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Anschlag auf US-Botschaft: Mutmaßlicher Bengasi-Attentäter plädiert auf nicht schuldig

Ahmed Abu Chattala : Die Festnahme ist nicht das Ende der Ermittlungen  Zur Großansicht
AP

Ahmed Abu Chattala: Die Festnahme ist nicht das Ende der Ermittlungen

Er gilt als Drahtzieher beim Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi. Jetzt steht Ahmed Abu Chattalah in den USA vor Gericht. Er gab sich gelassen und erklärte seine Unschuld.

Hamburg/Washington - Der mutmaßliche Drahtzieher des Anschlags auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi hat vor einem Haftrichter in Washington auf nicht schuldig plädiert. Die US-Behörden machen ihn verantwortlich für den Angriff vom 11. September 2012. Dabei kamen der US-Botschafter Christopher Stevens und drei weitere Diplomaten ums Leben.

Angeklagt wird er wegen Mordes, Terrorismus und illegalen Waffenbesitzes. Ihm droht die Todesstrafe. Im Gerichtssaal gab er sich gelassen.

Der Gründer und Anführer der libyschen islamistischen Terrorgruppe Ansar al-Scharia war vor zwei Wochen von einem amerikanischen Kommando in Libyen gefasst worden. Chattalah wurde an Bord eines Kriegsschiffs in die gebracht. Er wird vor einem zivilen Gericht zur Verantwortung gezogen. Die US-Regierung bleibt bei ihrer Entscheidung, keine weiteren Häftlinge in das Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba zu bringen.

Der Fall Chattalah wird in den USA intensiv diskutiert. Unklar ist, warum die Spezialkräfte ausgerechnet jetzt zugriffen, obwohl sie den Verdächtigen seit zwei Jahren im Visier gehabt haben sollen.

Clinton weiterhin in der Kritik

US-Präsident Barack Obama stand massiv in der Kritik, weil Sicherheitsdienste die Schuldigen des Anschlags zunächst nicht ausfindig machen konnten. Jay Carney, Sprecher des Weißen Hauses, sagte nun: "Die Festnahme ist nicht das Ende unserer Bemühungen um die Bengasi-Aufklärung, aber sie markiert einen wichtigen Meilenstein."

Besonders US-Außenministerin Hillary Clinton waren nach der Attacke in Bengasi kritisiert worden. Laut einem später erschienen Untersuchungsbericht des Senats hätte der Anschlag verhindert werden können. Schon vor dem Attentat hatte es zwei kleinere Anschläge auf die amerikanische Vertretung gegeben.

Trotz Warnungen der Geheimdienste habe Clinton das Konsulat nicht geschlossen und damit den Tod von US-Bürgern riskiert, so die Kritik. Zudem wurde der Außenministerin vorgeworfen, den terroristischen Hintergrund des Themas anfänglich verheimlicht zu haben.

Auch heute ist die Diskussion zur Attacke von 2012 nicht beendet. Kürzlich richtete das Repräsentantenhaus einen Untersuchungsausschuss zu Bengasi ein.

isa/boj/Reuters/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Der findet hoffentlich die seinen Taten
mcvitus 28.06.2014
angemessene Strafe, danach ist die Welt wenigstens um eine Nuance besser!
2. Man muss nur wollen
recepcik 29.06.2014
Wenn die USA wollen können sie den Chef einer Terrororganisation liquidieren wie im Fall Bin Laden oder festnehmen wie in diesem Falk. Es wäre zu wünschen dass sie für die Zivilisten in Irak auch was tun und aktiv werden, wenn es sein muss mit gezielten Angriffen gegen die Führer der Mörderbanden.
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