Anschlag: Dutzende Tote bei Wahlkundgebung im Irak

Zunächst wurde eine Granate in eine Menschenmenge geworfen, dann sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft: Bei einer Wahlveranstaltung im Irak sind mindestens 25 Menschen getötet und rund 60 Menschen verletzt worden.

Bei einem Anschlag auf eine Wahlveranstaltung im Irak sind nach Polizeiangaben am Samstag mindestens 25 Menschen getötet worden. Rund 60 weitere Menschen seien verletzt worden, teilten ein Polizeioffizier sowie Rettungskräfte mit. Zunächst sei eine Granate in die Menge in Bakuba, 60 Kilometer nördlich von Bagdad, geworfen worden. Danach habe sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.

Der Anschlag zielte auf eine Kundgebung des Politikers Muthanna Ahmed Abdelwahid, der für eine kleine örtliche Partei antritt. Der Politiker blieb unverletzt. Im Irak finden am 20. April Wahlen in den Provinzen statt, es sind die ersten seit dem Abzug der US-Truppen im Dezember 2011. Die politischen und konfessionellen Spannungen im Irak führen immer wieder zu Gewalt und Anschlägen mit vielen Toten. Seit Jahresbeginn wurden auch bereits ein Dutzend Wahlkandidaten getötet.

Ende März hatte es während der Freitagsgebete Anschläge mit drei Autobomben gegeben. Dabei waren mindestens 18 Menschen getötet und rund 160 Menschen verletzt worden.

Im Irak tobt ein erbitterter Machtkampf zwischen Milizen sunnitischer und schiitischer Glaubensrichtung. Die sunnitische Minderheit hatte unter dem gestürzten Diktator Saddam Hussein Schlüsselpositionen inne. Sie fühlt sich unter dem schiitischen Regierungschef Nuri al-Maliki zunehmend unterdrückt. In diesem Jahr kam es im Irak bereits mehrmals zu Anschlägenauf schiitische Stätten. Hinter den Bomben werden radikale Sunniten mit Verbindungen zu al-Qaida im Irak vermutet.

Die Gewalt im Irak scheint zudem durch den Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien befeuert zu werden. Der Konflikt dort nimmt zum Teil ebenfalls konfessionelle und ethnische Züge an. Aufwind hat eine Rebellengruppe, die als Ableger der irakischen Qaida gilt.

Die USA waren am 19. März 2003 in den Irak einmarschiert. Wichtigster Grund waren angebliche Massenvernichtungswaffen, die im Besitz von Saddam Hussein gewesen sein sollten. Die Annahme erwies sich als falsch.

hei/ran/afp

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insgesamt 4 Beiträge
CompressorBoy 06.04.2013
Ohne Saddam ist der Irak aber ein sehr viel schöneres Land geworden...
Zitat von sysopZunächst wurde eine Granate in eine Menschenmenge geworfen, dann sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft: Bei einer Wahlveranstaltung im Irak sind mindestens 25 Menschen getötet und rund 60 Menschen verletzt worden.
Ohne Saddam ist der Irak aber ein sehr viel schöneres Land geworden...
claudiosoriano 06.04.2013
kaputt und verwüstet. Und nun wird da demokratisch gewählt, und alles wird besser! Überall hat die sogn. westliche Demokratie Frieden Wohlstand und Ordnung gebracht! Die Friedenskarawane zieht weiter!
Zitat von CompressorBoyOhne Saddam ist der Irak aber ein sehr viel schöneres Land geworden...
kaputt und verwüstet. Und nun wird da demokratisch gewählt, und alles wird besser! Überall hat die sogn. westliche Demokratie Frieden Wohlstand und Ordnung gebracht! Die Friedenskarawane zieht weiter!
Axel H 07.04.2013
Mission erfolgreich, vielen Dank für eure Befreiung !!!
Mission erfolgreich, vielen Dank für eure Befreiung !!!
seneca55 07.04.2013
bekommt 15 Monate nach dem Abzug der US-Kampftruppen zunehmend Risse. Der IRAK bildet wieder den Bürgerkrieg aus, der unter der US-Ègide bereits Usus war. Wer mit dem Schwert missioniert, wie es die USA mit ihrer Demokratie [...]
bekommt 15 Monate nach dem Abzug der US-Kampftruppen zunehmend Risse. Der IRAK bildet wieder den Bürgerkrieg aus, der unter der US-Ègide bereits Usus war. Wer mit dem Schwert missioniert, wie es die USA mit ihrer Demokratie tun, scheint nicht wirklich als Erlöser von der Tyrannei Erfolg bei den "Befreiten" zu haben, oder?
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  • Samstag, 06.04.2013 – 14:32 Uhr
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Fläche: 434.128 km²

Bevölkerung: 31,672 Mio.

Hauptstadt: Bagdad

Staatsoberhaupt: Dschalal Talabani

Regierungschef: Nuri al-Maliki

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