalregierung von Kurdistan und kurdische Milizen haben die Gebäude laut Amnesty "mit Planierraupen zerstört, in die Luft gesprengt oder angezündet". Damit hätten die kurdischen Verbände die angebliche Unterstützung der Bewohner für den IS sanktionieren wollen, heißt es in einem Amnesty-Bericht.

Laut Amnesty-Krisenberaterin Donatella Rovera handelt es sich dabei um systematische Angriffe der Kurden gegen andere Ethnien. Die Truppen würden mit einer "mutwillige Kampagne" versuchen, die arabische Bevölkerung zu vertreiben, so Rovera. Sie äußerte den Verdacht, es könne sich um Kriegsverbrechen handeln.

Deutschland weitet Unterstützung für Peschmerga aus

Neben der massenhaften Zerstörung von Häusern sollen geflohene arabische Zivilisten auch an der Rückkehr in ihre Heimatorte gehindert worden sein. Bereits im Oktober hatte ein Bericht der Menschenrechtsorganisation den kurdischen Kämpfern in Syrien ähnliche Gräueltaten vorgeworfen. Die kurdische Führung versucht offenbar, ihren Einflussbereich im Nordirak zu vergrößern. Dem hat die Zentralregierung in Bagdad bislang wenig entgegenzusetzen.

Die Bundesregierung setzt im Kampf gegen den IS auf eine Unterstützung der Peschmerga. Etwas mehr als hundert deutsche Soldaten bilden derzeit im nordirakischen Erbil kurdische Kämpfer aus, neben den Peschmerga auch Jesiden und Kakai. Anfang Januar hatte die Bundesregierung beschlossen, den deutschen Beitrag im Nordirak zu erhöhen und weitere militärische Ausbilder zu entsenden.

cht/AFP

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insgesamt 58 Beiträge
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1. Bundeswehr unterstützt Kriegsverbrecher?
überallzuhause 20.01.2016
Absolut jede Partei begeht dort Kriegsverbrechen. leider ist dies in asymmetrischen kriegen kaum anders möglich. Will man sauber bleiben, so sollte man sich komplett raus halten.
2. Mehr Waffen?
surffreak2000 20.01.2016
Es gibt so viele Beispiele dass es am besten wäre sich einfach ganz rauszuhalten! Waffen zu liefern ist immer kontraproduktiv !
3. Tja die Realität...
tomxxx 20.01.2016
Sag bloss... jetzt haben wir immer so nette Talkrunden über Religion gehabt und jetzt kommt doch irgendwie mal hoch, dass der Syrienkonflikt im Kern ein multi-ethnischer Konflikt ist (der mehr ein Nordirland-Konflikt mit vielen Parteien ist) als eine theologische Auslegung des Korans... ach ne... lieber nicht, dass würde ja jetzt das Idealbild einer multi-kuturellen Gesellschaft stören und ist damit eine hetzerische rechte Betrachtungsweise! Es ist doch viel schöner die Welt in gut und böse einzuteilen, Hauptsache man weiss selbst immer wer der Böse ist (der andere halt). Aber zum Glück kann es ja bei uns keinen Bürgerkrieg geben... (die Begründung hierfür ist mir gerade nur entfallen)
4. Herrschen, Unterwerfen oder Untergehen
geando 20.01.2016
Es gibt dort unten einfach keinen, auf den man sich verlassen kann, oder dem man vertrauen kann. Wer heute als "Verbündeter" Waffen oder Ausbildungsleistungen erhält, kann Morgen schon Dein nächster Feind sein. Ich wundere mich überhaupt nicht darüber, das die Peschmerga nach Vertreibung des IS an einem Kurdenstaat basteln. Auch über eine militärische Unterstützung der Peschmerga für die Kurden in der Türkei würde ich mich nicht wundern. Die Menschen in der arabischen Welt sind durch ihre Kulturen zutiefst autoritär geprägt. Herrschen, Unterwerfen oder Untergehen- das sind die Denkmuster im arabischen Raum.
5.
wecan 20.01.2016
Wir müssen uns raushalten aus den Konflikten der Welt. Keine Waffen in die Welt liefern und uns bestmöglich gegen ungeregelte Migrantenströme abschotten. Weder können wir die Welt befrieden, noch können wir die Probleme der Welt lösen, indem wir unsere Grenzen für grundsätzlich jeden offen halten. Die komplexen Konflikte in anderen Weltregionen (begründet in religiösem Wahn, ethnischen Hass und der Bevölkerungsexplosion) gehen uns rein gar nichts an. Was muss noch alles passieren, bis die größenwahnsinnige deutsche Regierung erkennt, dass wir dabei sind uns selbst zu destabilisieren? Finanzielle Unterstützung der humanitäre Hilfe vor Ort in unmittelbarer Nähe der Krisenregionen ist angesagt. Ansonsten raushalten und dicht machen.
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