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Terrorismus: Türkei meldet elf Festnahmen nach Anschlag von Ankara

Ankara: Forensiker am Ort des Anschlags Zur Großansicht
REUTERS

Ankara: Forensiker am Ort des Anschlags

Nach dem verheerenden Anschlag auf zwei Linienbusse in Ankara wurden elf Verdächtige festgenommen. Regierungschef Davutoglu geht von einer PKK-Täterschaft aus.

Im Zusammenhang mit dem schweren Autobombenanschlag mit zahlreichen Toten in der türkischen Hauptstadt Ankara hat die Polizei elf Menschen festgenommen. Das sagte der türkische Premierminister Ahmet Davutoglu bei einer Pressekonferenz.

Die Ermittlungen wiesen auf eine Urheberschaft der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hin. "Es gibt sehr ernste, beinahe sichere Hinweise, die vor allem auf die separatistische Terrororganisation hindeuten", sagte Davutoglu der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Die Untersuchung sei aber nicht abgeschlossen.

Davutoglu sagte nach einem Besuch von Verletzten in einem Krankenhaus, 35 Leichen seien inzwischen identifiziert worden. Die DNA der beiden anderen werde noch untersucht. Mindestens ein, möglicherweise aber auch zwei Selbstmordattentäter seien unter den Toten.

Bei dem Attentat im Zentrum der türkischen Hauptstadt waren am Sonntagabend 37 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt worden. Die Detonation ereignete sich in der Nähe des zentralen Kizilay-Platzes an einem Busbahnhof.

Türkei verhängt Ausgangssperre in weiteren kurdischen Städten

Die regierungsnahen Zeitung "Sabah" schrieb, eine Attentäterin habe sich zwischen zwei voll besetzten Linienbussen in einem weißen, mit TNT beladenen BMW in die Luft gesprengt. In der Nähe befinden sich viele Geschäfte, auch das Botschaftsviertel ist nicht weit entfernt. Die Behörden sprachen von einem oder zwei Attentätern. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte einen entschlossenen Kampf gegen Terroristen an.

In der kurdisch geprägten Südosttürkei bereitete das Militär neue massive Einsätze gegen die PKK vor. Über die Stadt Sirnak verhängte die Regierung auf unbestimmte Zeit eine Ausgangssperre. Sie gilt bereits seit der Nacht zum Montag auch in den Städten Nusaybin und Yüksekova. Dort wurden insgesamt 19 PKK-Kämpfer getötet.

Anadolu meldete weiter, bei Anti-Terror-Einsätzen im ganzen Land seien insgesamt 79 Verdächtige festgenommen und mehrere Waffen beschlagnahmt worden. Wenige Stunden nach dem Anschlag hatte die Türkei Stellungen der Kurden im Nordirak bombardiert. Elf Kampfjets waren laut Armeeangaben im Einsatz. Ziel seien Verstecke und Waffenlager gewesen.

Erst vor knapp einem Monat hatte in Ankara ein Selbstmordattentäter ebenfalls eine Autobombe gezündet und 29 Menschen mit in den Tod gerissen. Zu dieser Tat bekannte sich die aus der PKK hervorgegangene Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK). Die TAK hatte damals zugleich weitere Anschläge angekündigt.

Innenstadt von Ankara

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Fläche: 783.562 km²

Bevölkerung: 77,696 Mio.

Hauptstadt: Ankara

Staatsoberhaupt:
Recep Tayyip Erdogan

Regierungschef: Binali Yildirim

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