Anschlag auf Kapitol vereitelt FBI lockt Terrorverdächtigen in die Falle

Die US-Polizei hat in der Hauptstadt Washington einen Terrorverdächtigen festgenommen: Der 29-jährige Mann soll einen Selbstmordanschlag auf das Kapitol geplant haben - dann lockte ihn das FBI in die Falle.

Das Kapitol in Washington: Anschlagsplan auf den Sitz des US-Kongress'?
DPA

Das Kapitol in Washington: Anschlagsplan auf den Sitz des US-Kongress'?


Washington - Die US-Bundespolizei FBI hat am Freitag in der Nähe des Kapitols in Washington einen mutmaßlichen Terroristen festgenommen. Der 29-Jährige plante laut Polizeiangaben, seiner Meinung nach scharfe Sprengstoffweste zu zünden. Offenbar wollte er einen Selbstmordanschlag auf das Kapitol, in dem der US-Kongress tagt, durchführen.

Der Mann habe eine Sprengstoffattrappe mit sich geführt und sei im Rahmen von verdeckten Ermittlungen gefasst worden, teilte das FBI mit. Der Mann hatte nach Angaben eines Anti-Terror-Ermittlers die Absicht, mindestens 30 Menschen zu töten. Dazu habe er unter anderem ein Gebäude in seinem Wohnort Alexandria im Staat Virginia als Anschlagsziel ins Auge gefasst, aber auch ein Restaurant, eine Synagoge und einen beliebten Treffpunkt von Militärangehörigen in Washington, hieß es. Schließlich habe er sich für das Kapitol entschieden.

Der Mann sei von verdeckten Ermittlern zu einem Platz in Washington begleitet worden, wo der Sprengstoff gezündet werden sollte. Der Verdächtige sei ständig beobachtet worden, eine Gefahr für die Öffentlichkeit habe nicht bestanden, teilte das US-Justizministerium mit. Der Mann solle noch am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Gegen den mutmaßlichen Terroristen sei bereits seit einem Jahr ermittelt worden, hieß es aus Polizeikreisen. Die vergangenen Wochen sei er rund um die Uhr überwacht worden. Im Laufe der Operation hätten sich FBI-Agenten als Mitglieder des Terrornetzwerkes Al-Qaida ausgegeben und statteten den aus Marokko stammenden Mann mit einer nicht funktionsfähigen Schusswaffe und unschädlichem Sprengstoff aus.

Mit der Weste habe er sich am Freitag zu dem Kongressgebäude aufgemacht. Zuvor habe er in einer Moschee gebetet. Nach Auffassung der Behörden hatte der Festgenommene keine Verbindungen zu Al-Qaida. Der Verdächtige kam im Alter von 16 Jahren in die USA und ist arbeitslos. Er hielt sich offenbar illegal in dem Land auf. Sein Besuchervisum war seit Jahren abgelaufen.

Es ist seit längerem die Strategie der US-Behörden, Verdächtige in verdeckten Operationen mit erfundenen Terror-Plänen in die Falle zu locken. So wurde im vergangenen September ein Mann festgenommen, der mit Bomben versehene Modellflugzeuge ins Pentagon hatte lenken wollen. Auch er hatte seine Ausrüstung vom FBI erhalten.

lgr/dpa/AFP/dapd

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wahlossi_80 17.02.2012
1.
Zitat von sysopDPADie US-Polizei hat in der Hauptstadt Washington einen Terrorverdächtigen festgenommen: Der 29-jährige Mann soll einen Selbstmordanschlag auf das Kapitol geplant haben - dann lockte ihn das FBI in die Falle. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,816110,00.html
Wollen die Sicherheitsbehörden mit ihrer Masche alle potentiellen Dschihadisten einfangen oder geht es nicht vielmehr darum, die Angst vorm Terrorismus im Volk aufrecht zu erhalten? Interessant ist doch, dass die Terrorplots immer von den Behörden entworfen wurden. Genau wie bei der sog. "Sauerlandgruppe". Das ist staatlich geförderter Terrorismus, der seine Wirkung auch ohne Tote nicht verfehlt: Verunsicherung schaffen und damit zugleich die Bereitschaft, den Überwachungsstaat auszubauen.
intermomo52 17.02.2012
2. ....
Zitat von wahlossi_80Wollen die Sicherheitsbehörden mit ihrer Masche alle potentiellen Dschihadisten einfangen oder geht es nicht vielmehr darum, die Angst vorm Terrorismus im Volk aufrecht zu erhalten? Interessant ist doch, dass die Terrorplots immer von den Behörden entworfen wurden. Genau wie bei der sog. "Sauerlandgruppe". Das ist staatlich geförderter Terrorismus, der seine Wirkung auch ohne Tote nicht verfehlt: Verunsicherung schaffen und damit zugleich die Bereitschaft, den Überwachungsstaat auszubauen.
Mit der VDS hätte das alles ganz leicht verhindert werden können. /Sarkasmus aus Also mir als nicht an Anschlägen interessierten Normalo fallen da jede Menge Szenarien ein, die ich auch ohne jede Unterstützung von aussen durchführbar wären. Es tatsächlich so, dass nur staatlich geförderter Terrorismus am Köcheln gehalten wird, um Massnahmen "dagegen" begründen zu können.
Paul Newman 17.02.2012
3. Morgen ZDF gucken!
Zitat von intermomo52Mit der VDS hätte das alles ganz leicht verhindert werden können. /Sarkasmus aus Also mir als nicht an Anschlägen interessierten Normalo fallen da jede Menge Szenarien ein, die ich auch ohne jede Unterstützung von aussen durchführbar wären. Es tatsächlich so, dass nur staatlich geförderter Terrorismus am Köcheln gehalten wird, um Massnahmen "dagegen" begründen zu können.
Für alle Verschwörungshanseln: Morgen im ZDF – die Bielefeld-Verschwörung. Die Stadt Bielefeld gibt esnicht, sondern ist eine finstere Erfindung von CIA, Mossad und anderen Rechtspopulisten.
charliemaenson 17.02.2012
4. !!!
Zitat von Paul NewmanFür alle Verschwörungshanseln: Morgen im ZDF – die Bielefeld-Verschwörung. Die Stadt Bielefeld gibt esnicht, sondern ist eine finstere Erfindung von CIA, Mossad und anderen Rechtspopulisten.
Stimmt! Nach meiner eigenen Erfahrung gibt es die Stadt Bielefeld wirklich nicht denn ich war ehrlich noch nie da hab sie noch nie gesehen geschweigedenn betreten. Es ist doch aber wohl obskur wenn die zu verhaftenden Täter erst mal vom FBI aufgebaut werden. Ach und gabs in Deutschland nicht mal die Geschichte mit dem "Celler Loch"?
blumt0pf 18.02.2012
5. Erschütternd wie alltäglich das mittlerweile ist
Zitat von sysopDPADie US-Polizei hat in der Hauptstadt Washington einen Terrorverdächtigen festgenommen: Der 29-jährige Mann soll einen Selbstmordanschlag auf das Kapitol geplant haben - dann lockte ihn das FBI in die Falle. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,816110,00.html
Es ist erschütternd, wie viele Muslime in hiesiger Umgebung dazu bereit sind, Attentate, Anschläge und Morde in "unseren" Ländern zu verüben, wenn sie nur die Gelegenheit dazu bekommen. In hiesigen Moscheen gehen sie ein und aus, von der Politik mit den Prädikaten "friedlich", "tolerant", "integriert" und "demokratisch" geschützt, ahnt niemand etwas Böses. Doch jeder Anschlag und jeder vereitelte Mord dieser Leute hinterlässt bei mir einen bitteren Beigeschmack.
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