Anschläge von Paris Brüsseler Polizei nimmt mehrere Verdächtige fest

Bei Razzien in Brüssel und Laeken hat die belgische Polizei zunächst fünf Menschen festgenommen. Es soll dabei einen Zusammenhang zu den Anschlägen von Paris geben. Nach einem möglichen weiteren Hintermann wird gefahndet.

Belgischer Polizist bei Aktion im Brüsseler Zentrum: Mehrere Festnahmen
REUTERS

Belgischer Polizist bei Aktion im Brüsseler Zentrum: Mehrere Festnahmen


Im Rahmen der Ermittlungen zu den Terroranschlägen von Paris hat die Polizei in Brüssel insgesamt fünf Menschen festgenommen. Zwei Verdächtige seien am Sonntagabend bei einer Razzia in der Innenstadt aufgegriffen worden, teilte Justizsprecher Eric Van Der Sypt mit.

Nach Angaben der Ermittler wurden am Sonntag und Montag Häuser und Wohnungen in Brüssel und Laeken durchsucht. Was den Festgenommen konkret vorgeworfen wurde, sagte die Staatsanwaltschaft nicht. Die Behörde erklärte lediglich, die Festnahmen stünden im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris. Salah Abdeslam, der an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein soll und seitdem auf der Flucht ist, sei aber nicht unter den Festgenommenen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Belga waren auch zwei Brüder unter den Festgenommen sein. Laut Ermittlern hatten Telefonanalysen zu den Durchsuchungen geführt. In den Wohnungen und Häusern seien keine Waffen oder Sprengstoff gefunden worden. Die Festgenommenden wurden am Montagabend nach Angaben der Staatsanwaltschaft wieder freigelassen.

Bei der Terrorserie in Paris waren am 13. November mindestens 130 Menschen getötet worden. Mindestens zwei Attentäter lebten zuletzt in Belgien oder hatten Kontakt dorthin. Bisher konzentrieren sich die Ermittlungen in Belgien auf den flüchtigen Salah Abdeslam, Bruder des Pariser Selbstmordattentäters Brahim Abdeslam.

Nach Informationen der belgischen Zeitung "Het Nieuwsblad" fahndet die belgische Polizei auch nach einem weiteren möglichen Hintermann. Er könnte von Belgien aus die Anschläge gesteuert haben. Ob er unter den Festgenommen ist, steht noch nicht fest. Unklar blieb, ob es eine Verbindung zwischen Abdeslam und dem neuen Verdächtigen geben könnte.

Die Ermittler stützen sich laut Zeitung auf die Überwachung der Telefonverbindungen zwischen Belgien und Frankreich. Demnach soll der Verdächtige am Abend der Pariser Anschläge über zwei Mobiltelefone die Attentäter kontaktiert haben. Die Staatsanwaltschaft nahm zunächst keine Stellung.

Der aktuelle Ermittlungsstand zu den Täter und Anschlägen von Paris

brk/AP/Reuters/dpa



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