Angeblicher Gülen-Anhänger Türkei nimmt Mitarbeiter des US-Generalkonsulats fest

Die US-Regierung zeigt sich "zutiefst beunruhigt": In der Türkei ist ein Mitarbeiter des amerikanischen Generalkonsulats festgenommen worden. Ihm wird Kontakt zum islamischen Prediger Gülen vorgeworfen.

Fethullah Gülen
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Fethullah Gülen


Türkische Behörden haben in Istanbul einen Mitarbeiter des US-Generalkonsulats in Arrest genommen. Der Mann wird verdächtigt, mit der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen in Kontakt zu stehen. Ihm wird deshalb nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu auch Spionage vorgeworfen. Der Mann habe zudem versucht, die türkische Regierung zu stürzen.

Die Organisation Gülens wird in der Türkei für den gescheiterten Militärputsch von Juli 2016 verantwortlich gemacht. Seitdem wurden Zehntausende mutmaßliche Anhänger des Predigers inhaftiert. Gülen lebt in den USA im Exil. Washington hat sich bislang geweigert, ihn an die Türkei auszuliefern.

Die US-Botschaft in der Türkei äußerte sich "zutiefst beunruhigt" über die Festnahme. Die Anschuldigungen seien haltlos. "Anonyme Vorwürfe" würden die Beziehungen zwischen Washington und Ankara belasten.

als/AP/Reuters



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flaviussilva 05.10.2017
1. Jetzt isses passiert,
der Cäsarenwahn hat Ihn endgültig übermannt, glaubt er allen Ernstes er wäre stark genug sich mit den USA anlegen zu können.
nett54 05.10.2017
2. Bin jetzt auch Gülen Anhänger
Einfach weil mir diese Menschen wesentlich sympathischer erscheinen als die Anhänger Erdogans.
KingTut 05.10.2017
3. Putsch
Schön, dass es diesen so genannten Putsch (war‘s wirklich einer?) gab, wie Herr Erdogan ja selbst öffentlich kundtat, als er ihn als ein Geschenk Gottes bezeichnete. Was die neuerlichen Provokationen betrifft, so finde ich es seltsam, dass Erdogan sich bei Putin so etwas nicht traut. Also muss doch mit unserer Politik der Türkei gegenüber etwas sehr im Argen sein, dass der Sultan und seine Marionetten sich erdreisten, unbescholtene Menschen willkürlich als Terroristen / Putschisten abzustempeln und ohne Anklage über Jahre zu inhaftieren. Auch unsere Kanzlerin ist ja in seinen Augen eine Terrorhelferin, die solche Entgleisungen leider devot über sich ergehen lässt. Und genau da liegt das Problem: würden EU und die USA genauso knallhart wie Putin auf die Provokationen von E. reagieren, dann gingen dort binnen kürzester Zeit die Lichter aus und der Sultan käme angekrochen wie einst bei Putin. Solange man aber im Sinne von Daladier und Chamberlain Politik macht, wird dieses Spiel weitergehen und die Dreistigkeit jedes Mal zunehmen. Selbst Russland erlaubt sich trotz der verhängten Sanktionen nicht, mit dem Westen derart entwürdigend umzuspringen.
shine31 05.10.2017
4. Noch eine Geisel?
Nimmt sich Erdoğan nun auch gegen die USA eine weitere Geisel, die er gegen Gülen ausstauschen will? Einen katholischen Priester (!) hat er ja bereits wegen "Verbindungen zum islamistischen Terror" (Gülen) festnehmen lassen.
shekina_niko 05.10.2017
5. Geiselhaft
Offenbar reicht die eine Geisel, der US-amerikanische Pastor, nicht aus, um Gülen rauszupressen. Der Despot vom Bosporus sammelt nun...
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