Anschläge in Paris Deutsche Nationalelf hat Stadion verlassen

Fußball spielt jetzt keine Rolle mehr: Die deutschen Nationalmannschaft versucht Paris nach den Terroranschlägen zügig zu verlassen. "Die Spieler sind angespannt", sagt der DFB-Sicherheitsbeauftragte.

Julian Draxler und Emre Can: Anschläge während des Freundschaftsspiels
DPA

Julian Draxler und Emre Can: Anschläge während des Freundschaftsspiels


Auch Stunden nach dem Schlusspfiff hatte die deutsche Nationalmannschaft das Stade de France im Pariser Vorort St. Denis noch nicht verlassen. Auch viele aus Deutschland angereiste Fans waren zunächst im Stadion geblieben.

Mittlerweile ist das DFB-Team in mehreren Kleinbussen von dort weggebracht worden. Dem Vernehmen nach wurde eine Fahrt im Mannschaftsbus des Weltmeisters aus Sicherheitsgründen für zu gefährlich gehalten. Der schwarze Teambus ist sehr auffällig, auf ihm prangt groß der Schriftzug "Die Mannschaft". Das Teamhotel ist rund eine halbe Stunde Fahrzeit von der EM-Arena entfernt.

"Die Spieler sind sich der Situation sehr bewusst und sind alle angespannt. Wir hoffen, dass sich die Lage nicht weiter zuspitzt", sagte der DFB-Sicherheitsbeauftragte Hendrik Große Lefert. Man stehe in enger Kooperation mit den Behörden, dem französischen Verband und den deutschen Sicherheitskräften vor Ort.

Nach mehreren Anschlägen in der Hauptstadt möchte das deutsche Team Frankreich so schnell wie möglich verlassen. Doch im Land herrscht der Notstand, Grenzen wurden abgeriegelt, auch Stunden nach Ende des Freundschaftsspiels gegen die französische Nationalmannschaft befand sich die deutsche Delegation noch im Stade de France.

Stade de France Stadion: Mehrere Explosionen erschüttern die Umgebung
AP/dpa

Stade de France Stadion: Mehrere Explosionen erschüttern die Umgebung

Bundestrainer Joachim Löw, die Spieler, Betreuer und Journalisten saßen nach Mitternacht noch in der Kabine und den Katakomben des Stadion im Stadtteil St. Denis. "Wir werden uns jetzt beraten, was wir tun", hatte Löw unmittelbar nach Ende des Spiels gesagt.

Schon vor dem Spiel hatte die deutsche Nationalmannschaft ihr Hotel in Paris wegen einer Bombendrohung räumen müssen. Am Mittag hatte die Polizei Entwarnung gegeben.

Paris ist am späten Freitagabend zum Schauplatz mehrerer Terrorattacken geworden. Mehr als hundert Menschen starben, es gab viele Verletzte. Frankreichs Präsident François Hollande sprach von "bisher nie dagewesenen Terrorangriffen" und verhängte den Ausnahmezustand in ganz Frankreich.

asc/dpa



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