Streit mit Griechenland Merkel schlägt moderate Töne an

Die "erheblichen Opfer" Griechenlands sollen nicht umsonst gewesen sein: Kanzlerin Merkel hat ihren Willen bekräftigt, einen Austritt des Landes aus der Eurozone zu verhindern. Beim Thema Ukraine ist sie weniger optimistisch.

Merkel und Hollande in Paris: Treffen vor dem G7-Gipfel
DPA

Merkel und Hollande in Paris: Treffen vor dem G7-Gipfel


Paris - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich im Schuldenstreit mit Griechenland zuversichtlich gezeigt. Das griechische Volk habe "erhebliche Opfer" gebracht, um im Euroraum zu bleiben", sagte sie nach einem Treffen mit Frankreichs Staatspräsident François Hollande. "Wir werden alles tun, um diesen Weg auch fortzusetzen".

Worum es bei dem Treffen der Euro-Gruppe an diesem Freitagnachmittag gehen wird, deutete Merkel lediglich an. "Es bedarf noch erheblicher Verbesserungen bei der Substanz dessen, was da beraten wird", sagte sie. Nun müsse die "intensive Phase der Arbeit" beginnen.

Auf die Frage, was sie von der Einschätzung halte, der jüngste Brief aus Athen mit der Bitte um verlängerte Finanzhilfen sei ein "Trojanisches Pferd", sagte sie: "Ich hab' jetzt keine Absicht, mich mit der griechischen Mythologie zu befassen. Meine Kenntnisse sind hier auch begrenzt."

Auch Hollande äußerte sich optimistisch zum Streit mit der griechischen Regierung: Griechenland sei in der Eurozone und solle dort auch bleiben. Er rechne nicht mit einem Szenario, das zum Austritt Griechenlands aus der Gemeinschaftswährung führen könne.

G7-Themen: Ebola, Terror, Weltwirtschaft

Bei dem Treffen sprachen Hollande und Merkel auch über den Ukraine-Konflikt - und bekräftigen ihre Absicht, das in Minsk mit allen Beteiligten ausgehandelte Abkommen umzusetzen. Merkel räumte jedoch ein, dass die Umsetzung des Abkommens äußerst schwierig sei und in einigen Punkten Monate in Anspruch nehmen könnte. Doch erst wenn "bestimmte Punkte einfach nicht umgesetzt werden", stelle sich die Frage nach Sanktionen, sagte Merkel.

Der in der vergangenen Woche in der weißrussischen Hauptstadt vereinbarte Waffenstillstand ist äußerst brüchig, immer wieder kommt es zu gegenseitigen Angriffen und Zusammenstößen von Regierungstruppen und prorussischen Separatisten.

Anlass für Merkels Besuch in Paris ist die Vorbereitung des G7-Gipfels im Juni in Oberbayern. Bei den Themen für das Treffen herrsche zwischen Frankreich und Deutschland "große Übereinstimmung", sagte Merkel. Unter anderem solle es um die Weltwirtschaft, Lehren aus der Ebola-Epidemie und den Kampf gegen Terrorismus gehen.

Deutschland hat in diesem Jahr die Präsidentschaft in der Gruppe der sieben führenden Industriestaaten inne. Zur G7 gehören neben Deutschland die USA, Kanada, Japan, Frankreich, Italien und Großbritannien. Angesichts des Ukraine-Konflikts wurde Russland aus dem G8-Format vorerst ausgeschlossen.

vek/mxw/AFP/Reuters/dpa

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insgesamt 52 Beiträge
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Seite 1
eifelhippe 20.02.2015
1. Warum
Warum wundert mich das so gar nicht?
wermoe 20.02.2015
2. Nicht nur in der griechischen Mythologie
sondern auch in der Historie dürften die Kenntnisse unserer "alternativlosen" begrenzt sein ...
mlu 20.02.2015
3. Vorsicht!
Die Bundesbürger werden auf eine weitere "Alternativlosigkeit" vorbereitet. Merkel macht das Portemonnaie schon mal auf...
evil2 20.02.2015
4. Streit mit Griechenland: Merkel schlägt moderate Töne an
Als ausgebildeter Bankkaufmann und Diplom-Finanzwirt, sowie als langjähriger Beamter der Bundesregierung kann ich zum o.g. Artikel nur bemerken: Nach den Ausführungen der Kanzlerin sind ihre Kenntnisse der griechischen Mythologie begrenzt, allerdings ihre Kenntnisse im Bereich der Makroökonomie allerdings auch außerordentlich übersichtlich! Mit freundlichem Gruß Hans-Dieter Wiesner
utfcmac 20.02.2015
5.
Wundert mich bei dieser Kanzlerin überhaupt nicht. Hoffentlich wacht der Michel mal auf, wenns wieder ans CDU wählen geht.
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