Anschläge in Bagdad Selbstmordattentäterinnen reißen Pilger in den Tod

Wieder ist die schiitische Wallfahrt zum Kadhimija-Schrein im Visier von Terroristen: Bei einer blutigen Anschlagserie starben in Bagdad mindestens 20 Pilger, Dutzende wurden verletzt. Auch im Norden des Landes schlugen Terroristen zu.


Bagdad - Wie die Polizei in Bagdad mitteilte, zündeten drei Selbstmordattentäterinnen im Zentrum der irakischen Hauptstadt drei Sprengsätze in unmittelbarer Folge. Mindestens 20 Menschen starben, Dutzende weitere wurden verletzt. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete, die Frauen hätten sich mit Sprengstoffgürteln unter schiitische Wallfahrer gemischt. Die Nachrichtenagentur AP berichtete unter Berufung auf die örtliche Polizei von einer weiteren, am Straßenrand abgelegten Bombe.

Die Pilger waren auf dem Weg zum Kadhimija-Schrein im Nordwesten Bagdads. Die schiitische Wallfahrt erreicht am Dienstag ihren Höhepunkt. Mindestens eine Million Pilger werden erwartet. Die Behörden haben die Sicherheitsmaßnahmen in der Stadt verschärft.

Vor drei Jahren war es bei der Wallfahrt zu einer Massenpanik auf der in der Nähe des Schreins gelegenen Brücke der Imame ("Dschisr al-Aimma") gekommen. Damals waren rund tausend Menschen zu Tode getrampelt worden oder in den Fluss gestürzt, nachdem sich das Gerücht verbreitet hatte, Selbstmordattentäter seien unter den Pilgern. In diesem Jahr hatten bereits am Sonntag vermutlich sunnitische Attentäter sieben Pilger im Süden Bagdads erschossen.

Anschlag in Kirkuk

Auch im Norden des Irak ereignete sich ein blutiger Anschlag. Ein Selbstmordattentäter zielte in Kirkuk auf eine Demonstration von Kurden, mindestens elf Menschen wurden getötet. Weitere 54 wurden nach Angaben von Polizei und Krankenhäusern verletzt.

Der Anschlag traf eine Protestkundgebung gegen den Entwurf eines neuen Wahlgesetzes für die Provinz. Kurdischer Widerstand gegen eine Teilung der Macht im Provinzrat in Kirkuk hat die Verabschiedung des Gesetzes bislang verhindert. In der ölreichen Region Kirkuk leben Kurden, Turkmenen, Araber und Angehörige anderer Volksgruppen.

phw/dpa/AP/Reuters

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