Anti-Terror-Kampf Frankreich rüstet auf

Mehr Sicherheitskräfte, mehr Geld, mehr Überwachung: Frankreichs Premier Valls kündigt zwei Wochen nach den Anschlägen von Paris drastische Schritte im Anti-Terror-Kampf an.

Polizisten der Spezialeinheiten GIPN (Groupes d'Intervention de la Police Nationale): 2680 neue Stellen schaffen
AP

Polizisten der Spezialeinheiten GIPN (Groupes d'Intervention de la Police Nationale): 2680 neue Stellen schaffen


Paris - Frankreichs Regierung verstärkt ihre Maßnahmen im Kampf gegen den Terror. In den kommenden drei Jahren will Paris 425 Millionen Euro zusätzlich ausgeben. Das kündigte Premierminister Manuel Valls auf einer Pressekonferenz an.

Unter anderem will die Regierung den Geheimdienst stärken und das Abhören von Telefonen erleichtern. 3000 Personen, die als Terrorverdächtige gelten, sollen zukünftig überwacht werden.

Insgesamt sollen 2680 neue Stellen zur Terrorbekämpfung geschaffen werden, sagte Valls. 1400 davon sollen beim Innenministerium und den ihm unterstellten Geheimdiensten eingerichtet werden, 950 in den Bereichen Justiz und Strafvollzug.

Rechnet man die Personalkosten hinzu, summieren sich die Gesamtausgaben laut dem Büro des Premierministers auf 735 Millionen Euro. Valls betonte, dass die Mehrausgaben durch Einsparungen in anderen Bereichen finanziert würden und das französische Defizit weiter abgebaut werde.

Frankreichs Regierungschef Valls: 2680 neue Stellen zur Terrorbekämpfung
AFP

Frankreichs Regierungschef Valls: 2680 neue Stellen zur Terrorbekämpfung

Die Regierung reagiert damit auf die Anschlagsserie vor zwei Wochen, bei der islamistische Terroristen 17 Menschen getötet hatten, darunter zwölf Menschen beim Angriff auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" am 7. Januar.

Am Mittwoch leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungsverfahren gegen vier mutmaßliche Helfer des Attentäters Amédy Coulibaly ein. Die vergangene Woche festgenommenen Männer sollen den Terroristen, der bei einer Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt vier Juden tötete, mit Waffen und Fahrzeugen versorgt haben. Drei der vier Männer waren in der Vergangenheit wegen Delikten wie Raub und Drogenhandel verurteilt worden.

syd/AP/AFP

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insgesamt 61 Beiträge
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timtomtim 21.01.2015
1.
Das war leider abzusehen! Es ist ein schande dass diese Tragödien stets und unentweg zum weiteren Ausbau der Überwachung genutzt werden.
tailspin 21.01.2015
2. Das gute Leben killt mehr als die Terroristen es koennen
Hollande wuerde mehr erreichen, wenn er seine Landsleute zu weniger Konsum von Zucker und Wein auffordern wuerde, Faktoren, die Diabeteserkrankungen und vorzeitiges Dahinscheiden verursachen. Der europaeische Schnitt liegt bei 7-10 % in der Bevoelkerung. Aber es geht ja hier nicht um Ergebnisse, oder den Schutz der Buerger sondern um Demonstration von Staatsmacht und Schutz der da ganz oben.
Frank Zi. 21.01.2015
3.
Richtig so. Gewalt und Überwachung ist die einzige Sprache die diese Terroristen verstehen.
joG 21.01.2015
4. Das ist, wenn man es so liest.....
.....sicher sehr gute Vorbereitung für den Wahlkampf, obschon man sich fragen muss, wieso man das alles noch nicht getan hatte. Immerhin ist die Bedrohung keine neue Erkenntnis und die Regierung wäre verpflichtet gewesen, bereits vor Jahren diese Dinge alle zu tun.
Neumann_Alfred 21.01.2015
5. Terror
Es gab mal Zeiten, in denen es heiß: "Wir verhandeln nicht mit Terroristen." Das ist vorbei. Da werden Lösegelder gezahlt, Veranstaltungen verboten und nun sogar noch mehr Geld verpulvert, das in der Bildung dringend nötig wäre. Was nützt es denn, wenn ich 100 bewaffnete Leute, die top ausgebildet sind vorhalte, wenn 10 Kilometer weiter gerade einer das Magazin seiner AK47 leer macht? Also hat der Terror - wieder einmal - gewonnen. Richtig wäre es gewesen, zu sagen: "Wir lassen uns nicht erpressen. Und wenn noch weiter von diesen ekelhaften Terroristen auftauchen, dann ist das leider so. Minderbemittelte und Verwirrte eben. Da macht man nix."
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