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Taliban-Vormarsch: Merkel will Bundeswehr länger in Afghanistan lassen

Bundeswehr-Soldat beim Flug über Nordafghanistan (Archiv): Längerer Einsatz Zur Großansicht
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Bundeswehr-Soldat beim Flug über Nordafghanistan (Archiv): Längerer Einsatz

Die Taliban-Offensive in Afghanistan beunruhigt die Bundesregierung. Nach SPIEGEL-Informationen will Kanzlerin Merkel den Bundeswehreinsatz nun über 2016 hinaus verlängern. Vorausgesetzt, auch die Amerikaner bleiben.

Die Bundesregierung will die Bundeswehr länger als bis 2017 in Afghanistan lassen, wenn sich auch die USA dazu verpflichten. Nach SPIEGEL-Informationen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits mit US-Präsident Barack Obama über das Thema gesprochen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Merkel befürchtet, dass die afghanischen Sicherheitskräfte nicht in der Lage sein werden, die Taliban in wichtigen Teilen des Landes aufzuhalten. Bei einem vorschnellen Abzug, so ihre Sorge, drohe ein Szenario wie im Irak.

Die Situation hat sich aus Sicht der Bundesregierung auch verschärft, weil ein Flüchtlingstreck aus Afghanistan droht. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sagte Kabinettskollegen, dass sich bis zu eine Million Afghanen auf den Weg nach Europa machen könnten. Er befürwortet, wie auch Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), eine Verlängerung des Einsatzes.

Zuletzt hatten sich auch Verteidigungsexperten der Koalitionsfraktionen für ein längeres Engagement der Bundeswehr ausgesprochen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bekräftigte, den Abzug der internationalen Truppen von der Sicherheitslage abhängig zu machen.

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Nordafghanistan: Der Kampf um Kunduz
Am vergangenen Montag hatten Kämpfer der radikalislamischen Taliban die nordafghanische Provinzhauptstadt Kunduz eingenommen, ohne auf nennenswerte Gegenwehr zu stoßen. Erst nach drei Tagen gelang den afghanischen Sicherheitskräften mit Unterstützung ausländischer Truppen die Rückeroberung.

Die Nato hatte ihren Kampfeinsatz in Afghanistan Ende 2014 beendet. Die vor allem zu Ausbildungs- und Beratungszwecken im Land verbliebenen gut 13.000 ausländischen Soldaten sollen eigentlich bis Ende 2016 vollständig abziehen, auch jene der Bundeswehr. Deutschland hat derzeit noch rund 860 Soldaten in Masar-i-Scharif und im usbekischen Termes im Einsatz. In Kunduz unterhielt die Bundeswehr bis vor knapp zwei Jahren ein Feldlager.

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