Warnung an Iran: Israel und der Angriff auf die Waffenfabrik

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Steckt Israel hinter den Explosionen in einer Waffenfabrik in Khartum? Sudanesische Oppositionelle behaupten, in dem Komplex stellten Irans Revolutionswächter Waffen für den Gaza-Streifen her. Die Attacke könnte also eine Warnung an Teheran gewesen sein.

Feuer in Waffenfabrik Jarmuk: "Keine geheime oder verbotene Anlage" Zur Großansicht
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Feuer in Waffenfabrik Jarmuk: "Keine geheime oder verbotene Anlage"

Arabische Politiker sind mit Vorwürfen gegen Israel oft schnell zur Hand. Mal soll der Mossad hinter Hai-Attacken an der ägyptischen Küste stecken, hinter Anschlägen in Libyen und dem Libanon sowieso. Auf den ersten Blick reiht sich auch der Vorwurf der sudanesischen Regierung, Israel habe in der Nacht zum Mittwoch eine Waffenfabrik in Khartum angegriffen, in diese Kette abwegiger Beschuldigungen ein.

Doch völlig aus der Luft gegriffen ist die Behauptung von Informationsminister Ahmed Bilal Osman nicht. Denn seit 2009 ereigneten sich im Sudan zwei Luftangriffe, für die Israel sehr wahrscheinlich die Verantwortung trägt.

  • 2011 beschuldigte der Sudan Israel, für einen Luftangriff in Port Sudan verantwortlich gewesen zu sein. Bei dem Angriff auf einen Pkw kamen zwei Menschen ums Leben, unter ihnen soll mit Abdel-Latif al-Aschkar ein Waffeneinkäufer der Hamas aus Gaza gewesen sein.

Augenzeugen gaben jetzt an, sie hätten in der Nacht zum Mittwoch kurz vor den Explosionen im Stadtteil Schigara mehrere Flugzeuge am Himmel kreisen sehen. Sudans Regierung präsentierte zudem ein Video, das mehrere zerstörte Gebäude und Metalltrümmer zeigt, die von einer Rakete stammen könnten. Ein Journalist vor Ort gab an, dass eine Stunde vor dem Angriff sämtliche Telekommunikationsverbindungen in der Umgebung unterbrochen worden seien. Ein Sprecher der sudanesischen Armee sagte, möglicherweise habe ein Kollaborateur vor Ort mit den Israelis zusammengearbeitet und den Luftschlag ermöglicht.

Sudan und Iran kooperieren militärisch

Es gehört zur israelischen Strategie, Freund und Feind im Unklaren darüber zu lassen, ob seine Armee hinter Angriffen dieser Art steckt. Auch zum möglichen Luftschlag gegen die Waffenfabrik Jarmuk hüllt sich Jerusalem in lautes Schweigen. "Es gibt nichts, was ich zu dem Vorfall sagen könnte", erklärte Verteidigungsminister Ehud Barak. Sein Berater Amos Gilad ließ sich am Donnerstag im israelischen Armeeradio immerhin zu der Aussage hinreißen, der Sudan sei "ein gefährlicher, terroristischer Staat".

Israel hat das afrikanische Land seit Jahren im Visier: Ein von WikiLeaks veröffentlichter Kabelbericht der US-Botschaft in Tel Aviv vom April 2009 zitiert Regierungschef Benjamin Netanjahu mit den Worten: "Die Waffenpipeline verläuft von Iran über den Sudan nach Ägypten." Gemeint sind Lieferungen an die Hamas und andere militante Gruppen im Gaza-Streifen.

Eine Diplomatendepesche aus dem gleichen Jahr belegt, dass Sudans Regierung von dem Waffenschmuggel wusste. Salah Ghosch, damaliger Geheimdienstchef und Sicherheitsberater von Präsident Umar al-Baschir, sagte damals dem US-Botschafter, der Raschaida-Stamm sei dafür verantwortlich. Die Regierung habe damit nichts zu tun und habe selbst ein Interesse, den Schmuggel zu unterbinden. "Der Sudan sucht keine Konfrontation mit Israel", heißt es in dem Bericht. Im August 2009 fiel Ghosch bei Diktator Baschir in Ungnade und wurde entlassen, seit April vergangenen Jahres sitzt er in Haft.

Israelische Medien berichten unter Berufung auf sudanesische Oppositionelle, Irans Revolutionswächter hätten in dem Komplex Jarmuk eine Fabrik errichtet, um militante Gruppen im Gaza-Streifen mit Waffen und Munition zu versorgen. Wie ernst das Problem der Raketenangriffe für die israelische Bevölkerung ist, zeigt sich just in dieser Woche. Allein an den vergangenen beiden Tagen feuerten Palästinenser nach Angaben der israelischen Armee 86 Raketen auf den jüdischen Staat ab. Mehrere Menschen wurden dabei verletzt, zahlreiche Gebäude beschädigt. Israel reagierte mit Luftangriffen, bei denen vier mutmaßliche Hamas-Kämpfer getötet wurden.

Im März 2008 unterzeichneten Khartum und Teheran ein Abkommen über militärische Zusammenarbeit. Seither bilden iranische Revolutionswächter sudanesische Soldaten aus. Beide Staaten sollen sich laut westlichen Geheimdiensten nach dem Sturz Muammar al-Gaddafis auch Boden-Luft-Raketen aus Beständen der libyschen Armee gesichert haben. Diese sollen sich in Militäranlagen in Darfur befinden, die von den Revolutionswächtern kontrolliert werden. Fest steht, dass der Sudan trotz Sanktionen des Westens und eines internationalen Haftbefehls gegen Präsident Umar al-Baschir sein Waffenarsenal in den vergangenen Jahren aufgestockt hat.

Irans Atomanlagen liegen näher als Khartum

Sudans Regierung erklärte am Donnerstag, "die von Israel angegriffene Fabrik stellte konventionelle Waffen her. Sie ist keine geheime oder verbotene Anlage." Doch 1998 behauptete die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) in einem Bericht, in dem Jarmuk-Komplex lagerten Chemiewaffen für das irakische Regime von Saddam Hussein. HRW bezog sich auf Angaben sudanesischer Oppositioneller. Von unabhängiger Seite wurden diese Vorwürfe nie bestätigt.

Die israelische Website Debka, der gute Verbindungen zum Mossad nachgesagt werden, meldet unter Berufung auf westliche Geheimdienste, Iran habe in Jarmuk Raketen vom Typ Schehab hergestellt. Die Fabrik soll demnach als strategische Reserve gedacht gewesen sein, für den Fall, dass Israel Waffenarsenale in Iran bombardiert.

Sollte Israel tatsächlich hinter dem nächtlichen Angriff auf die Anlage am südlichen Stadtrand von Khartum stecken, wäre dies der weitest reichende Schlag seiner Luftwaffe seit 1985. Damals bombardierten israelische Kampfjets das Hauptquartier der palästinensischen Befreiungsbewegung PLO in Tunis.

Um das Ziel in Sudans Hauptstadt anzugreifen, müssten Israels Flugzeuge inklusive Rückweg mindestens 4000 Kilometer in der Luft zurücklegen. Das ist deutlich mehr als bei vergleichbaren Einsätzen in der Vergangenheit - etwa 1981 beim Angriff auf den irakischen Atomreaktor Osirak oder bei der Attacke auf den mutmaßlichen Kernreaktor al-Kibar in Syrien vor fünf Jahren. Wegen der großen Entfernung hätten die Bomber während des Fluges nach Khartum und zurück wohl mindestens einmal aufgetankt werden müssen.

Daher könnte der Angriff in zweifacher Sicht eine Warnung an Iran gewesen sein: Einerseits wäre es eine weitere unmissverständliche Aufforderung an Teheran, die Aufrüstung militanter palästinensischer Gruppen zu stoppen. Andererseits wäre es das klare Zeichen an Irans Regime, dass Israels Luftwaffe logistisch in der Lage ist, Ziele in Iran zu bombardieren. Die Nuklear- und Militäranlagen in Natanz, Parchin oder Ghom liegen näher an Israel als Khartum.

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insgesamt 28 Beiträge
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1. Hüh oder doch Hott ! Was denn nun ??
prontissimo 25.10.2012
Zitat von sysopREUTERSSteckt Israel hinter den Explosionen in einer Waffenfabrik in Khartum? Sudanesische Oppositionelle behaupten, in dem Komplex stellten Irans Revolutionswächter Waffen für den Gaza-Streifen her. Die Attacke könnte also eine Warnung an Teheran gewesen sein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/angriff-auf-waffenfabrik-in-sudan-koennte-warnung-israels-an-iran-sein-a-863406.html
1. Auf den ersten Blick reiht sich auch der Vorwurf der sudanesischen Regierung, Israel habe in der Nacht zum Mittwoch eine Waffenfabrik in Khartum angegriffen, in diese *Kette abwegiger Beschuldigungen* ein. 2. Doch *völlig aus der Luft gegriffen ist die Behauptung von Informationsminister Ahmed Bilal Osman nicht*. Denn seit 2009 ereigneten sich im Sudan zwei Luftangriffe, für die Israel sehr wahrscheinlich die Verantwortung trägt. Schon die Redakteuere mit Grips im Wochenende ??
2. Hmm … nicht so wirklich …
Dr.pol.Emik 25.10.2012
Wenn es um die Freunde geht muss man mit Schuldzuweisungen natürlich immer ein wenig kürzer treten und dennoch irgendwie die Meldung rüberbringen. Tja die verfluchte Syntax und dann auch noch die „Räson“ im Haus, da heißt es leise treten. Wenn es natürlich um die Schurkenstaaten geht, da kann man dann nach dem einleitenden „vermutlich“ oder „wird bezichtigt“, schon mal richtig die Fakten-Korken knallen lassen. So stellen wir uns freien und inspirierten gut bezahlten Journalismus vor. Aber bei den Enthüllungen können wir natürlich ganz spektakulär mithalten, gelle. Wollen sie mal die wirkliche Bombe des Iran sehen? Die bekommen sie sonst nirgends zu sehen: *A-Bombe des Iran 1.000 mal gefährlicher – USA in Panik* (http://qpress.de/2011/11/10/a-bombe-des-iran-1-000-mal-gefahrlicher-usa-in-panik/) (Spott an) … und wir wissen natürlich bereits seit den 90er Jahren, dass die Bombe des Iran jeden Moment fertig sein kann … dabei ist sie es ja schon. Würde in dieser Sache doch nur mal den Staaten auf die Füße gestiegen die echte A-Bomben besitzen, sie teils schon benutzt haben oder in anderen Fällen nicht einmal die Sperrverträge unterzeichnet haben. Hmm … das verträgt sich wohl wieder nicht mit den freundschaftlichen Verhältnissen die man in diese Richtungen pflegt … ist schon ziemlich vergurkt, nicht wahr. Aber auf Dauer ein X für'n U kann auch nicht gutgehen … (°!°)
3. Wenn...
zombie69 25.10.2012
das Israel war, weiter so! Terroristenunterstützer müssen immer und überall verfolgt und ausgeschaltet werden.
4. Sie haben ja gar keine Ahnung ,
tom2too 25.10.2012
Herr Dr.pol.Emik. Nehmen Sie doch mal die Uranzentriefugen aus dem Spiel. Braucht kein Mensch zum Bau einer Plutoniumwaffe. Aber klar diese 1/x Menschen im Iran wissen das ja nicht. Wo ist den die Recherche über Kernwaffenbau ? Sehr geehrte Herr Doktor pol.Emik Sie übersehen wo es hin zu hauen gilt ;)
5.
glücksbärchi35 25.10.2012
Das ist komplett falsch. Allein Israel wurde drei mal angegriffen. Die Friedfertigkeit mag an der massiven militärischen Überlegenheit des Westens liegen. Wer greift schon einen waffentechnisch, logistisch und ökonomisch haushoch überlegenen Gegner an? Wen interessiert heute der 1. Weltkrieg? Damals gab es noch kaum selbständige muslimische Staaten. Zumindest die Osmanen waren damals munter mit dabei. Fragen Sie mal christliche Minderheiten in Ägypten, Irak, Syrien, Libanon, Sudan ... ob die auch so viel Nächstenlieben empfinden.
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Länderlexikon
Wichtigste Eckdaten

Eigenname: Republik Sudan

Offizieller Eigenname: Jumhuriyat as-Sudan

Staats- und Regierungschef: Umar al-Baschir
(seit Juni 1989)

Außenminister: Ali Karti (seit Juni 2010)

Staatsform: Islamische Republik

Mitgliedschaften: Uno, AU

Hauptstadt: Khartum

Amtssprachen: Arabisch

Religionen: mehrheitlich Sunniten

Fläche: 1.861.484 km²

Bevölkerung: 36,164 Mio. Einwohner (2013)

Bevölkerungsdichte: 19,4 Einwohner/km²

Bevölkerungswachstum: 2%

Fruchtbarkeitsrate: 4,6 Geburten/Frau

Nationalfeiertag: 1. Januar

Zeitzone: MEZ +2 Stunden

Kfz-Kennzeichen: SUD

Telefonvorwahl: +249

Internet-TLD: .sd

*Die Daten beziehen sich auf den Gesamtsudan

Mehr Informationen bei Wikipedia

Wirtschaft

Währung: 1 Sudanesisches Pfund (s£) = 100 Piaster zum Währungsrechner hier...

Bruttosozialprodukt: 53,795 Mrd. US$ (ohne Südsudan)

Wachstumsrate des BIP: -10,1%

Anteile am BIP: Landwirtschaft 28%, Industrie 31%, Dienstleistungen 41%

Inflationsrate: 5,5% (2014; geschätzt)

Handelsbilanzsaldo: -5,599 Mrd. US$

Export: 4,534 Mrd. US$

Hauptexportgüter: Gold (64,1%) (2012)

Hauptausfuhrländer: Vereinigte Arabische Emirate (63,2%) (2012)

Import: 10,133 Mrd. US$

Hauptimportgüter: Nahrungsmittel (21,6%), industrielle Vorprodukte (20,7%), Maschinen und Elektrogeräte (18,7%), Rohmaterialien (13,8%), Transportmittel (13,1%) (2012)

Hauptlieferländer: Volksrepublik China (18,1%), Indien (8,8%), Saudi-Arabien (7,9%) (2012)

Landwirtschaftliche Produkte: Sesam, Sorghum, Hirse, Weizen

Rohstoffe: Erdöl, Chromit, Gips, Gold, Eisenerz, Wollastonit

Gesundheit, Soziales, Bildung

Öffentliche Gesundheitsausgaben (am BIP): 8,4%

Medizinische Versorgung: Ärzte: 0,3/1000 Einwohner

Säuglingssterblichkeit: 49/1000 Geburten

Müttersterblichkeit: 730/100.000 Geburten

Lebenserwartung: Männer 60 Jahre, Frauen 63 Jahre

Energie, Umwelt, Tourismus

Energieproduktion: 34,8 Mio. Tonnen Öleinheiten (ÖE)

Energieverbrauch: 16,6 Mio. t ÖE

Geschützte Gebiete: 6,8% der Landesfläche

CO2-Emission: 14,173 Mio. t

Energieverbrauch/Kopf: 355 kg ÖE

Verwendung des Süßwassers: Landwirtschaft 97%, Industrie 1%, Haushalte 2%

Zugang zu sauberem Trinkwasser: 66% der städtischen, 50% der ländlichen Bevölkerung

Tourismus: 536.000 Besucher

Einnahmen aus Tourismus: 91 Mio. US$

Militär

Allgemeine Wehrpflicht: 2 Jahre

Streitkräfte: 244.300 Mann (Heer 240.000, Marine 1300, Luftwaffe 3000)

Nützliche Adressen und Links

Sudanesische Botschaft in Deutschland
Kurfürstendamm 151, D-10709 Berlin
Telefon: +49-30-8906980 Fax: +49-30-89409693
E-Mail: mail@sudan-konsulat.de

Deutsche Botschaft im Sudan
Khartum 53 Baladia Street, Block No 8 D, Plot No. 2, Khartum
Telefon: +249-183-745055 Fax: +249-183-777622
E-Mail: info@khartum.diplo.de

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