Anschlag auf "USS Cole" Richterin stoppt Verfahren gegen Terrorverdächtigen

Eine Militärrichterin setzt Obamas Guantanamo-Anordnung um: Das Verfahren gegen einen mutmaßlichen Drahtzieher des Terroranschlags auf die "USS Cole" wird gestoppt. Zuvor hatte ein anderer Richter sich dem Befehl widersetzt.


Washington - Erst leistete ein Militärrichter Widerstand gegen Barack Obamas Anordnungen, jetzt setzt sich der neue US-Präsident durch: Das Verfahren gegen den Guantanamo-Häftling Abdel Rahim al-Naschiri wird ausgesetzt. Richterin Susan Crawford revidierte damit eine Entscheidung eines anderen Militärrichters, der für den 9. Februar die Anklageerhebung gegen al-Naschiri anberaumt hatte.

17 Tote im Hafen von Aden: Die "USS Cole" nach dem Terroranschlag im Jahr 2000
AP

17 Tote im Hafen von Aden: Die "USS Cole" nach dem Terroranschlag im Jahr 2000

Richter James Pohl hatte sich damit einer Order der neuen US-Regierung widersetzt, die Guantanamo-Verhandlungen zu stoppen. Die Anordnung aus Washington sei nicht "überzeugend", sagte Pohl damals - und brachte Obamas Guantanamo-Strategie zunächst ins Stocken.

Der neue amerikanische Präsident hatte bereits kurz nach seiner Amtseinführung Mitte Januar die Schließung des heftig kritisierten Gefangenenlagers verfügt. Die US-Regierung hatte außerdem beantragt, die Militärverfahren in Guantanamo zunächst 120 Tage auszusetzen.

Al-Naschiri wird beschuldigt, an einem Anschlag auf den amerikanischen Zerstörer "USS Cole" im Jahr 2000 beteiligt gewesen zu sein. Bei dem Angriff im Hafen der jemenitischen Hauptstadt Aden starben 17 amerikanische Seeleute.

beb/AFP/Reuters



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