Krim-Krise Merkel fordert von Putin Freilassung ukrainischer Seeleute

Vor gut zwei Wochen setzte die russische Küstenwache drei ukrainische Schiffe fest, 24 Besatzungsmitglieder wurden verhaftet. Deren Schicksal war Thema bei einem Telefonat der Bundeskanzlerin mit Wladimir Putin.


Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vom russischen Präsidenten Wladimir Putin die Freilassung ukrainischer Seeleute gefordert. Das habe sie Putin in einem Telefonat gesagt, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.

Die russische Küstenwache hatte vor gut zwei Wochen drei ukrainischen Schiffen die Passage durch die Straße von Kertsch verweigert, die Schiffe festgesetzt und 24 Besatzungsmitglieder verhaftet.

Die Meerenge vor der von Russland vereinnahmten Halbinsel Krim verbindet das Schwarze mit dem Asowschen Meer und wird von Moskau als alleiniges russisches Hoheitsgebiet angesehen. Der Zwischenfall hat erhebliche Spannungen zwischen Moskau und Kiew ausgelöst.

Merkel habe im Gespräch mit Putin unterstrichen, dass Vorkehrungen erforderlich seien, um eine reibungslose Schiffspassage zu gewährleisten, so Seibert.

Am Dienstag treffen sich die außenpolitischen Berater der Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine in Berlin. Merkel hatte den Vermittlungsversuch nach ihrem Treffen mit Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires angekündigt.

sth/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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reever_de 10.12.2018
1. Witzig ...
Womit bitte meint denn Frau Merkel „fordern“ zu können? Aus welcher (Macht)Position denn bitte heraus? Da wäre vermutlich ein Appell (!) an die Menschlichkeit der russischen Regierung besser gewesen als das deutsche „Gefordere“ und Säbelrasseln, welches einfach nur lächerlich wirkt. Wir haben GAR NICHTS gegen die Russen in der Hand was uns eine solche Lageg und Position erlauben würde. Außer einem großen Hals und einer lauten und besserwisserischen Stimme - und die kennt ganz Europa mittlerweile ganz genau.
bran_winterfell 10.12.2018
2. Ach je...
Zitat von reever_deWomit bitte meint denn Frau Merkel „fordern“ zu können? Aus welcher (Macht)Position denn bitte heraus? Da wäre vermutlich ein Appell (!) an die Menschlichkeit der russischen Regierung besser gewesen als das deutsche „Gefordere“ und Säbelrasseln, welches einfach nur lächerlich wirkt. Wir haben GAR NICHTS gegen die Russen in der Hand was uns eine solche Lageg und Position erlauben würde. Außer einem großen Hals und einer lauten und besserwisserischen Stimme - und die kennt ganz Europa mittlerweile ganz genau.
"Appell an die Menschlichkeit" ist gut - erinnern Sie sich, wie freundschaftlich Putin seinen "Buddy", den saudischen Kronprinzen, zum G20-Gipfel begrüßte? Oder, wie er gemütlich Urlaub in Sotschi machte, während die Kursk absoff, ausländische Hilfe ablehnte und braungebrannt im Sommerhemd davon sprach, dass die Situation unter Kontrolle sei? Putin ist durch und durch ein Machtmensch, sowas wie Menschlichkeit ist ihm fremd. Er wird sich die Freilassung der ukrainischen Geiseln bezahlen lassen - und Merkel zappeln lassen. Ein ganz mieses "Spiel"...
poitierstours 11.12.2018
3. Putin bricht internationale Verträge
und bringt diffus verklärte russische Ansprüche rechtfertigend ins Spiel.
aequitas12 11.12.2018
4.
Zitat von reever_deWomit bitte meint denn Frau Merkel „fordern“ zu können? Aus welcher (Macht)Position denn bitte heraus? Da wäre vermutlich ein Appell (!) an die Menschlichkeit der russischen Regierung besser gewesen als das deutsche „Gefordere“ und Säbelrasseln, welches einfach nur lächerlich wirkt. Wir haben GAR NICHTS gegen die Russen in der Hand was uns eine solche Lageg und Position erlauben würde. Außer einem großen Hals und einer lauten und besserwisserischen Stimme - und die kennt ganz Europa mittlerweile ganz genau.
Aus der Position der Regierungschefin des wichtigsten Landes der EU. Putin sollte ein Interesse an einer möglichst guten Beziehung zur Europäischen Union haben. Und das hat er auch. Der Mann ist ein widerlicher Autokrat, aber nicht dumm. Insbesondere Deutschland ist aus russischer Sicht ein wichtiger Handelspartner. Ob es was ändern wird darf freilich bezweifelt werden. Vermutlich ist der innenpolitische Erfolg durch die Festnahme - aus seiner Sicht - für seinen Machterhalt gewichtiger als der Vorteil besserer Beziehungen zum Rest des Kontinents. Trotzdem ist es mMn wichtig, dass Deutschland hier Stellung bezieht. Nicht nur weil ich von einer deutschen Regierungschefin erwarte, dass sie unsere Werte auch international vertritt. Würden wir den Russen alles kommentarlos durchgehen lassen wären sie längst im Baltikum eingefallen. Die Botschaft an Putin muss sein: Wenn du bessere Beziehungen zu uns möchtest, gehen gewisse Aktionen einfach nicht. Wir dürfen nicht anfangen, hier Kompromisse zu machen. Ansonsten machen wir uns international unglaubwürdig.
maxmarius 11.12.2018
5.
Zweifelsohne ist es richtig, die Freilassung der Soldaten zu fordern. Diese können nichts dafür als Spielball um die Krim, eine Wahl und Nordstream von wem auch immer missbraucht zu werden. Vor kurzem habe ich jedoch auch irgendwo gehört, dass in der Ukraine ein russischer Fischer seit längerem festsitzt. Was ist mit diesem? Ist er mittlerweile wieder frei?
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