Somalia Viele Tote bei Anschlägen in Mogadischu

Zwei Terrorattacken haben die somalische Hauptstadt Mogadischu erschüttert: Islamisten griffen das Oberste Gericht und Mitarbeiter des Roten Halbmonds an. Es gab mindestens 25 Tote und rund 50 Verletzte.

REUTERS

Mogadischu/Kapstadt - Bei einem Angriff auf das Oberste Bundesgericht in Mogadischu wurden am Sonntag mindestens 22 Menschen getötet, berichteten die Behörden in der somalischen Hauptstadt. Unter den Toten seien Sicherheitskräfte, Juristen und Zivilisten sowie die neun Angreifer. Bei der Explosion einer Autobombe auf der Straße zum Flughafen von Mogadischu starben nach Polizeiangaben mindestens drei Mitarbeiter des türkischen Roten Halbmonds. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet gar von insgesamt 34 Toten.

Bei dem Anschlag auf das Gericht erlagen den Angaben zufolge sechs Selbstmordattentäter ihren schweren Verletzungen, als sie den an ihrem Körper befestigten Sprengstoff zündeten. Drei weitere, schwer bewaffnete Angreifer seien schließlich bei Kämpfen im Gerichtsgebäude von somalischen Soldaten und der Afrikanischen Union (AU) getötet worden, sagte ein hoher somalischer Offizier der Nachrichtenagentur dpa. Manche Terroristen hätten Militäruniformen getragen. Die radikal-islamische Schabab-Miliz bekannte sich zu dem Anschlag.

"Dieser Angriff ist nichts anderes als ein Zeichen der Verzweiflung bei den Terroristen, die ihre Hochburgen verloren haben und in ganz Somalia auf dem Rückzug sind", betonte Präsident Hassan Sheikh Mohamud in einer Stellungnahme zu dem Anschlag auf das Gerichtsgebäude. Dieses befindet sich in unmittelbarer Nähe des Präsidentenpalasts.

Der Anschlag auf der Straße zum Flughafen habe sich gezielt gegen den türkischen Roten Halbmond gerichtet, hieß es. Ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug habe den Wagen der Hilfsorganisation gerammt.

Die Zentralregierung wird seit vielen Jahren von der Schabab-Miliz herausgefordert, die Teile des Landes beherrscht. Allerdings waren die Islamisten in den vergangenen beiden Jahren von Truppen der AU und Somalias aus Mogadischu und anderen großen Städten vertrieben worden.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte am Freitag die Regierung von Präsidenten Hassan Sheikh Mohamud anerkannt. Damit sei der Weg für die Wiederaufnahme der Beziehungen nach 22 Jahren Unterbrechung geebnet, teilte der IWF in Washington mit. Mit der Anerkennung kann der Währungsfonds dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land in Ostafrika technische Unterstützung und politische Beratung zukommen lassen. Da Somalia dem IWF noch etwa 352 Millionen Dollar (269 Millionen Euro) schulde, könne das Land zur Zeit keine Kredite vom IWF bekommen, erklärte der Weltwährungsfonds weiter.

fab/AFP/dpa



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