Washington - Die US-Militärstaatsanwaltschaft will den mutmaßlichen WikiLeaks-Informanten Bradley Manning vor ein Kriegsgericht stellen. Nach einer Anhörung im Dezember zur Überprüfung der Beweislage empfahl das Militärgericht auf dem Stützpunkt Fort Meade bei Washington am Donnerstag, alle 22 Anklagepunkte gegen den 24-jährigen Obergefreiten aufrechtzuerhalten.
Untersuchungsrichter Paul Almanza sei zu der "begründeten Annahme" gekommen, dass der Angeklagte die ihm vorgeworfenen Straftaten begangen haben könnte. Ob es tatsächlich zu einem Prozess vor einem Militärgericht kommt, muss jedoch noch von einer höheren Instanz entschieden werden.
Die Verteidigung hatte Ende Dezember zur Milde für ihren Mandanten aufgerufen. Die Anklage sprach dagegen in ihrem Schlussplädoyer von erdrückenden Beweisen dafür, dass Manning "konstant, bewusst und methodisch" interne Dokumente aus Computern gezogen habe, um sie dann WikiLeaks zuzuspielen.
So soll Manning als geheim eingestufte Daten der US-Regierung gestohlen und an die Enthüllungsplattform weitergeleitet haben. WikiLeaks hatte die Unterlagen massenhaft ins Internet gestellt. Wird Manning schuldig gesprochen, droht ihm lebenslange Haft.
Manning war im Mai 2010 im Irak festgenommen worden. Unter anderem soll er ein vom US-Militär im Irak aufgenommenes Video des Angriffs einer US-Hubschrauberbesatzung auf Zivilisten in Bagdad vom Juli 2007, bei dem elf unbewaffnete Männer getötet wurden, an Wikileaks geschickt haben. Außerdem geht es um etwa 260.000 vertrauliche Depeschen des US-Außenministeriums, mit deren Veröffentlichung Wikileaks im Juli 2010 für Wirbel sorgte.
lgr/dpa/dapd/AFP
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