Türkei PKK-Splittergruppe Tak bekennt sich zu Anschlag in Ankara

37 Menschen starben am Sonntag bei einem Selbstmordanschlag in Ankara, mehr als 120 wurden verletzt. Jetzt übernimmt die Splittergruppe "Freiheitsfalken Kurdistans", kurz Tak, die Verantwortung.

Zerstörte Fahrzeuge in Ankara
AFP

Zerstörte Fahrzeuge in Ankara


Die radikale Kurdenorganisation Freiheitsfalken Kurdistans hat sich zu dem Attentat von Ankara am Sonntag bekannt. Der Angriff sei eine Vergeltung für das Vorgehen der türkischen Truppen gegen die Kurden im Südosten des Landes gewesen, erklärte die Gruppe am Donnerstag in einem Bekennerschreiben, das sie auf ihrer Internetseite veröffentlichte. Sie kündigte zugleich weitere Anschläge an.

Die Freiheitsfalken Kurdistans, kurz Tak, werden dem Umfeld der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zugerechnet. Sie haben sich nach eigenen Angaben von der PKK abgespalten. Experten gehen jedoch davon aus, dass es noch Verbindungen zwischen beiden Gruppen gibt. Die Extremisten hatten auch die Verantwortung für einen Anschlag in Ankara im vergangenen Monat übernommen.

Es sei nicht das Ziel gewesen, Zivilisten zu töten, heißt es in dem Schreiben der Tak weiter. Die Polizei habe jedoch "interveniert", deshalb sei es zu zivilen Opfern gekommen. "Wir bekunden unsere Trauer." Wie genau die Polizei interveniert haben soll, erklärte die Gruppe nicht.

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Ankara: Zerstörte Busse, ausgebrannte Wagen
Die Explosion einer Autobombe am Sonntag war einer der schwersten Anschläge in der Türkei in der jüngeren Vergangenheit. Mindestens 37 Menschen wurden in Ankara getötet und mehr als 120 weitere verletzt.

Die türkische Regierung hatte die PKK und deren bewaffneten syrischen Ableger YPG für das Attentat verantwortlich gemacht. Sie bombardierte nur wenige Stunden nach dem Anschlag Stellungen der Aufständischen im Nordirak. Die Polizei nahm elf Verdächtige fest.

heb/Reuters/AFP/dpa

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