Israelreise Merkel erinnert an "immerwährende Verantwortung" für Holocaust

Angela Merkel hat die israelische Gedenkstätte Yad Vashem besucht. Dort gedachte die Kanzlerin der sechs Millionen Opfer des Holocaust. Deutschland müsse Antisemitismus, Hass und Gewalt entgegentreten.

DEBBIE HILL/POOL/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf ihrer Israelreise dazu aufgerufen, die Verbrechen der Nationalsozialisten an den Juden nicht zu vergessen. Bei einem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sagte sie, Deutschland trage hierfür eine "immerwährende Verantwortung". Das Land müsse Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt entgegentreten, schrieb Merkel in das Gästebuch der Gedenkstätte.

Zuvor hatte die Bundeskanzlerin an einer Andacht für die sechs Millionen während des Holocaust getöteten Juden teilgenommen und einen Kranz niedergelegt.

Yad Vashem ist seit 1953 die bedeutendste und größte Gedenkstätte, die an die nationalsozialistische Judenvernichtung erinnert und sie in unterirdisch angelegten Galerien wissenschaftlich dokumentiert.

Merkel war am Mittwoch mit Vertretern ihres Kabinetts nach Israel gereist. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu begrüßte die Kanzlerin zu einem privaten Essen. Anlass der Reise sind die siebten deutsch-israelischen Regierungskonsultationen in Jerusalem, die sich seit zehn Jahren in den beiden Ländern abwechseln. Zusätzlich verlieh die Universität Haifa der deutschen Kanzlerin noch die Ehrendoktorwürde.

Der Schwerpunkt der Beratungen soll bei den Themen Wirtschaft, Innovation und Technologie liegen. Bei Informationstechnologie und Cybersicherheit gehören israelische Unternehmen laut Merkel zu den Weltmarktführern. In diesen Bereichen könne Deutschland von Israel "noch Etliches lernen".

Video: Deutsche Jugendliche und der Holocaust

dbate.de

mje/ AFP



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