Nach über 50 Jahren US-Diplomaten reisen nach Kuba

Die Annäherung zwischen Kuba und den USA schreitet offenbar voran: Amerikanische Diplomaten wollen Ende Januar auf die Insel reisen und über die Neuaufnahme der Beziehungen verhandeln.

Alltag auf Kuba: Ende der Eiszeit
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Alltag auf Kuba: Ende der Eiszeit


Washington - Der überraschende Wunsch Kubas nach einem neuen Verhältnis zu den USA kommt weiter voran. Laut dem amerikanischen Außenministerium soll die US-Spitzendiplomatin Roberta Jacobson am 21. und 22. Januar Havanna besuchen und mit ihren kubanischen Kollegen über eine Wiederaufnahme der Beziehungen beider Länder verhandeln, die seit Jahrzehnten ruhen.

Inzwischen hat die Regierung in Havanna Menschenrechtsaktivisten zufolge mindestens 35 politische Gefangene aus der Haft entlassen, bei denen es sich um Mitglieder der verbotenen Oppositionsbewegung handeln soll. Staatschef Raúl Castro hatte US-Informationen zufolge angekündigt, insgesamt 53 politische Häftlinge freizulassen.

Bislang befinden sich aber laut Kubanischer Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung (CCDHRN) noch mindestens 105 Dissidenten in Haft. Oppositionspolitiker auf Kuba verlangen auch deren Freilassung. Sie kritisieren außerdem, dass nicht bekannt sei, wer die 53 Inhaftierten sind, die bald freikommen sollen.

Zuletzt hat es laut CCDHRN übermäßig viele politisch motivierte Festnahmen gegeben. Wegen der mangelnden Transparenz befürchten Regimekritiker bereits, dass Raúl Castro seinen Versprechen nicht nachkommen könnte. Die neuen diplomatischen Bemühungen soll das jedoch nicht trüben: Die Freilassung der Gefangenen sei keine Voraussetzung, sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums.

Im Dezember hatte Castro in einer Ansprache das Ende des Embargos durch die USA gefordert und damit den Anstoß für die aktuelle Annäherung geliefert. Auslöser dafür könnten wirtschaftliche Engpässe sein: Wegen des seit 1962 geltenden US-Handelsembargos müssen Nahrungsmittel und Ersatzteile aus Partnerländern wie Russland oder Venezuela importiert werden, das Leben im Land ist karg.

Wegen der dortigen Wirtschaftskrise, bedingt durch den Absturz des Ölpreises, kann Caracas das Castro-Regime jedoch nicht mehr im selben Umfang wie bisher unterstützen. US-Präsident Barack Obama kündigte nun an, mit dem Kongress über ein mögliches Ende der Handelsblockade zu beraten. Außerdem wollen die Amerikaner bis zum Sommer entscheiden, ob sie Kuba von der Liste der Unterstützerstaaten des Terrorismus streichen.

Kurz vor Weihnachten hatten Kuba und die USA sich auf die Wiederaufnahme ihrer diplomatischen Beziehungen geeinigt, mehr als 50 Jahre hatte es keinen offiziellen Kontakt zwischen den Regierungen gegeben.

mja/dpa/AFP



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insgesamt 6 Beiträge
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janzen1 09.01.2015
1. Das wird auch langsam Zeit.
Schließlich ist Kuba nicht Nordkorea. Trotzdem sollten alle das Land und seine Regierung weiterhin kritisch beobachten. Dass eine familiäre Sozialisten-Clique nicht viel besser ist, als eine faschistoide Militär-Junta, haben ja wohl die letzten Jahrzehnte gezeigt.
waltraudnetwall 09.01.2015
2. Ich wünsche
den Kubanern ein besseres Leben.Der größte Teil hat eine gute Ausbildung.Sollten sich die Türen öffnen, könnte es für Kuba nicht gut ausgehen.Die Auswanderung wäre petfekt! Kuba sollte sich auch nicht von den Amerikanern über den Tisch ziehen lassen.
purzel1950 09.01.2015
3. Nunja
Hoffentlich nähern sich beide Staaten etwas an. Und das den Kubanern ihr Stolz und Identität nichtabhanden kommt. Gibt zwar keine Villenviertel und Rotweingürtel- aberBildung und Gesungheitswesen sind für Mittel/Süd- Amerika vorbildlich.Und außer keine Villenviertel gibt's übrigens auch keine Favelas...
ei-pott 09.01.2015
4. OK, ich gebe zu, daß..
ich frühestens (fast) seit dem IRAK-Krieg und spätestens seit "Herrn Edward Snowden" nicht mehr nur positiv auf "die Amis" zu sprechen bin. Und deshalb stelle ich mir die Frage: Gibt es in Kuba irgendetwas Russisches, derer man sich mit Ukrainischen Waffenarsenalen, vorbereitet in Polnischen US-Basen, entledigen will ?
bloub 09.01.2015
5.
Zitat von ei-pottich frühestens (fast) seit dem IRAK-Krieg und spätestens seit "Herrn Edward Snowden" nicht mehr nur positiv auf "die Amis" zu sprechen bin. Und deshalb stelle ich mir die Frage: Gibt es in Kuba irgendetwas Russisches, derer man sich mit Ukrainischen Waffenarsenalen, vorbereitet in Polnischen US-Basen, entledigen will ?
ja, die wieder langsam wiedererwachende zusammenarbeit von kuba und russland, die möglicherweise in einen russischen militärstützpunkt enden könnte. der muss um jeden preis vermieden werden, wenn es nach bestimmten leuten geht.
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