US-Demokraten Senatorin Klobuchar will gegen Trump antreten

"Ich habe Schneid": Die demokratische US-Senatorin Amy Klobuchar ist ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur eingestiegen. Sie könnte vor allem im wichtigen Mittleren Westen punkten.

Amy Klobuchar
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Amy Klobuchar


Bei der Präsidentenwahl in den USA im kommenden Jahr wollen immer mehr Demokraten gegen den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump antreten. Die Senatorin Amy Klobuchar erklärte am Sonntag in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota offiziell ihre Bewerbung um die Kandidatur der Demokraten.

"Es ist an der Zeit, dass wir uns unsere Demokratie zurückholen", sagte sie am Sonntag in dichtem Schneetreiben und bei fast minus zehn Grad Celsius vor jubelnden Anhängern. Die 58-Jährige kündigte unter anderem an, im Falle ihres Wahlsieges einen Schwerpunkt auf den Klimaschutz zu legen. "Am ersten Tag werden wir dem internationalen Klimaschutzabkommen wieder beitreten."

Trump hatte die USA - einen der größten Verursacher von Treibhausgasen weltweit - im Jahr 2017 aus dem internationalen Pariser Klimaschutzabkommen zurückgezogen. Klobuchar kündigte mit Blick auf Trumps Regierungsstil an, bei ihr werde es keine "Außenpolitik per Tweet" geben.

Klobuchar präsentierte sich als bodenständige Vertreterin des Volkes. Sie verfüge weder über eine "politische Maschinerie" noch über viel Geld, sagte sie. "Aber, was ich habe, ist dies: Ich habe Schneid. Ich habe Familie. Ich habe Freunde. Ich habe Nachbarn. Ich habe euch alle."

Klobuchar war im November in Minnesota mit großer Mehrheit für eine dritte Amtszeit als Senatorin gewählt worden. Sie gehört dem moderaten Parteiflügel an. Aufgrund ihrer Herkunft und Popularität im Mittleren Westen wird ihr ein starkes Abschneiden in den ehemals demokratisch dominierten Schlüsselstaaten Wisconsin, Michigan und Pennsylvania zugetraut. Dort hatte bei der Wahl 2016 Trump dominiert.

Mit Klobuchar haben bislang zehn Demokraten angekündigt, dass sie gegen Trump kandidieren wollen. Die Hälfte davon sind Frauen: Die Senatorinnen Kamala Harris und Kirsten Gillibrand sowie die Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard sind Anwärterinnen. Am Samstag hatte die prominente Senatorin Elizabeth Warren erklärt, sie wolle für die Demokraten gegen Trump in die Präsidentschaftswahl 2020 ziehen.

Als weitere mögliche Bewerber werden Ex-Vizepräsident Joe Biden sowie der unabhängige Senator Bernie Sanders gehandelt. Die parteiinternen Vorwahlen beginnen Anfang 2020 in Iowa. Bei den Republikanern hat bislang nur Trump erklärt, dass er 2020 wieder antreten wird.

aar/dpa/AFP

insgesamt 3 Beiträge
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snafu-d 11.02.2019
1.
Ein gutes hat diese Kandidaten-Inflation: damit sind die Demokratten gut ausgelastet.
checkitoutple 11.02.2019
2. Demokratie in den USA waere ja mal was gutes
Nach mehr als 100 Jahren Demoratie Abstinenz. Ob sie das schaffeb kann traue das weder der Demokratischen noch der Republikanischen Partei zu. Aktuell wir die USA ja eher von Wirtschaftsbossen regiert.
Geopolitik 11.02.2019
3. Mehrheitsfähig
Mit Klobuchar haben die Demokraten nun jemanden im Rennen der Trump gefährlich werden kann. Ihre Historie, Herkunft und Ansichten sollten es ihr erlauben die sogenannten Reagan-Democrats von Trump zurückzuholen und diesen auf seine wirkliche ‘Base’ zurückzuführen, welche weit unter seinem Wahlergebnis gegen die unbeliebte Hillary Clinton lag. Eine wichtige Entscheidung für die Demokraten: weiter mit der Agenda alle Minoritäten und die politisch Korrekten auch gegen den politischen Mainstream zu vereinigen, oder eben ein faires Angebot an alle, inklusive der abgeschmierten (weißen) Mittelschicht.
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