Angst vor Terrorattacken US-Geheimdienst hörte angeblich Qaida-Gespräche ab

Dutzende US-Botschaften in islamischen Ländern bleiben aus Angst vor Terrorangriffen am Sonntag geschlossen. Denn angeblich haben die amerikanischen Geheimdienste vertrauliche Gespräche zwischen hochrangigen Qaida-Mitgliedern abgefangen. Ein Weg, um von der Kritik am NSA-Spähprogramm abzulenken?

Geschlossene US-Botschaft in Jemens Hauptstadt Sanaa: Angst vor Terrorangriffen ist groß
DPA

Geschlossene US-Botschaft in Jemens Hauptstadt Sanaa: Angst vor Terrorangriffen ist groß


Washington - Nach der Aufdeckung angeblicher Planungen für Terroranschläge sind in islamischen Ländern Botschaften und Konsulate mehrerer westlicher Staaten geschlossen. Deutschland, Großbritannien und Frankreich haben ihre Vertretungen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa vorübergehend nicht geöffnet. Vor den Gebäuden wurden zahlreiche einheimische Sicherheitskräfte postiert, auch Panzer sind im Einsatz. "Wir waren bereits im Alarmzustand, aber wir haben unsere Wachsamkeit noch verdoppelt", sagte ein Polizist.

Die USA lassen die Türen von insgesamt 21 Vertretungen in muslimischen Ländern von Mauretanien in Afrika bis ins asiatische Bangladesch dicht. Grund für die Maßnahmen sind laut "New York Times" ("NYT") abgefangene Botschaften zwischen hochrangigen Qaida-Mitgliedern. Darin sollen die Terroristen Attacken auf US-Einrichtungen im Nahen Osten und Nordafrika besprochen haben. "Das war eine Menge mehr als die üblichen Gespräche", zitierte die "NYT" einen hochrangigen Washingtoner Regierungsbeamten. Einzelheiten habe er nicht preisgeben wollen.

Es sei sehr ungewöhnlich, dass Kommunikationen zwischen höherrangigen Qaida-Angehörigen über die Planung von Operationen abgefangen würden - sei es durch die Überwachung von E-Mails oder das Abhören von Handy-Gesprächen. Aus diesem Grund hätten Experten des Geheimdienstes CIA, das Außenministerium und das Weiße Haus sofort begriffen, worum es geht. Auch Kongressmitglieder seien informiert worden.

Das Auffangen elektronischer Kommunikation ist eine der Hauptaufgaben des US-Geheimdienstes NSA, dessen massive Spähprogramme US-Whistleblower Edward Snowden enthüllt hatte. Der "NYT" zufolge deuteten einige Analysten und Kongressmitarbeiter an, dass die Betonung einer Terrorbedrohung zum jetzigen Zeitpunkt ein guter Weg sei, vom Wirbel um die NSA-Programme abzulenken. Noch besser sei es, wenn zugleich deutlich gemacht werden könne, dass die NSA-Aktivitäten ein mögliches Terrorkomplott aufgedeckt hätten.

Weltweite Sicherheitswarnung von Interpol

Das Auswärtige Amt in Berlin veränderte seine Sicherheitshinweise für deutsche Staatsbürger bisher nicht. Die entsprechenden Vorkehrungen für die deutschen Botschaften würden permanent der aktuellen Sicherheitslage angepasst, sagte ein Sprecher. "Wir stehen dazu in engem Kontakt zu unseren Verbündeten."

Der französische Staatschef François Hollande hat eigenen Angaben zufolge Informationen darüber, dass die Drohungen sehr ernst zu nehmen seien. Er rief die französischen Staatsbürger im Jemen zur Vorsicht auf.

Die internationale Polizeibehörde Interpol gab eine weltweite Sicherheitswarnung heraus: Sie forderte ihre 190 Mitgliedsländer nach mehreren von al-Qaida unterstützten Gefängnisausbrüchen etwa im Irak, in Libyen und Pakistan zu erhöhter Wachsamkeit und koordinierten Ermittlungen auf.

Experten glauben, die erhöhte Terrorgefahr könne auch mit dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan Mitte nächster Woche zusammenhängen. Zudem nähere sich das Datum des 11. September: Im Jahr 2001 starben bei den Terrorangriffen in New York und Washington rund 3000 Menschen; im vergangenen Jahr wurden bei einem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi Botschafter Christopher Stevens und drei Mitarbeiter getötet.

aar/dpa/AFP

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insgesamt 244 Beiträge
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Seite 1
KurtFolkert 04.08.2013
1.
Ob sich ein Terrorist noch in die Nähe der betroffenen Botschaften wagt, wenn es überall in der Zeitung steht?
wiedumirsoichdir 04.08.2013
2. Als Alibiübung zur Rechtfertigung
der grossen Lauschangriffe weltweit sehe ich diese geschürte Angst vor Terrorangriffe!
stasilaus 04.08.2013
3. Was soll denn diese Unsinnsnachricht?
Zitat von sysopDPADutzende US-Botschaften in islamischen Ländern bleiben aus Angst vor Terrorangriffen am Sonntag geschlossen. Denn angeblich hat der Geheimdienst NSA vertrauliche Gespräche zwischen hochrangigen al-Qaida-Mitgliedern abgefangen. Ein Weg, um von der Kritik am umstrittenen Spähprogramm abzulenken? http://www.spiegel.de/politik/ausland/angst-vor-terrorattacken-us-geheimdienst-soll-al-qaida-abhoeren-a-914698.html
Das ist doch Leserveräppelung. Alle Botschaften westlicher Ländern sind am Wochenende immer geschlossen. :-) Die Sache mit der al Quida und den Gefängnisausbrüchen ist doch nur noch lachhaft. Das sind keine Nachrichten,, das sind lancierte Ergüsse von CIA-Spin doctors.
sitcom 04.08.2013
4. Passt...
... Ja gut das al kaida gerade jetzt wieder aktiv ist...
Wolfgang.Bangkok 04.08.2013
5. Abwarten und Tee trinken
Ich habe in der Vergangenheit gelesen dass die A-Q Nachrichten nur noch persoenlich ueberbringt. Jetzt auf einmal heisst es wieder AQ benutzt Telefon und Internet. Wer glaubt wird sehlig.
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