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Ankündigung im Social Web Facebooker empört über Medwedews Wahlprüfauftrag

Präsident Medwedew: "Ich stimme keinem der Sprüche oder Aufrufe zu"Zur Großansicht
REUTERS

Präsident Medwedew: "Ich stimme keinem der Sprüche oder Aufrufe zu"

Zehntausende gingen in Russland auf die Straßen, um ihrem Unmut über die Fälschungen bei der Wahl Luft zu machen. Nun reagiert Präsident Medwedew via Facebook. Er lehnt Neuwahlen ab, kündigt aber eine Untersuchung an. Die wütende Reaktion der User folgte prompt.

Moskau - Präsident Dmitrij Medwedew gilt als Fan neuer Technologien - und so wählte er für seine Reaktion auf die Massenproteste sein Facebook-Profil: "Ich stimme keinem der Sprüche oder Aufrufe zu, die auf den Kundgebungen gemacht wurden", teilte er dort am Sonntag mit.

Der Staatschef wies damit alle Forderungen der oppositionellen Demonstranten nach Neuwahlen zurück. Er habe aber empfohlen, alle Berichte aus den Wahlbüros "auf Einhaltung der Wahlgesetze" zu überprüfen.

Die Reaktion der User kam schnell: Allein in der ersten Stunde gab es mehr als 2200 wütende Kommentare. Bis zum Abend wuchsen sie auf über 7000 Einträge an. Viele reagierten mit Antworten wie "Schande!" oder "Wir glauben dir nicht".

Andere Facebook-Nutzer fragten den Präsidenten zynisch, ob er denn tatsächlich gegen die wesentliche Forderung der Demonstranten sei - also gegen den Slogan "Wir sind für faire Wahlen". Einige schrieben, die jüngste Nachricht Medwedews habe sie noch mehr in ihrer Entschlossenheit bestärkt, an einer weiteren, für den 24. Dezember geplanten, Demonstration teilzunehmen. Erst vor einigen Tagen hatte ihnein anstößiger Tweet in Erklärungsnot gebracht, der über seinen Account verbreitet wurde.

Bis zu 100.000 Teilnehmer hatten nach Angaben der Organisatoren am Samstag in Moskau friedlich gegen das Wahlergebnis der Duma-Wahlen protestiert. Es war die größte Demonstration seit dem Untergang der Sowjetunionvor 20 Jahren. Die Polizei sprach dagegen nur von 30.000 Teilnehmern. Auch in anderen Städten Russlands gingen Tausende Menschen auf die Straßen.

Die Organisationen hatten über soziale Netzwerke im Internet zu den Kundgebungen aufgerufen. Die Polizei hielt sich weitgehend zurück. Landesweit kam es zu rund 100 Festnahmen. Überraschend berichtete das staatliche Fernsehen ausführlich über die Proteste.

Regierungschef Wladimir Putin äußerte sich persönlich nicht zu den Massenprotesten. Das ließ er seinen Sprecher Dmitrij Peskow erledigen. Und der gab sehr gemäßigte Worte weiter: Jeder habe das Recht, seine Meinung kundzutun, solange er sich friedlich verhalte und die Gesetze beachte, erklärte er am Sonntag. "Wir respektieren die Ansichten der Demonstranten, wir hören, was gesagt wird, und wir werden ihnen weiterhin zuhören", hieß es in Peskows Mitteilung.

Das Zentrale Wahlkomitee lehnte es unterdessen ab, über eine Abwahl des umstrittenen Wahlleiters Wladimir Tschurow zu diskutieren. Lediglich zwei Komiteemitglieder der Kommunisten hätten dafür gestimmt, meldete die Agentur Interfax. Die Demonstranten machen den Kreml-nahen Tschurow für massive Wahlfälschungen bei der Abstimmung am 4. Dezember verantwortlich und fordern seinen Rücktritt.

heb/dapd/Reuters/dpa

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insgesamt 20 Beiträge
indiantiger 11.12.2011
Facebooker ... dieses aufgeregte Völkchen, das von nichts eine wirkliche Ahnung hat und meint, Regierungen stürzen zu können ... Die sollen sich erstmal informieren statt Schlagzeilen zu lesen und sich (ausgerechnet in der [...]
Facebooker ... dieses aufgeregte Völkchen, das von nichts eine wirkliche Ahnung hat und meint, Regierungen stürzen zu können ... Die sollen sich erstmal informieren statt Schlagzeilen zu lesen und sich (ausgerechnet in der Weltpolitik) zu wichtig zu nehmen. Außerdem sind die nur Handlanger größerer Interessen. Bei denen muss man nur ein Knöpchen drücken und schon geht das banale Getöse los.
kirsberrydk 11.12.2011
... nicht der Erste, der die Macht von sozialen Netzwerken im Internet massiv unterschätzt (eine Wertung des Facebook-Konzerns ist dies allerdings nicht von mir). Man denke nur an die Verabredungen zur Demonstration auf [...]
Zitat von indiantigerFacebooker ... dieses aufgeregte Völkchen, das von nichts eine wirkliche Ahnung hat und meint, Regierungen stürzen zu können ... Die sollen sich erstmal informieren statt Schlagzeilen zu lesen und sich (ausgerechnet in der Weltpolitik) zu wichtig zu nehmen. Außerdem sind die nur Handlanger größerer Interessen. Bei denen muss man nur ein Knöpchen drücken und schon geht das banale Getöse los.
... nicht der Erste, der die Macht von sozialen Netzwerken im Internet massiv unterschätzt (eine Wertung des Facebook-Konzerns ist dies allerdings nicht von mir). Man denke nur an die Verabredungen zur Demonstration auf dem Tahir-Platz: von wo aus wurden sie häufig genug noch einmal organisiert? Und wie ist das mit der rasend-schnellen Verbreitung von Nachrichten z.B. über die widerrechtliche Verhaftung von Demonstranten / Opositionellen? Oder die Verbreitung von Beweisen über Gräultaten, was wiederum zu Massenprotesten führte? Sie machen es sich da - wohl nicht nur meiner Meinung nach - etwas zu einfach...
-unbekannt- 11.12.2011
Man könnte meinen, "Facebooker" seien keine Bürger, so wie sie das hier ausdrücken. Als seien sie die Einzigen, die sich gegen die aktuelle Regierung in Russland empören. Dass diese "Facebooker" die sich [...]
Zitat von indiantigerFacebooker ... dieses aufgeregte Völkchen, das von nichts eine wirkliche Ahnung hat und meint, Regierungen stürzen zu können ... Die sollen sich erstmal informieren statt Schlagzeilen zu lesen und sich (ausgerechnet in der Weltpolitik) zu wichtig zu nehmen. Außerdem sind die nur Handlanger größerer Interessen. Bei denen muss man nur ein Knöpchen drücken und schon geht das banale Getöse los.
Man könnte meinen, "Facebooker" seien keine Bürger, so wie sie das hier ausdrücken. Als seien sie die Einzigen, die sich gegen die aktuelle Regierung in Russland empören. Dass diese "Facebooker" die sich beschwerenden Regierungskritiker darstellen, ist völlig nebensächlich. Sie werden lediglich genannt, weil Medwedew sich auch via das genannte Medium zu den Protesten geäußert hat. Innerhalb von Facebook kann sich demzufolge auch niemand ohne ein entsprechendes Konto zu der dort veröffentlichten Stellungnahme äußern, ergo muss jeder Kommentator des Beitrags auch "Facebooker" sein. Medwedew hat damit ja kaum eine andere Wahl als Facebook gelassen. Wichtig ist vor allem, dass die - allem Anschein nach manipulierten - Wahlen beim russischen Volk große Resonanz hervorrufen. Über welches Medium der eigenen Meinung Gehör verschafft wird, ist nun wirklich von geringerer Bedeutung. Und dass jemand gleich über Facebook versucht hätte, den Präsidenten zu stürzen, das ist mir neu. Im Übrigen ist ja auch der Präsident selbst und die Gegenseite größerer Interessen, wie Sie sie nennen, per Facebook aktiv. Daher scheint mir diese Art des Protestes völlig legitim. Wenn die Regierung Russlands also der Meinung ist, ihre Meinung (ich möchte nicht direkt "Propaganda" sagen) über soziale Netzwerke verbreiten zu können, dann könnten das auch oppositionelle Kräfte, finden Sie nicht auch?
trubeldubel 11.12.2011
10.000 gegenüber wieviel anderen? Also wiedermal zutiefst demokratisch, die Demokraten. Eine Wahl ist wohl nur dann korrekt und demokratisch abgelaufen, wenn die Verlierer gewinnen. So ein Schmarren. Wie aus den TN der Demos [...]
10.000 gegenüber wieviel anderen? Also wiedermal zutiefst demokratisch, die Demokraten. Eine Wahl ist wohl nur dann korrekt und demokratisch abgelaufen, wenn die Verlierer gewinnen. So ein Schmarren. Wie aus den TN der Demos ersichtlich, können die Demokraten also nur Kommunisten und Faschos sein, die sich anschließend gegenseitig in die Gaskammern jagen...
stanislaus2 11.12.2011
"Allein in der ersten Stunde gab es mehr als 2200 wütende Kommentare. Bis zum Abend wuchsen sie auf über 7000 Einträge an." Ja, wenn es 1/2 Mio. Protesteinträge gegeben hätte. Aber so? Hier wird aus altem [...]
"Allein in der ersten Stunde gab es mehr als 2200 wütende Kommentare. Bis zum Abend wuchsen sie auf über 7000 Einträge an." Ja, wenn es 1/2 Mio. Protesteinträge gegeben hätte. Aber so? Hier wird aus altem Russland-Hass alles getan, um das alte Bild der bösen Kommunisten wiederherzustellen. Nicht ernst zu nehmen.
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Bevölkerung: 140,367 Mio. Einwohner

Fläche: 17.098.000 km²

Hauptstadt: Moskau

Staatsoberhaupt:
Wladimir Putin

Regierungschef: Dmitrij Medwedew

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