Ukraine-Krise Merkel will an Nato-Russland-Verträgen festhalten

Im Baltikum wächst die Sorge vor einem russischen Übergriff. Kanzlerin Angela Merkel verspricht Beistand - besteht aber auf dem Nato-Russland-Vertrag. Fest stationierte Nato-Truppen soll es daher nicht geben.

Kanzlerin Merkel: 4000 deutsche Soldaten für Osteuropa-Truppe
REUTERS

Kanzlerin Merkel: 4000 deutsche Soldaten für Osteuropa-Truppe


Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor dem Nato-Gipfel versucht, Ängste vor einer Eskalation zwischen der Militärallianz und Russland zu zerstreuen. An den bestehenden Verträgen zwischen der Nato und Moskau werde sich nichts ändern, sagte die Kanzlerin am Mittwoch in Berlin. Die Nato-Russland-Grundakte schließt die dauerhafte Stationierung von Nato-Kampfverbänden etwa in den baltischen Staaten aus - genau das hatte zuletzt erneut Estland gefordert.

Dies bedeute aber nicht, dass man die Wünsche der baltischen Staaten nach größerer Reaktionsfähigkeit des Militärbündnisses in der Region nicht ernst nehme, sagte Merkel. Um diese Reaktionsschnelligkeit zu erhöhen, "werden wir eine Reihe von Maßnahmen beim Nato-Gipfel beschließen", erklärte die Kanzlerin.

Zu diesen Maßnahmen gehört offenbar auch eine deutsche Beteiligung an der geplanten Nato-Eingreiftruppe für Osteuropa. 4000 deutsche Soldaten seien dafür geplant, verlautete am Mittwoch aus Regierungskreisen.

Russland wird nach Ansicht Merkels allerdings die territoriale Integrität der baltischen Staaten wahren. Dennoch verstehe sie den Wunsch dieser Länder, zu wissen, wie die Nato ihre Beistandspflicht im Zweifelsfall umsetzen werde. Reaktionszeiten von mehreren Monaten seien nicht das, was wirklich helfe. Am Mittwoch hatte bereits US-Präsident Barack Obama eine Entsendung weiterer Soldaten der Luftwaffe und Flugzeuge in das Baltikum versprochen.

fab/mgb/mxw/dpa/Reuters

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insgesamt 23 Beiträge
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satter 03.09.2014
1. Wie naiv ist Frau Merkel ?
Wenn Sie wirklich glaubt ein Putin hält sich an irgendeinen Vertrag. So wie er die Ukraine überfällt und sich die Krim schon einverleibt hat, so wird er für alles in seiner schizophrenen Weltansicht eine Antwort haben, warum er ein Land Überfallen darf, aber andere sich nicht mit NATO Truppen vor Putins Überfallkommando schützen darf. Frau Merkel sollte so langsam dran denken die CDU zu verlassen und zu den LINKEN zu wechseln, wenn sie so sehr Putin verehrt. Ich schäme mich für diese unsere Kanzlerin, die ihr eigenen Volk verrät, nur um Onkel Putin nicht zu verärgern.
alexxa2 03.09.2014
2. Endlich mal eine gute Entscheidung
Wie lange sie wohl standhaft bleiben wird?
Butenkieler 03.09.2014
3. Verträge mit Moskau sofort aussetzen -
solange Putin sich nicht vernünftig in Sachen Ukraine zeigt. Wenn Merkel das nicht will, muss sie zurücktreten.
lupenrein 03.09.2014
4. ..............
Merkel wird 'umfallen', wie schon so oft. Andernfalls wäre sie nicht mehr lange Bundeskanzlerin. Die Rolle, die die BRD politisch, wirtschaftlich und militärisch zu spielen und was die BRD zu zahlen hat, wird einfach aus der "ewigen Verantwortung" abgeleitet. Die Deutschen sollten sich also keinerlei Hoffnung auf eine vernunftbasierte Beziehung zu Russland machen.....das wird ihr nicht erlaubt....
klotto 03.09.2014
5. Obama Versteher
Endlich trifft Frau Merkel mal eine vernuenftige Entscheidung. Aber - siehe da - das passt obigem Personenkreis natuerlich nicht. Ruecktrittsforderung wird laut. Ich fass es nicht.
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