G20-Treffen mit Premier Morrison Merkels Spickzettel sorgt für Lacher

Scott wer? Australiens Premier Morrison ist erst seit Kurzem im Amt. Angela Merkel las bei ihrem ersten Treffen mit dem Konservativen noch schnell ein Infoblatt - down under reagiert man amüsiert.

Scott Morrison und Angela Merkel beim G20-Gipfel in Buenos Aires
LUKAS COCH/EPA-EFE/REX

Scott Morrison und Angela Merkel beim G20-Gipfel in Buenos Aires


Es waren auch stressige Tage für die Kanzlerin. Erst der Ausfall der Regierungsmaschine, dann die verspätete Reise per Linienflug nach Argentinien. Es gab viel zu bereden beim G20-Gipfel in Buenos Aires: Klima, Handelskrieg, Ukraine. Angela Merkels Gesprächspartner hießen Donald Trump oder Wladimir Putin.

Und Scott Morrison.

Erst seit August ist der Konservative Regierungschef in Australien, nachdem sein Vorgänger Malcolm Turnbull aus dem Amt gedrängt worden war. Nicht viel Zeit, um sich in der Weltgemeinschaft bekannt zu machen.

Auch für die Kanzlerin war es am Samstag in Buenos Aires die erste Begegnung mit Morrison. Kein Wunder, dass sie vorher noch schnell ein paar Informationen über den Premier einholte. Nur: Sie tat das offenbar in aller Öffentlichkeit - da saß Morrison bereits neben ihr.

Merkels Spickzettel
LUKAS COCH/EPA-EFE/REX

Merkels Spickzettel

Aufnahmen zeigen, wie die Kanzlerin mehrere Zettel studiert. Fotografen konnten von zwei Blättern die Vorderseiten ablichten. Zu erkennen ist ein Bild von Morrison, auch sein Name steht dort geschrieben. Mehr ist nicht lesbar - doch der Verdacht liegt nahe: Die Kanzlerin nutzte Spickzettel mit Informationen über ihren Gesprächspartner.

Scham und Lacher

Der Fall sorgt seither in Australien für Aufregung. Die Reaktionen reichen von Verwunderung und Scham bis zu Belustigung. "Wer ist das?", lautet die Überschrift in einem Artikel im "Sydney Morning Herald".

In den sozialen Netzwerken machen sich viele Nutzer über Morrison lustig. Sie selbst kenne ihn ja auch nicht, obwohl sie in Australien lebe, schreibt eine Frau.

Andere beschreiben ein ernstes Problem: Während Merkel in Deutschland seit 2005 regiert, ist Morrison in Australien in der Zeit bereits der siebte Regierungschef. So könne man keine internationalen Beziehungen aufbauen, merkt ein Nutzer an.

Die australische Regierung zeigte dagegen Verständnis für Merkel. Deren Mitarbeiter hätten "ohne Zweifel" einfach sichergehen wollen, "dass die Kanzlerin richtig informiert ist", sagte Handelsminister Simon Birmingham. Es sei üblich, dass solche Zettel ein Foto und biografische Angaben des Gesprächspartners enthielten.

kev



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