Irak Extremisten töten mehr als 20 Menschen in Bagdad

Die Bomben waren an Autos und auf einem Motorrad befestigt. 20 Menschen starben, als die Sprengsätze in Bagdad detonierten. Verantwortlich ist wohl der IS - der militärisch in die Defensive gerät.


Drei Anschläge haben am Montag die irakische Hauptstadt Bagdad erschüttert. Mehr als 20 Menschen wurden getötet und etwa 50 weitere verletzt.

Im schiitischen Stadtbezirk Schaab wurden demnach zwölf Menschen durch eine Autobombe getötet. Sieben weitere kamen ebenfalls durch einen in einem Wagen deponierten Sprengsatz in dem sunnitischen Vorort Tarmija um. Im schiitischen Bezirk Sadr City starben zwei Menschen durch eine auf einem Motorrad befestigte Bombe.

Wer hinter den Taten stand, war zunächst unklar. Zuletzt hatte die sunnitische Extremistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) die Verantwortung für zahlreiche Attentate in und um die irakische Hauptstadt übernommen, bei denen in den vergangenen Wochen Hunderte Menschen getötet wurden.

Der IS kontrolliert Teile Westiraks und Syriens. Die Terrormiliz hat aber rund ein Drittel ihres Territoriums inzwischen verloren. Auch in ihren Hochburgen Falludscha und Mossul gerät sie stark unter Druck. In einer großangelegten Militäroffensive rücken Iraks Armee und Milizen in das Zentrum von Falludscha vor, unterstützt von Angriffen aus der Luft.

Fotostrecke

8  Bilder
Kampf um die IS-Hochburg: Falludscha unter Feuer

Die Kurden haben darüber hinaus mit einer neuen Offensive östlich von Mossul begonnen. Rund 5500 Peschmerga hätten im Morgengrauen einen Vorstoß zur Eroberung mehrerer Dörfer rund um Chasir gestartet, erklärte der Sicherheitsrat der Autonomieregion Kurdistan. Unterstützt wurden sie von Kampfflugzeugen der US-geführten internationalen Koalition. Der Chefberater von US-Präsident Barack Obama für den Krieg gegen die IS-Miliz, Brett McGurk, dämpfte im SPIEGEL aber die Hoffnung auf eine rasche Befreiung.

Gerade weil der "Islamische Staat" auf dem Schlachtfeld in der Defensive ist, verübt er vermehrt Attentate. Auf diese Weise wollen die Dschihadisten von den eigenen Verlusten ablenken und ihre Gegner zwingen, sich auf deren Heimatfront zu konzentrieren.

kgp/Reuters/AP



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.