Anschläge von al-Qaida Jemen ruft Westen zur Hilfe

Bis zu 300 Qaida-Kämpfer sollen sich im Jemen aufhalten. Um die Extremisten effektiver bekämpfen zu können, fordert die Regierung jetzt mehr Unterstützung von westlichen Ländern. Weitere Anschläge könnten durch den Austausch von Geheimdienstinformationen verhindert werden.

Qaida-Kämpfer im Jemen: "Wir müssen gegen Terrorismus zusammenarbeiten"

Qaida-Kämpfer im Jemen: "Wir müssen gegen Terrorismus zusammenarbeiten"


Sanaa - Gewalt zwischen Stämmen, Bombenanschläge, Entführungen, Militäraktionen: Teile des Jemen gelten als gefährliches Terrain. Laut westlichen Geheimdiensten sickern Terroristen des Netzwerks al-Qaida aus Saudi-Arabien in das Nachbarland ein. Bis zu 300 Qaida-Kämpfer haben nach Einschätzung des Außenministers Abu Bakr al-Kirbi bereits Unterschlupf im Jemen gefunden. Auch Anführer der Organisation sollen sich dort aufhalten.

"Wir sind uns dieser Gefahr bewusst", sagte al-Kirbi an diesem Dienstag dem BBC-Hörfunk. Die Extremisten planten möglicherweise weitere Attentate, ähnlich dem vereitelten Anschlag auf ein US-Verkehrsflugzeug am ersten Weihnachtsfeiertag. Genaue Angaben über die Qaida-Kämpfer in seinem Land könne er aber nicht machen. "Es können Hunderte sein, 200, 300. Belastbare Zahlen habe ich nicht", sagte der Minister.

Immer wieder haben Kämpfer der al-Qaida im Jemen zu Attacken auf westliche Flugzeuge aufgerufen. Die USA unterstützen die Zentralregierung in Sanaa bereits massiv - was den Hass der Dschihadisten nur anfeuert. Mutmaßliche Qaida-Lager im Jemen wurden in den vergangenen Wochen mit Cruise-Missiles-Raketen beschossen.

Nun ist die Rolle von al-Qaida im Jemen stärker in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerückt. Nach dem Beinahe-Anschlag auf die Maschine der Fluggesellschaft Northwest Airlines hat sich die Terrororganisation im Internet dazu bekannt. Den Attentäter Umar Faruk Abdulmutallab erklärten die Extremisten zum Helden. Nach eigener Aussage bereitete sich Abdulmutallab im Jemen auf den Angriff vor.

Die jemenitischen Sicherheitsorgane hatten laut eigenen Angaben von den mutmaßlichen Terrorkontakten des Mannes keine Kenntnis. "Der Jemen hat über diese Person keine Informationen erhalten, und sie stand auch auf keiner der Terrorlisten, die den jemenitischen Behörden übermittelt wurden", sagte der jemenitische Informationsminister Hassan al-Lausi am Dienstag in Sanaa. Die USA hätten vor dem Nigerianer warnen und darüber aufklären sollen, dass dieser auf einer Liste verdächtiger Personen gestanden habe. Dies habe Washington versäumt.

Jemen fordert "fairen Austausch von Informationen"

Der Außenminister Jemens forderte in der BBC einen fairen Austausch von Geheimdienstinformationen. Sein Land benötige internationale Hilfe bei der Ausbildung und der Ausrüstung von Anti-Terror-Einheiten. Bislang sei die Unterstützung unzureichend.

Gerade die USA, Großbritannien und die Europäische Union könnten sehr viel dazu beitragen, dass Militante im Jemen bekämpft würden. "Wir müssen gegen Terrorismus zusammenarbeiten, um das Problem unter Kontrolle zu kriegen", sagte er. Es gebe viele weitere Menschen, die wie Abdulmutallab bereit seien, Anschläge zu verüben.

Von der Londoner Luxuswohnung zu al-Qaida

Laut jemenitischen Behörden hatte Abdulmutallab ein Visum für das Land erhalten, nachdem bereits eine Reihe anderer Staaten ihm den Aufenthalt erlaubt hatten. Hätte er auf einer der US-Terrorlisten gestanden, "hätte er nicht ins Land einreisen können". 2005 bis 2008 lebte Abdulmutallab in einer Luxuswohnung in London und studierte am renommierten University College Maschinenbau. Außerdem stellte ihm die amerikanische Botschaft in Großbritannien ein Visum für die USA aus.

Im Jemen hielt sich Abdulmutallab von Anfang August bis Anfang Dezember 2009 auf, um Arabisch zu lernen. Zum gleichen Zweck soll er im Jahr 2005 schon einmal in der Hauptstadt Sanaa gewesen sein. Diesmal allerdings ging es um mehr als nur einen Sprachkurs, wie Abdulmutallab selbst in den ersten Verhören behauptete: Angeblich nahm er Kontakt zu Qaida-Leuten auf und bastelte den Sprengsatz, mit dem er das Flugzeug in die Luft jagen wollte. Einem Bericht der "Washington Post" zufolge hätte eine Explosion des Sprengstoffes Nitropenta (PETN) verheerende Folgen haben und ein Loch in das Flugzeug reißen können, meldete die Zeitung unter Berufung auf Ermittlerkreise.

kgp/AFP/Reuters

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Bernd Schlüter, 30.12.2009
1. Der Jemen und die Vernunft
Das Hifeersuchen aus dem Jemen sehe ich als eine entscheidende Wende im Kampf gegen die Befreiung der Welt vom Christentum, Hinduismus und "gottlosen" Buddhismus an. Der Unsinn, den die Aktivisten der al Kaida hier verbreiteten, wird bei Arabern kaum auf Gegenliebe stoßen, wenn sie sich keine sonstigen Vorteile mehr davon versprechen. Der Koran ist sehr auf Vernunft aufgebaut und wie meine Freunde von damals diesen umdeuten, geht auf keine Kuhhaut. Auf keine Kuhhaut geht auch, wie frei und unbekümmert sie sich damals hier bewegen durften und ich kann diejenigen verstehen, die hinter dem Ganzen einen Staatskomplott des Westens sehen. Der war es bestimmt, aber ganz und gar nicht so, wie unsere Verschwörungstheoretiker behaupten. Die Kämpfer der al Kaida waren bis auf einige Schlitzohren ganz untadelige Soldaten, die selbstlos taten, was ihnen aufgetragen wurde. Sie haben es bewiesen und man kann sie vom soldatischen Standpunkt dafür nur bewundern. Schließlich geht es auch um die Beseitigung etlicher korrupter Regime, was zu Recht auf Sympathie bei vielen Arabern stieß. Der Schwachsinn, den sie mit ihrer Art von Koranauslegung betrieben, kann einen normal denkenden Araber nur abschrecken. Für mich ist der Koran ein Buch mit der Anleitung zur Welteroberung, mit viel Vernunft und militärisch strategischem Denken. Aber doch bitte nicht so. Die Planung der Zerstörung des WTCs, vom Standpunkt des Korans aus, hervorragend. Es kam alles wie geplant: Das Gebäude musste, wie alle vornehmlich von der äußeren Hülle (den "Perimetern") getragenen Gebäude,zusammenbrechen. Der Krisenstab selbst und die Feuerwehrleute wiesen die Menschen in den oberen Etagen an, diese nicht zu verlassen und abzuwarten, "bis der Brand gelöscht war". Noch nach der Katastrophe wurde ich im deutschen Bauforum angegriffen, weil ich behauptete, ein konventionelles Gebäude hätte dem Brand standgehalten. Grenzenloser Egoismus, auch unserer verdeckt arbeitenden Organisationen, ließ auch die folgenden Anschläge wirksam werden, bei denen vorgewarnt war. Hier im Spiegelforum kann man sehr gut mitverfolgen, wie unbedarfte Besserwisserei die unglaublichsten Blüten treibt, gleich in die Arme der al Kaida. Die Kämpfer der al Kaida sind da sehr viel demütiger und auf die Funktion des Ganzen bedacht. Allein, ich denke, sie sind vom Weg der Tugend abgekommen. Das sah ich schon damals so, als man versuchte, mich mit einer gewissen Person in Essen in Kontakt zu bringen. Diese Person hat meiner Meinung ein Schicksal erlitten, das sie verdient hat. Ich weiß nicht, was sich einige Strategen aus dem damaligen Bundeskanzleramt bei der ganzen Sache gedacht haben. Ich schilderte den Aktivisten der al Kaida von einem anderen Vorgang, der mir persönlich aus diesem Hause widerfahren war und kam so mit diesen in engeren Kontakt. Was bei uns im Westen geschieht, auch in höchsten Regierungskreisen, ist oft von schändlichster Art. Ob die sich Allah Unterwerfenden es einmal besser machen? Die Jemeniten beginnen, nachzudenken. Im Übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass die reichlich aus dem Bundeskanzleramt fließenden Lösegeldzahlungen in den Händen der Aufständischen landeten. Ich sehe da eine Parallele zu den Vorgängen an den beiden deutschen Universitäten.
Flatterleine 30.12.2009
2. Es läuft ja alles nach Plan!
Der Friedenskrieger entlarvt sich, aber auch die USA zeigen ihre Unfähigkeit lernfähig zu sein. Was wird aus Oslo zu hören zu sein? Wer ruft die USA als nächstes zur Hilfe? Nigeria?
Diomedes 31.12.2009
3. Eine weitere amerikanische Dummheit…
Der Präsidentenluftikus Amerikas will bombardieren lassen: Denn jener Feind - oder vielmehr das Frankensteinmonster, welches die USA, Saudi-Arabien und Pakistan einstmals gegen die Sowjets gezüchtet haben – besitzt nichts, was bei einem militärischen Angriff Schaden erleiden könnte: Keine Flugzeugträger, Panzer oder Industrieanlagen; er ist wie die sprichwörtlichen Spatzen, auf die man vergebens mit Kanonen schießt; doch soll man sich hierin nicht täuschen: Wenn der friedensbewegte Präsidentenluftikus hier auch Härte gegen die gewalttätigen Eiferer des Mohammedanismus ausüben lässt, so gibt er doch insgesamt den nützlichen Idioten bzw. das trojanische des Mohammedanismus; denn auch er singt das betrügerische Lied von der Religion des Friedens und der Toleranz, was nur durch Unwissenheit oder Arglist erklärt werden kann: Denn jene Dinge sind dem Büchlein des Mohammedanismus nun wirklich nicht zu entnehmen; und zumal insgesamt die dritte Angriffswelle, da das kriegerische Europa sich so vortrefflich den ersten beiden Wellen, den Weltreichen der Sarazenen und Türken, erwehrte, auf wirtschaftliche Durchdringung, Masseneinwanderung, hohe Geburtenraten und moralische Empörung als auf Gewalt setzt, so richtet der amerikanische Luftikus hier ohnehin mehr Schaden an als er abwendet…
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