Amman/Damaskus - Bei einem Bombenanschlag in der Nähe eines Heiligtums der Schiiten in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind am Mittwoch mindestens sechs Menschen getötet worden. 13 weitere Personen wurden verletzt, wie staatliche Medien und Oppositionelle weiter berichteten. Der Sprengsatz sei in einer Mülltüte versteckt gewesen, eine zweite Bombe sei entschärft worden. In der Nähe des Tatorts befinde sich ein Schrein, der an Mohammeds Enkelin Sainab erinnert, gleichzeitig eine Tochter des von Schiiten besonders verehrten Imams Ali.
Nach Polizeiangaben zündete eine "bewaffnete terroristische Gruppe" den Sprengsatz im Stadtteil Sajjida Sainab. Das Viertel ist zwischen Rebellen und Armee umkämpft.
Die syrische Luftwaffe fliegt unterdessen verstärkt Angriffe auf die Rebellenhochburgen außerhalb von Damaskus. Am Mittwoch griffen Kampfpiloten nach Angaben von Regimegegnern mehrere Ziele in den Ortschaften Arbien und Al-Ghuta an. Bei heftigen Gefechten zwischen Regierungstruppen und bewaffneten Aufständischen in den Provinzen Idlib und Aleppo soll es auf beiden Seiten zahlreiche Opfer gegeben haben. Erst am Dienstag töteten Rebellen in Damaskus einen General der syrischen Luftwaffe.
Seit Beginn des gewaltsamen Konflikts in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten bereits mehr als 36.000 Menschen getötet worden. Seit Mitte März 2011 seien fast 26.000 Zivilisten sowie mehr als 9000 Soldaten bei Gefechten und Angriffen getötet worden, teilte die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mit. Unter den Deserteuren der Armee, die sich im Laufe der Zeit den Aufständischen angeschlossen hatten, gab es demnach fast 1300 Todesopfer. Hunderte Leichen könnten zudem nicht identifiziert werden, teilte die Stelle mit.
Die im Exil ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Kontakten zu Rebellen und Rettungskräften vor Ort. Ihre Angaben können wegen der unübersichtlichen Lage und des erschwerten Zugangs für Medien nur schwer überprüft werden. Die Organisation zählt auch diejenigen zu Zivilisten, die ehemals unbewaffnet waren, im Zuge des Konflikts aber die Waffen gegen die Führung um Staatschef Baschar al-Assad und die syrische Armee erhoben haben.
fab/AFP/Reuters
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