Anfrage bei Benedikt Ahmadinedschad bittet um Audienz beim Papst

Der muslimische Eiferer möchte den katholischen Oberhirten treffen: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat um eine Audienz bei Papst Benedikt XVI. gebeten.


Rom/Washington - Seinen Außenminister Manutschehr Mottaki hat Papst Benedikt XVI. bereits empfangen, nun möchte auch Mahmud Ahmadinedschad eine Privataudienz beim Oberhaupt der katholischen Kirche: Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Diplomatenkreise berichtet, hat der iranische Präsident um ein entsprechendes Treffen am Rande des Uno-Gipfels kommende Woche in Rom gebeten.

Der Vatikan hat den iranischen Staatschef in der Vergangenheit wegen seiner Aussage kritisiert, Israel sollte von der Landkarte ausradiert werden. Zugleich setzte sich der Papst aber für einen Dialog mit Iran ein, um den Streit um das umstrittene Atomprogramm des Landes mit dem Westen auszuräumen.

Anfang der Woche hatte der Vatikan mitgeteilt, es sei noch ungewiss, ob der Papst während des Uno-Gipfels Staats- oder Regierungschefs zu Privataudienzen oder zu einem gemeinsamen Treffen empfangen werde.

Im Streit um das iranische Atomprogramm erwarten die USA nach der jüngsten Kritik der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) erwarten weitere diplomatische Schritte gegen Teheran. Der IAEA-Bericht sei "beunruhigend", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, am Dienstag in Washington. Iran halte "vorsätzlich Informationen" über seine Atom-Aktivitäten zurück.

Teheran müsse vor allem die Beteiligung der Militärs an dem Programm sowie die Uranproduktion erklären. "Wir werden sehen, welche nächsten diplomatischen Schritte daraus folgen werden", sagte der Sprecher.

Die Atomenergiebehörde hatte mangelnde Informationen Irans über seine Atomaktivitäten kritisiert. Teheran müsse der Uno-Behörde noch einige "substanzielle Erläuterungen" zu möglichen Atomwaffenstudien geben. Die noch ungeklärte Umwandlung von Uran, die Tests von hochexplosivem Sprengstoff sowie Entwicklungsstudien eines besonderen Raketensprengkopfs seien Anlass für große Besorgnis, hieß es.

phw/Reuters/dpa



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