Angriff auf Bundeswehr in Afghanistan: Der Kamerad, der zum Feind wird

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Die tödliche Attacke eines afghanischen Rekruten auf deutsche Soldaten offenbart die Probleme der Hindukusch-Mission: Die Bundeswehr soll einheimische Kräfte ausbilden, doch ist sie dabei ausreichend geschützt? Zudem gibt es Berichte über Streitereien, Beleidigungen und Drogenkonsum.

Deutsche Soldaten in Afghanistan (Archivbild): "Partnering nicht in Frage stellen" Zur Großansicht
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Deutsche Soldaten in Afghanistan (Archivbild): "Partnering nicht in Frage stellen"

Berlin/Kabul - Bevor Mohammed Afzal seine tödliche Salve abfeuerte, hatte der 26-jährige Afghane noch Wache geschoben für die Bundeswehr. Er war Soldat der Afghanischen Nationalarmee (ANA), am Freitagmorgen im Routineeinsatz in Baghlan im Norden des Landes. Begleitet wurde er von Deutschen, die ihre afghanischen Kameraden ausbilden und an die Front begleiten. Es schien ein ganz normaler Tag zu sein.

Doch als Afzal durch die Pforte direkt an einem Flusslauf zurück in den Außenposten "Op North" kam, zögerte er nicht lange. Mit seiner AK-47 feuerte er aus nächster Nähe auf eine Gruppe von Deutschen. Die saßen auf ihren "Marder"-Panzern, reinigten die Waffen, überprüften die Technik. Innerhalb von Sekunden traf Afzal mit seinen Kugeln neun Menschen. Sein Feuer wurde erwidert, doch es war schon zu spät: Ein 30-jähriger Hauptfeldwebel aus Bayern war sofort tot. Zwei seiner Kameraden, ein 22-jähriger Stabsgefreiter und ein 21-jähriger Hauptgefreiter, starben wenige Stunden später im Lazarett, sechs weitere Soldaten wurden teils schwer verletzt, einer von ihnen schwebt in Lebensgefahr.

Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass Afzals Angriff die Mission der Deutschen nachhaltig verändern würde. Drei Tote und sechs weitere, teils lebensgefährlich verletzte Soldaten - das war der schlimmste Vorfall für die Bundeswehr in diesem Jahr. Und trotz aller Aufregung um seine Doktorarbeit erkannte Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg am Freitagmorgen, dass die tödlichen Schüsse gravierende Folgen haben könnten.

Deutsche Soldaten getötet von ihrem afghanischen Rekruten: Diese Nachricht trifft das Herzstück der neuen deutschen Einsatzstrategie am Hindukusch. "Partnering" heißt dieses bisher viel gelobte Modell, bei dem internationale Soldaten afghanische Kameraden bei laufenden Operationen ausbilden.

"Der Soldat hat das Blutbad schon länger geplant"

Es ist nicht der erste Fall in Afghanistan, bei dem afghanische Soldaten auf ihre Ausbilder feuern - manche sind angestachelt durch persönliche Motive, andere werden angeworben von den Taliban. Für den Verteidigungsminister aber wird sich nun die Frage stellen, ob die deutsche Ausbildungsmission gut genug geplant und die Bundeswehr beim Training ihrer afghanischen Schützlinge gut genug geschützt ist. Und so wurde Guttenbergs Statement zum Tod der deutschen Soldaten auch eine politische Erklärung. Das Miteinander von Deutschen und Afghanen berge Risiken, sagte er, das dürfe aber nicht dazu führen, "das Partnering in Frage zu stellen".

Erst einmal müsse ermittelt werden. Vorsichtshalber wurde allerdings das Bataillon ("Kandak") des Schützen außer Dienst gestellt, die afghanischen Soldaten sind derzeit nicht mehr im deutschen Camp stationiert.

Der tragische Vorfall offenbart bereits jetzt, wie problematisch Partnering sein kann. So berichtete ein hochrangiger afghanischer Politiker aus der Region SPIEGEL ONLINE, der spätere Schütze sei zuvor aufgefallen. Demnach hatte Afzal einen regelrechten Hass auf die Deutschen entwickelt, die er mehrmals als Ungläubige beschimpft haben soll. "Diese Tat war nicht spontan, nach meinen Erkenntnissen hat der Soldat das Blutbad schon länger geplant", sagte Mohammed Faisal Samey, der dem Provinzrat von Baghlan angehört. "Die Attacke gegen die Deutschen", meint er, "war ein politischer Mord."

Zum Kiffen ins Gebüsch

Auch unter den Soldaten auf dem "Op North" gab es schon länger Zweifel an den Afghanen, die man ausbildete und mit denen man im Camp gemeinsam lebte. So sollen die Rekruten der afghanischen Armee aus dem betroffenen Bataillon fast jeden Tag Drogen genommen haben. Jeden Abend hätten sie sich zum Kiffen in ein Gebüsch nahe dem Posten zurückgezogen, heißt es.

Streit habe es häufig gegeben. Manchmal sei es nur um die Zuverlässigkeit der Afghanen gegangen - diese hätten laufende Operationen oft einfach verlassen. Bei anderen Vorfällen kam es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen, weil die afghanischen Soldaten die Deutschen beschimpften, in ihrem Essen sei Schweinefleisch - eine Todsünde für jeden Muslim.

Die Berichte gleichen stark denen von Verbänden anderer Nationen nach ähnlichen durch afghanische Soldaten verursachten Todesfällen. Oft waren es bei den US-Einheiten oder den Briten schlicht kulturelle Unterschiede, die erst für Streit sorgten und später die Afghanen so sehr aufstachelten, dass sie gewalttätig wurden. In mehreren Fällen begannen solche Vorfälle beim gemeinsamen Training, dort herrschten US-Soldaten ihre Rekruten wegen unzureichender Kenntnisse der Waffen oder ihrer mangelnden Fitness an. Die Rekruten allerdings verstanden dies als Beleidigung ihrer Ehre, das kann am Hindukusch leicht zu einem Mord führen.

Sicherheitsvorkehrungen könnten verschärft werden

Einen sicheren Ausweg aus dem Spagat zwischen der nötigen Nähe und dem Schutz der Deutschen gibt es nicht. "Das Miteinander", sagte Minister Guttenberg, "birgt Risiken." Gleichwohl müssten die Soldaten eng beieinander leben, um die Mission der Ausbildung zu erfüllen. Letztlich soll so irgendwann der Abzug auch der deutschen Einheiten aus Afghanistan möglich werden.

So offen wie nach diesen Todesfällen hatte Guttenberg das Risiko nicht immer eingestanden. Der Einsatz gemäß der neuen Strategie bedeute "nicht automatisch mehr Risiko für die Soldaten", sagte er im Januar 2010 vor der Einführung des Konzepts in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Noch ist nicht absehbar, wie der Tod der Bundeswehrsoldaten die Partnering-Mission verändern wird. In Kabul kündigte die internationale Schutztruppe Isaf nach der tödlichen Schießerei hinter dem Lager-Stacheldraht eine eingehende Ermittlung an. Zwar gebe es standardisierte Vorkehrungen zum Schutz der beim Partnering eingesetzten Isaf-Kräfte, sagte der deutsche General Josef Blotz, gleichwohl müssten diese nach dem tragischen Vorfall möglicherweise noch einmal verschärft werden. Sein Chef, der US-Vier-Sterne-General David Petraeus, sieht das realistischer. Er hat immer wieder gesagt, dass die Ausbildung an der Front gefährlich, aber notwendig sei.

In Deutschland wird es sicherlich eine Diskussion um das Partnering geben. Schon lange fühlten sich die Fachpolitiker im Bundestag über die Details der Mission unzureichend informiert. Nun wird das Schlaglicht auf die Kooperation mit den Afghanen wohl einige Vorfälle ans Licht bringen, die bisher nicht so laut verkündet wurden. Besorgniserregende Details wie der weit verbreitete Drogenkonsum der afghanischen Rekruten mögen für Insider kein Geheimnis sein. Wenn aber deutsche Soldaten berichten, dass sie mit bekifften und gleichsam schwerbewaffneten Afghanen Dienst schieben, ist das für die Öffentlichkeit alarmierend.

Die afghanische Regierung jedenfalls versprach schon Stunden nach der Schießerei eilig eine bessere Überprüfung der eigenen Soldaten. "Wir sind von dem Tod der Deutschen sehr betroffen", sagte ein Sprecher von Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak SPIEGEL ONLINE, "wir werden alles tun, um solche Vorfälle in Zukunft auszuschließen."

Gemeinsam mit dem deutschen Regionalkommandeur Hans Werner Fritz traf wohl auch deswegen der Kommandeur des 209. Corps der ANA umgehend auf dem "OP North" ein. Die beiden haben einige heikle Gespräche vor sich, denn viele deutsche Soldaten wollen nach dem Blutbad von Baghlan nicht mehr mit dem unberechenbaren Partner ANA zusammenarbeiten.

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1. .
karsten112 18.02.2011
Zitat von sysopDer tödliche*Attacke eines afghanischen*Rekruten*auf deutsche Soldaten offenbart die Probleme der Hindukusch-Mission: Die Bundeswehr soll einheimische Kräfte ausbilden, doch ist sie dabei ausreichend geschützt?*Zudem gibt es Berichte über Streitereien, Beleidigungen und Drogenkonsum. * http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,746508,00.html
Vielleicht hätte die Führung der Bundeswehr einfach mal diesen Film schauen oder die Engländer fragen sollen. http://www.vbs.tv/de-de/watch/vbs-news/inside-afghanistan-1-of-2 Dann hätte man gewusst was einen erwartet. Man sollte jetzt nicht so tun als ob das aus heiterem Himmel gekommen wäre.
2. Was
Hovac 18.02.2011
soll man dazu sagen, vergleiche mit den hier lebenden werden bestimmt nicht gerne gesehen. Das Mittelalter verträgt sich einfach nicht mit westlicher Demokratie.
3. nach Lehrbuch
genugistgenug 18.02.2011
Zitat von sysopDer tödliche*Attacke eines afghanischen*Rekruten*auf deutsche Soldaten offenbart die Probleme der Hindukusch-Mission: Die Bundeswehr soll einheimische Kräfte ausbilden, doch ist sie dabei ausreichend geschützt?*Zudem gibt es Berichte über Streitereien, Beleidigungen und Drogenkonsum. * http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,746508,00.html
In Afghanistan entwickelt sich alles genau nach Lehrbuch. Ein Kapitel darin dürfte 'Infiltrieren' heißen. Wie sieht die Ausbildung ab sofort aus? Auf jeden Azubi kommen ab sofort 4 Scharfschützen die ihn in Schach halten. Wird 2011 neu aufgelegt! Doch wir hoffen das bis dahin alle zuhause sind!
4. was genau wird am Hindukusch verteidigt???
Driftwood, 18.02.2011
Zitat von sysopDer tödliche*Attacke eines afghanischen*Rekruten*auf deutsche Soldaten offenbart die Probleme der Hindukusch-Mission: Die Bundeswehr soll einheimische Kräfte ausbilden, doch ist sie dabei ausreichend geschützt?*Zudem gibt es Berichte über Streitereien, Beleidigungen und Drogenkonsum. * http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,746508,00.html
Ich frage mich wirklich, was genau am Hindukusch verteidigt wird. Wofür lassen unsere Soldaten ihre Leben ? Für die Freiheit kann es sicherlich nicht sein, denn die haben wir bei uns , dank der netten Moslems, wegen denen jeder deutsche unter generalverdacht gestellt wird und abgehört, nacktgescannt und seiner gesamten Freiheit beraubt wird. ( dem Islam sei dank) Während die Soldaten in Afghanistan Islamisten und Terroristen jagen, läßt unsere Regierung massenweise dieser "vertrauenswürdigen" Menschen herein ( als Wirtschaftsflüchtlinge) Wir sollten schleunigst aus Afghanistan raus und unsere Soldaten besser in der Heimat einsetzen um uns vor den Islamisten in unserem eigenen Land zu beschützen. Aber da wäre ja politisch NICHT korrekt, nicht wahr.
5. Falsche Dienstgrade - Peinlich...
johndoe2 18.02.2011
Zitat von sysopDer tödliche*Attacke eines afghanischen*Rekruten*auf deutsche Soldaten offenbart die Probleme der Hindukusch-Mission: Die Bundeswehr soll einheimische Kräfte ausbilden, doch ist sie dabei ausreichend geschützt?*Zudem gibt es Berichte über Streitereien, Beleidigungen und Drogenkonsum. * http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,746508,00.html
Ich zitiere mal von bundeswehr.de: (...)Ein 30-jähriger Hauptfeldwebel ist kurze Zeit nach dem Angriff seinen Verwundungen erlegen.(..) (...)Von den vier verwundeten Soldaten ist ein 22-jähriger Stabsgefreiter seinen schweren Verletzungen erlegen.(...) Bitte Richtigstellen.
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Bevölkerung: 31,412 Mio.

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Ashraf Ghani Ahmadsai

Regierungschef: Abdullah Abdullah

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Ausrüstung der Bundeswehr
Mit welcher Ausrüstung arbeitet die Bundeswehr in Afghanistan? Panzer, Mörser, Hubschrauber - klicken Sie auf die Überschriften, um mehr zu erfahren
Panzer
DDP
Zehn der vor mehr als 30 Jahren eingeführten Schützenpanzer "Marder" stehen der Bundeswehr in Afghanistan zur Verfügung. Für die deutsch-afghanische Militäroffensive im Juli 2009 wurden vier der Panzer von Masar-i-Scharif in die Krisenregion Kunduz verlegt und während der neuntägigen Offensive erstmals in einem Gefecht eingesetzt. Die 20-Millimeter-Bordkanone hat eine Reichweite bis höchstens 2000 Meter - Offiziere sehen hier Probleme beim Kampf gegen Taliban über größere Distanz. Der einst für norddeutsche Bedingungen konstruierte Panzer hat keine Klimaanlage.

dpa
Auch zwei Bergepanzer hat die Bundeswehr nach Afghanistan verlegt. Diese Fahrzeuge werden zum Bergen und Abschub von Material eingesetzt. Sie sind mit einem Kran und Winden ausgerüstet und dienen auch als Hebemittel bei der Instandsetzung. Zur weiteren Ausstattung dieser Panzer gehört zudem eine Schneid- und Schweißanlage.

REUTERS
Nicht in Afghanistan stationiert sind bisher schwere Kampfpanzer vom Typ "Leopard 2", dem Standard-Kampfpanzer der Bundeswehr. Derzeit verfügt das Heer über 350 dieser Geräte. Gedacht ist der Panzer eigentlich, um in einem Krieg an vorderster Front feindliche Panzer zu vernichten. Die Kanone des "Leopard 2" hat eine Reichweite von mehr als vier Kilometern. Die Geschosse durchschlagen mehrere Dezimeter dicken Stahl und bringen beim Aufprall Metall zum Schmelzen. Das Fahrzeug hat einen 1500 PS starken Dieselmotor, fährt bis zu 70 km/h schnell und kann bis zu vier Meter tiefe Gewässer durchqueren.
Panzerhaubitzen
DPA
Angesichts der angespannten Sicherheitslage wurden insgesamt drei Panzerhaubitzen 2000 in Afghanistan stationiert. Eine davon wurde ins deutsche Feldlager im nordafghanischen Kunduz verlegt.

Es ist das schwerste Geschütz, das die Bundeswehr je in einen Einsatz geschickt hat. Die Panzerhaubitze 2000 ist elf Meter lang und hat ein Gefechtsgewicht von 56 Tonnen. Die 155-Millimeter-Kanone kann 40 Kilometer weit schießen und selbst auf diese Entfernung auf 30 Meter genau treffen.

Mörser
Erstmals setzte die Bundeswehr im Jahr 2009 Mörser mit scharfer Munition ein. Der 120-Millimeter-Mörser "Tampella" stand schon länger zur Verfügung. Doch Deutschland wollte die dazugehörigen Granaten nicht verwenden, um den Tod von Zivilisten und eigenen Soldaten von vornherein auszuschließen. Bislang setzte die Bundeswehr auf Abschreckung durch Leuchtmunition.
Gewehre
Die Bundeswehr verwendet das Sturmgewehr G36, die Standard-Infanteriewaffe der Bundeswehr.
Transportfahrzeuge
DPA
Die Bundeswehr hat 970 zum Teil stark geschützte Fahrzeuge in Afghanistan, darunter 210 vom Typ "Dingo". Ferner fahren die Soldaten mit dem "Fuchs"-Transportpanzer (100) und dem leicht gepanzerten Militärfahrzeug "Eagle". Auch Geländewagen vom Typ "Wolf" (400) sind dort sowie das Mehrzweckfahrzeug "Mungo". Beide Fahrzeuge bieten bei Anschlägen kaum Schutz. Der "Mungo" wurde aus dem Kleinlaster "Multicar" entwickelt, der in vielen deutschen Kommunen zur Reinigung von Gehwegen verwendet wird.
Hubschrauber
Getty Images
Die Bundeswehr hat in Afghanistan keine eigenen Kampfhubschrauber, die Patrouillen schützen oder in Kämpfe am Boden aus der Luft eingreifen könnten. Die sogenannte Luftnahunterstützung im Gefechtsfall kommt von Isaf-Verbündeten. Die bereits an Deutschland ausgelieferten Modelle des europäischen Kampfhubschraubers "Tiger" sind wegen technischer Probleme noch nicht einsatzbereit. Für Lufttransporte stehen acht Hubschrauber "Sikorsky CH-53" zur Verfügung.
Transportflugzeuge
AP
Am Hindukusch sind acht "Transall" stationiert, die in den sechziger Jahren eingeführt wurden und eigentlich 2010 vom A400M abgelöst werden sollten. Wegen Entwicklungsproblemen des Herstellers wird der A400M nun aber erst Jahre später bereitstehen.
Aufklärungsflugzeuge
ddp
Recce-Tornados waren von April 2007 bis Ende November 2010 im Einsatz. Die sechs Flugzeuge waren in Masar-i-Scharif stationiert. Sie haben zwei Bordkanonen, die während des Einsatzes in Afghanistan ausschließlich dem Selbstschutz dienten. Einziger Auftrag der Tornados war wie bei den Nato-Awacs-Maschinen die Aufklärung. Die Awacs-Flugzeuge sind unbewaffnet und können nach Bundeswehrangaben im Gegensatz zu den Tornados keine Ziele am Boden ausmachen. Die Awacs-Besatzungen sollen durch Koordinierung für Sicherheit in der Luft sorgen, weil der zivile Flugverkehr massiv angestiegen ist und Kollisionen mit den Militärmaschinen der internationalen Truppen verhindert werden sollen. Die Taliban haben keine Flugzeuge oder Hubschrauber.
Fotostrecke
Kurzbesuch: Guttenberg in Afghanistan