Kontakt zwischen Peking und Rom China und Vatikan bereiten offenbar formelle Gespräche vor

Seit Jahrzehnten ist die Beziehung zwischen dem Vatikan und China belastet, jetzt nähern sich Kirche und Kommunisten an: Einem Medienbericht zufolge könnte noch in diesem Jahr ein Treffen stattfinden.

Papst Franziskus: Vatikan will offenbar mit China Dialog aufnehmen
AP

Papst Franziskus: Vatikan will offenbar mit China Dialog aufnehmen


Peking - Vor Jahren haben die Kommunisten in China den Kontakt zum Vatikan abgebrochen, nun wollen sie laut einem Medienbericht wieder formelle Gespräche aufnehmen. "Die Atmosphäre ist auf beiden Seiten recht positiv, den Dialog jetzt neu zu beginnen", so zitiert die chinesische Zeitung "South China Morning Post" einen nicht genannten engen Mitarbeiter von Papst Franziskus. Der Vatikan warte darauf, dass Peking Ort und Zeit der Gespräche bestätige.

Die Kirche in China ist seit dem Bruch der Kommunisten mit dem Vatikan im Jahr 1951 gespalten: Es gibt eine von Peking kontrollierte Staatskirche, nach eigenen Angaben zählt sie sechs Millionen Mitglieder. Sie dürfen den Papst nicht als Oberhaupt verehren. Die schätzungsweise doppelt so große Untergrundkirche entzieht sich der kommunistischen Kontrolle. Ihre Mitglieder stehen loyal zum Papst, leiden deswegen aber unter staatlicher Verfolgung. Sie treffen sich in Privathäusern und an geheimen Orten, um ihren Glauben ohne Kontrolle ausüben zu können.

Schon Papst Benedikt XVI. hatte versucht, auf die chinesische Führung zuzugehen. Im Jahr 2010 war eine Annäherung zwischen Rom und Peking gescheitert - unter anderem weil China immer wieder eigenmächtig Bischöfe ohne den Segen des Vatikans weiht.

Das Treffen könnte nach Angaben eines weiteren Vatikan-Vertrauten noch in diesem Jahr stattfinden, schreibt die "South China Morning Post". Allerdings seien in China erst kürzlich wieder Dutzende katholische und protestantische Kirchen zerstört worden - das könne den Dialog zusätzlich verkomplizieren. "Seit der Wahl des Papstes wartet jeder darauf, wie er mit China umgehen wird, ob er sich für einen härteren Umgang entscheidet oder Kompromisse eingeht", sagte der Mitarbeiter der Zeitung.

fln/dpa



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insgesamt 15 Beiträge
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hotgorn 09.06.2014
1. Nichts anderes unter dem Neuen
Der Papst macht große Weltpolitik. Eigentlich sollte er sich jeden Tag vor den Missbrauchsopfern in der Kirche in den Staub werfen und der deutschen Staatskirche katholischer Konfession den Kampf ansagen.
mchunter 09.06.2014
2. Untergrundkirche
Diese Form der Kirche heisst nicht Untergrundkirche, sondern HAUSKIRCHE und duerfte wohl die erfolgreichste Form der Kirche als Organisation sein. Ich finds einfach nur genial und suche auch hier in D so eine Form der Gemeinde!
micromiller 09.06.2014
3. Offensichtlich ist die Herstellung der lustigen Verkleidung
der offiziellen zu teuer und man sucht in China Hersteller.
Wololooo 09.06.2014
4.
Zitat von mchunterDiese Form der Kirche heisst nicht Untergrundkirche, sondern HAUSKIRCHE und duerfte wohl die erfolgreichste Form der Kirche als Organisation sein. Ich finds einfach nur genial und suche auch hier in D so eine Form der Gemeinde!
Untergrund in dem Sinne, dass diese Leute bei einer öffentlichen Bekenntnis zum Römisch-Katholischen Glauben mit heftigen Repressionen rechnen müssten. In China wurde die Chinesisch Katholisch-patriotische Vereinigung stattdessen gegründet, deren Bischöfe komplett von der KPCh ernannt werden. Patrotismus ist in China übrigens ein Euphemismus für Nationalismus.
anamarie 09.06.2014
5. es ist gefährlich:
der sympathische papst könnte viele Chinesen bekehren!
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