Kabul - Der Verwaltungschef in der Provinz Kunduz hatte gegenüber Agenturen erklärt, am Morgen habe ein Selbstmordattentäter eine Patrouille der Bundeswehr mit seinem Fahrzeug verfolgt. Afghanische Sicherheitskräfte hätten daraufhin versucht, den verdächtigen Wagen zu stoppen. Der Selbstmordattentäter habe sich dann rund 40 Meter von dem Konvoi entfernt in die Luft gesprengt. Ein Zivilist sei getötet und ein Polizist verletzt worden.
Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam wies diese Darstellung zurück. Von dem Anschlag östlich von Kunduz seien keine deutschen Truppen betroffen gewesen. Deutsche Kräfte hätten sich zur fraglichen Zeit nicht in der Nähe des Tatorts aufgehalten.
Erst am Dienstag waren beim bisher blutigsten Selbstmordanschlag im Einsatzgebiet der Bundeswehr mehr als 75 Menschen getötet worden, darunter sechs Parlamentarier und 59 Schulkinder. Der Täter hatte seinen Sprengsatz bei der Einweihung einer mit deutscher Hilfe gebauten Zuckerfabrik in der Provinz Baghlan gezündet. Drei deutsche Soldaten waren zuletzt im Mai bei einem Selbstmordanschlag der Taliban auf einem Markt in Kunduz getötet worden. Die Taliban haben in diesem Jahr bereits mehr als 130 Selbstmordanschläge verübt.
Mehrere afghanische und US-Soldaten getötet
Sechs amerikanische und drei afghanische Soldaten sind bei einem Angriff Aufständischer im Osten Afghanistans getötet worden. Nach Angaben eines US-Militärsprechers handelt es sich um einen der schlimmsten Angriffe auf US-Truppen in diesem Jahr.
Die amerikanisch-afghanische Patrouille sei zu Fuß auf dem Rückweg von einem Treffen mit Dorfältesten in der Provinz Nuristan gewesen, als sie mit Raketen und Schusswaffen aus mehreren Richtungen angegriffen worden seien, teilte Oberstleutnant David Acetta mit. "Das war ein ausgefeilter Hinterhalt", fügte er hinzu. Acht amerikanische und elf afghanische Soldaten seien verwundet worden.
Der stellvertretende Polizeichef Nuristans, Mohammed Daud Nadim, sagte, der Angriff habe sich in dem abgelegenen Bezirk Wajgal ereignet. Die feindlichen Stellungen seien aus der Luft beschossen worden; es sei aber nicht bekannt, ob die Angreifer Verluste erlitten hätten.
Mit den jüngsten Verlusten stieg die Zahl der ausländischen Soldaten, die in diesem Jahr in Afghanistan ums Leben kamen, auf 200.
asc/cai/dpa/AP/AFP
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