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19. Februar 2013, 11:54 Uhr

Anschlag auf US-Botschaft

Türkei nimmt 167 Linksextreme fest

Türkische Behörden gehen hart gegen mutmaßliche Linksextreme vor. Fast 170 Personen wurden bei landesweiten Razzien festgenommen. Die Ermittler vermuten unter ihnen die Hintermänner des Anschlags auf die US-Botschaft in Ankara.

Istanbul - Zweieinhalb Wochen ist der Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Ankara her - nun hat die türkische Polizei 167 mutmaßliche Mitglieder der linksextremistischen DHKP-C festgenommen. Die Verdächtigen wurden laut türkischen Medien am Dienstag in insgesamt 28 Provinzen in Gewahrsam genommen.

Spezialeinheiten der Polizei durchsuchten Gebäude in Ankara und 27 weiteren türkischen Städten, wie Anadolu berichtete. Die DHKP-C wird von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Die Gruppe soll für mehrere Anschläge in der Türkei seit dem Ende der siebziger Jahre verantwortlich sein.

Die DHKP-C hatte sich im Internet zu dem Anschlag bekannt, bei dem der Attentäter am 1. Februar einen Wachmann mit sich in den Tod gerissen hatte. Der Angreifer drang über einen Seiteneingang in die Botschaft ein und zündete im Inneren des Gebäudes seinen Sprengsatz. Die Eingangspforte wurde aus den Angeln gerissen, Mauerwerk flog durch die Luft, Rauch stieg auf.

Der Untergrundorganisation DHKP-C wird auch eine Serie von Anschlägen auf türkische Polizeistationen angelastet. Ihr Ziel ist es, das Regierungssystem der Türkei zu stürzen.

jok/dpa/

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