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Angst vor Atombombe: USA und Araber paktieren gegen Iran

Die internationale Front gegen Irans umstrittenes Atomprogramm ist mächtiger als bisher bekannt. Die Korrespondenz der US-Diplomaten zeigt, dass vor allem auch die arabischen Machthaber der Region mit den Amerikanern gegen den ungeliebten Nachbarn paktieren - allerdings meist im Verborgenen.

Irans Präsident Ahmadinedschad (bei einer Technologieausstellung): Nachbarn in Angst Zur Großansicht
dpa

Irans Präsident Ahmadinedschad (bei einer Technologieausstellung): Nachbarn in Angst

Hamburg - US-Diplomaten haben eine geheime Allianz arabischer Staaten gegen Iran und sein Atomprogramm geschmiedet. Das geht aus einer Vielzahl interner Dokumente des US-Außenministeriums hervor, die dem SPIEGEL vorliegen. Die Depeschen zeigen, dass arabische Machthaber auch intensivere Beziehungen zu Israel führen als bislang angenommen und dass sich einige mit US-Hilfe auf eine bewaffnete Auseinandersetzung vorbereiten.

Führende Politiker der Golfstaaten fürchten Iran und fordern die USA in vertraulichen Gesprächen zu harten Maßnahmen auf, obwohl sie sich öffentlich dazu nicht äußern. So heißt es in einem Botschaftsprotokoll über ein Gespräch mit Mohammed Bin Zayed, dem Kronprinzen von Abu Dhabi: Er "beschrieb einen baldigen konventionellen Krieg mit Iran als klar besser gegenüber den langfristigen Konsequenzen eines nuklear bewaffneten Iran".

Über Jordanien heißt es in einer Depesche vom 3. Februar 2010: "Während die jordanische Regierung die US-Regierung ohne Zweifel dabei unterstützt, den Druck auf Iran zu vergrößern, werden sie wahrscheinlich eine öffentliche Rolle bei diesem Thema vermeiden." König Abdullah von Saudi-Arabien sagte, Irans Ziel sei es "Probleme zu verursachen" und "der Welt Angst einzuflößen".

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Der US-General David Petraeus sagt nach den geheimen Unterlagen, Iran sei für die USA "das beste Rekrutierungsinstrument, und die Zahl der Partnerschaften und Abkommen zur militärischen Unterstützung zwischen den USA und ihren arabischen Partnern im Golf hat deutlich zugenommen". Vor allem sorgen die Amerikaner für eine Aufrüstung von Golfstaaten mit Raketenabwehrtechnik.

Zudem kooperieren arabische Regierungen mit Israel. So sagt ein Vizedirektor des israelischen Außenministeriums laut einer Depesche, die Golf-Araber ließen ihre Botschaften an die USA gerne von Israel überbringen: "Sie glauben, dass Israel zaubern kann."

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Forum - Beschädigen die Wikileaks-Dokumente das Verhältnis zwischen den USA und ihren Bündnispartnern?
insgesamt 5856 Beiträge
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1.
Waiguoren 28.11.2010
"Merkel ist methodisch, rational und pragmatisch." Angie kommt doch gar nicht so schlecht weg.
2. Einstein
Liberalitärer, 28.11.2010
Zitat von sysopWie Amerika die Welt sieht - 251.287 geheime Dokumente aus dem Washingtoner Außenministerium enthüllen die Sicht der US-Diplomatie auf Freund und Feind.
Nein, das sind Einschätzungen und Kritik im Falle D schadet nicht. Niemand hier wird wohl G.W. Bush (den ich für ehrenwert halte) mit Einstein verwechseln.
3.
werner thurner, 28.11.2010
Zitat von sysopWie Amerika die Welt sieht - 251.287 geheime Dokumente aus dem Washingtoner Außenministerium enthüllen die Sicht der US-Diplomatie auf Freund und Feind.
Dann erfahren wir endlich mal die Wahrheit über die offizielle Denke in den USA. Die Wahrheit , oder annähernd die Wahrheit kann niemals irgendwas beschädigen. Das Verhätnis der USA zu den Verbündeten ist ja bereits durch die Bush Kriegspolitik und das Mitläufertum beschädigt, genauso wie die hierzu mißbrauchte NATO (Bündnsifall bis heute).
4. Nicht schlecht
Smartpatrol 28.11.2010
"Amerikas Botschafter können gnadenlos in der Beurteilung der Länder sein, in denen sie akkreditiert sind." Was man ihnen kaum vorhalten kann. Die Bewertung Westerwelles ist beispielsweise nichts als eine realistische, nüchterne Einschätzung. Keine der genannten Veröffentlichungen macht mir die USA unsympathischer, ganz im Gegenteil.
5. Nein.
ramuz 28.11.2010
Geht man von dem momentanen Level an Vertrauen, Ansehen, Kooperationswillen aus, das/den Akteure anderer Staaten den US entgegenbringen, kann es nicht beschädigt werden aus Sicht der anderen. Wenn die Akteure der US halbwegs intelligent sind, so wissen sie das auch. Theaterdonner halt...
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Alles zu den Botschaftsdepeschen
lesen Sie im SPIEGEL 48/2010

  • - Welche Länder die USA skeptisch sehen
  • - Was sie über ihre Verbündeten denken
  • - Was die Depeschen im Detail
    über deutsche Politiker verraten

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Das sagt die US-Regierung
SPIEGEL ONLINE dokumentiert die Stellungnahme der US-Regierung in Washington zur Veröffentlichung geheimer Diplomaten-Depeschen im Wortlaut - klicken Sie auf die Überschrift!
Stellungnahme des Weißen Hauses
Wir erwarten die Veröffentlichung von angeblich mehreren hunderttausend geheimen Depeschen des Außenministeriums am Sonntagabend, in denen detailliert vertrauliche diplomatische Unterredungen mit anderen Regierungen thematisiert werden.

Es liegt in der Natur der Sache, dass Lageberichte für Washington sehr offen formuliert sind und oft unvollständige Informationen enthalten. Die Berichte repräsentieren weder die US-Politik als solche, noch haben sie zwangsläufig Einfluss auf politische Entscheidungen. Dennoch könnten diese Depeschen vertrauliche Verhandlungen mit anderen Regierungen und Oppositionsführern beeinträchtigen. Und wenn der Inhalt solcher vertraulicher Unterredungen auf den Titelseiten der Zeitungen auf der ganzen Welt erscheint, könnte das nicht nur Interessen der US-Außenpolitik schwer beschädigen, sondern auch diejenigen unserer Verbündeten und Freunde.

Um es ganz klar zu sagen: Solche Enthüllungen gefährden unsere Diplomaten, Geheimdienstmitarbeiter und Menschen auf der ganzen Welt, die sich hilfesuchend an die USA wenden mit ihrem Anliegen, Demokratie und transparente Politik zu erreichen. Diese Dokumente könnten auch die Namen von Personen enthalten, die oftmals in Ländern leben und arbeiten, in denen Unterdrückungsregime an der Macht sind, und die versuchen, offene und freie Gesellschaften zu schaffen. Präsident Obama unterstützt verantwortliches, verlässliches und offenes Regierungshandeln daheim und überall auf der Welt, aber diese unverantwortliche und gefährliche Aktion läuft dem zuwider.

Mit der Veröffentlichung gestohlener und geheimer Dokumente hat WikiLeaks nicht nur die Sache der Menschenrechte in Gefahr gebracht, sondern auch das Leben und die Arbeit derer, die sich ihr verschrieben haben. Wir verurteilen die Enthüllung der geheimen Dokumente und sensibler Informationen der nationalen Sicherheit aufs Schärfste.

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